Für meine Verhältnisse ließ ich mir viel Zeit mit der Kommentierung. Einerseits galt es abzuwarten, wie andere Reaktionen ausfallen, und andererseits war ich mir nicht unbedingt sicher, ob ich überhaupt reagieren sollte. Da das Thema mich allerdings vom frühen Morgen bis zum Nachmittag im Hinterkopf begleitet, erscheint mir eine Anmerkung nicht gänzlich sinnlos.
Es gibt und gab in meinem ganzen Berufsleben keine Anlaufstelle, an der ich mit mehr Lügen versorgt wurde, als bei den offiziellen Informationsvermittlern der Finanzbranche. Da empfand ich das eiserne Schweigen von Rheinmetall oder MBB entschieden ehrlicher.
Du kannst das »Presse-Kind« taufen, wie du willst – angestellt und bezahlt werden ausschließlich gehorsame Befehlsempfänger. Vom Tiefgang der einzelnen Unternehmen erfahre ich ausschließlich aus kryptisch formulierten Pressemitteilungen der Finanzaufsicht oder dem umworbenen Kunden, dem langsam aber sicher der Kragen platzt. Wer bewusst Bilanzen fälscht, benötigt Top-Leute in der Pressestelle.
RE: Newsroom in der Finanzbranche - braucht man das?