German language and the supposedly difficult way of dealing with it.
Mit ein wenig mehr Aufmerksamkeit auf unser tägliches Miteinander gerichtet, sollte sich jeder Mensch, der sich der Sprache als Mittel der Kommunikation bedienen kann (darf), glücklich und zufrieden schätzen.
Allein schon aus dem leicht nachvollziehbaren Grund, dass der Dialog mit der Faust in der Regel nur Schmerzen nach sich zieht und sich in Sachen geistiger Verwertbarkeit hinter jedem halbwegs gelungenen Satz, ob nun aus der Feder von Descartes, Sartre oder Kant (die Wahl bleibt jedem selbst überlassen), verstecken kann.
Somit scheint es mir ratsam, lieber gelegentlich die Faust in der Hosentasche zu ballen, ihr jedoch für jeden sich anbahnenden hitzigen Diskurs ein Platzverbot zu erteilen.
Stattdessen konzentriere ich mich uneingeschränkt auf das, was sich aus dem Wirrwarr im Hinterkopf seinen Weg über die Lippen bahnt.
Aber damit sind wir (um es vorsichtig zu formulieren) in der Regel ohnehin völlig überlastet.
If a little more attention is paid to our daily interactions, every human being who is able - or allowed - to use language as a means of communication should consider himself or herself lucky and content.
If only for the easily understandable reason that dialogue with the fist usually results only in pain and can hide behind any halfway successful sentence (whether from the pen of Descartes, Sartre or Kant (the choice is yours)) in terms of intellectual usability.
It therefore seems to me to be advisable to clench my fist in my trouser pocket from time to time, but to banish it from any kind of heated discourse.
Instead, I will focus my full attention on what is making its way from the confusion at the back of my mind to my lips.
But most of the time we are already completely overloaded with that kind of thing (to put it mildly).
Und dabei könnte es doch so einfach sein.
Das beweist mein auf Staaten bezogener, indirekter Nachbar, Mile Đurđević aus BiH (Bosnien und Herzegowina), der seine Erfahrungen, die deutsche Sprache zu erlernen, in Wort und Bild festgehalten hat.
Für mich immer wieder ein Leckerbissen, denn Miles Muttersprache ist zufälligerweise fast identisch mit jener, die mir vom Aufwachen, über das Radioprogramm, die Basarverhandlungen über das Tierarzthonorar bis hin zur Wettervorhersage die Gelassenheit des Seins täglich garantiert.
Ich wage es nun, den Versuch zu starten, die seit ewigen Zeiten im Raum stehende Behauptung, das Erlernen der deutschen Sprache stelle eine ungeheure Herausforderung dar, zu überprüfen.
Es drängt sich hier die Vermutung auf, dass es nur jemand gewesen sein kann, der nicht in diese Sprache hineingeboren wurde und sich die Mühe gab, dieses Testimonium direkt neben das Kruzifix zu nageln, das kaum mehr aus dem Zimmer mit dem Amtsschimmel am Schreibtisch wegzudenken ist.
Genau daran kommen mir allerdings erhebliche Zweifel, wenn ich mir all das wieder in die Gehörgänge einfließen lasse, was mir an sprachlichen Stilblüten von Politikern, Sportlern oder den allgegenwärtigen Ratgebern und Besserwissern über die Medien verabreicht wird. Die meisten dieser Protagonisten würden wohl schon bei der Beantragung der Einbürgerung am geforderten Sprachtest scheitern.
Um besser nachvollziehen zu können, was Mile Đurđević an jene zu vermitteln versucht, die sich der deutschen Sprache bemächtigen wollen, entlieh ich mir den von ihm konstruierten Beispielsatz und liste anschließend die dafür benötigten Vokabeln auf.
And yet it could be so simple.
This is demonstrated by my indirect neighbour, Mile Đurđević from Bosnia-Hercegovina, who recorded his experiences of learning German in words and images.
It's always a pleasure for me, because Mile's mother tongue happens to be almost identical to the one that guarantees me a calm existence every day, starting with waking up to the radio programme, bazaar negotiations, vet fees and the weather report.
I will now attempt to test the long-standing claim that the learning of the German language is an enormous challenge.There is a suggestion here that it could only have been someone who was not a native speaker of the language who would have gone to the trouble of nailing this testimony right next to the crucifix, which can hardly be removed from the room with the official form on the desk.
I have serious doubts about this, however, when I allow all the linguistic stylistic flourishes of politicians, sportsmen and women or the omnipresent advisers and know-it-alls in the media to flow back into my auditory canals.Most of these protagonists would probably not be able to pass the language test at the time of application for naturalisation.
To better understand what Mile Đurđević is trying to convey to those who want to learn German, I borrowed the sentence he constructed and then listed the vocabulary needed to make it work.
(D) Stimmt es, dass die Stimme bestimmt, ob die Stimmung stimmt?
(GB) Is it true that it is the voice that determines whether the mood is alright?
(HR) Je li točno, da glas određuje, da li atmosfera paše?
| Deutsch | English | Hrvatski (Kroatisch) |
|---|---|---|
| stimmt es | is it true | je li točno |
| deine Stimme | your voice | tvoj glas |
| die Stimmung | the mood | atmosfera |
| das stimmt | that’s alright | to paše |
| bestimmen | determine | odrediti |
Hier wird deutlich, wie wenig es braucht, um im Deutschen einen Satz zu bilden, mit dem auch am Gemüsestand auf dem Marktplatz gepunktet werden könnte. - Er muss einem allerdings auch bei richtiger Gelegenheit einfallen. Am Werbestand zur Wiederbelebung der deutschen Gesinnung würde ich nicht gänzlich ausschließen, dass nach dem rotierenden Fragezeichen vor dem einen oder anderen Auge, entweder mit der Gegenfrage (»Willst du uns verarschen oder hast du nicht mehr alle Latten am Zaun?«) oder mit der Faust auf dem Auge zu rechnen ist.
Aber, es ist wie meist im Leben – nur das Ausprobieren bringt Klarheit in die Kloßbrühe.
Bilanzierend geht allerdings mein Rat in die Richtung, das Vorurteil, betitelt mit »Deutsche Sprache – schwere Sprache«, neu zu überdenken. Das quälende Eintrichtern von Vokabeln fällt weg. Ein Verbund von der Buchstaben »stimm« reicht vollkommen aus, um frischen Wind ins Gehirnstübchen wehen zu lassen. Es braucht lediglich die richtige Stim(m)ulanz (in diesem Fall liegt dem Autor eine Krankmeldung des zweiten m vor) und den Willen zur verbalen Kommunikation.- Ganz ohne die bestimmende Faust!
This is where it becomes clear just how little it takes to form a sentence in German that would also score points at the vegetable stall in the market place. - But you have to be able to come up with it at the right moment.
I wouldn't completely rule out the possibility that the rotating question mark in front of one eye or the other at the advertising stand of the right-wing-party for the revival of the German mentality might be followed by either a counter-question ("Are you kidding or are you in over your head?") or a fist to the eye.
But it's like most things in life - it's only trial and error that will bring clarity to the dumpling broth.To sum up, however, I'd like to suggest reconsidering the prejudice that German is a difficult language to learn.
There is no longer any need for the painful drumming up of vocabulary. Combining the letters "stimm" is all it takes to get the brain going. All you need is the right voulance and the will to communicate verbally - without the authoritative fist!
Sollten jedoch Störungen in der Verbindung zwischen Gehirn und Zunge verstärkt auftreten, kann das mit der deutschen Sprache dann aber doch etwas komplizierter werden.
Doch gehe ich davon aus, dass gleiches auch auf andere Sprachen zutreffen wird.
If, however, disturbances in the connection between the brain and the tongue have a strong influence, then the German language can become a little more difficult.
But I assume that the same applies to other languages as well.