Es ist solch ein Glück für die Menschheit - nein, es ist mehr, es ist ein Segen - das man als Räuber und Verbrecher glücklich werden darf. Ein Berufsbild, was sich für Millionen und Abermillionen von Menschen täglich erfüllt. Es ist eine Lebenseinstellung es ist das erstrebenswerte Ziel des Menschen, eine Gesellschaft zu entwickeln in welcher der Raub und das Verbrechen als höchste Tugend angesehen wird. Von kleinauf wird man dazu erzogen und ausgebildet um ein guter Räuber und perfekter Verbrecher zu werden. Die Intelligentesten von ihnen schaffen es bis an die Spitze. Die Meisten dieser Menschengattung sind jedoch nur mittelmäßig und müssen ihr Dasein als Trittbrettfahrer im Kollektiv bewältigen. Sie sind auf Gedeih und Verderb den Intelligentesten ausgeliefert, aber es lohnt sich allemal sie als Götter zu verehren, oder zumindest nicht zu widersprechen.
Fühlst Du dich angesprochen lieber Leser?
In einer wohlwollenden Sprache kann man es auch anders ausdrücken und der Leser fühlt sich bestimmt besser. Ob er es versteht oder auch nicht, meistens nicht.
Hier kommt wieder meine Geringschätzung des Lesers zum Vorschein und wird durch meine Arroganz aufgewertet. Aber man kennt sich ja selbst und wenn man dieses Ich mal angenommen hat lebt sich recht gut damit.
Aber ich versuch es einmal:
Der Mensch lebt in einem fortwährenden Kampf gegen die betäubende und sterilisierende Banalität des Alltags: ‚Was die Tätigkeit des Geistes einschläfert und ihn langsam verleitet, wie ein Automat zu leben, was dazu treibt, dass er den unmittelbaren Lebensgeschmack und Lebenssinn verliert, was ihn zu einem Luftschloss aus vulgären Begriffen und dummen Gewohnheiten zuführt, ist das Alltagsleben mit seinen üblichen Verrichtungen, seinen gewöhnlichen Bedürfnissen, seiner oberflächlichen Tätigkeit seiner fiktiven Intensität‘. Das geht so weit, dass mangelhafte Wachsamkeit ein beinahe moralisches Urteil verdient:
‚Das ganze Geschick des Bösen besteht darin, sich in einen häuslichen und diskreten Gott zu verwandeln, dessen Gegenwart nicht mehr beunruhigt‘.
Was eine schöne Entschuldigung, oder nicht? Sie wird durchaus möglich und auch anerkannt. Sie erfährt eine erhebliche Steigerung, wenn man jetzt noch Begriffe wie „Sozial“ oder auch „Wohltat“ einbindet, dann ist es Perfekt. Aber man darf nicht hinter die Masken blicken, denn dort ändert sich nichts. Der Räuber und der Verbrecher bleibt.
Es gibt 2 Szenarien wie sich eine Staatsgesellschaft entwickeln kann. Das eine ist von Aldous Huxley in „schöne neue Welt“ gezeichnet und das Andere von George Orwell in „1984“.

Im Klappentext von „schöne neue welt“ steht:
Aldous Huxleys „schöne neue Welt“ ist einer der berühmtesten Zukunftsromane des 20. Jahrhunderts. Anders als in George Orwells „1984“ besteht das Totalitäre bei Huxley nicht in unerbittlichen Kontrolle des Einzelnen durch einen Überwachungsstaat, eher im Gegenteil: Hier herrscht keine Bedrohung, hier haben alle Menschen am Luxus teil, leben in einem genormten Wohlfühlatmosphäre einer hoch entwickelten Gesellschaft, hier sind Elend und Krankheit überwunden, aber auch individuelle Freiheit und Kunst abgeschafft worden. Ein Wilder, der die längst verbotenen Texte Shakespeares auswendig kennt und sich sehnte nach der Neuen Welt, erlebte eine zerstörerische Enttäuschung, als er erkennen muss, wie der Staat die Menschen ruhig stellt und ihrem vermeintlichen Glück Stabilität verschafft.
Im Klappentext von Orwells (eigentlich Eric Arthur Blair) „1984“ steht im 2. Absatz:
Orwells Roman über die Zerstörung des Menschen durch eine perfekte Staatsmaschinerie ist längst zu einer scheinbar nicht mehr erklärungsbedürftigen Metapher für totalitäre Verhältnisse geworden. In fast alle Weltsprachen übersetzt und mehrfach verfilmt, hätte Orwell sein berühmtestes Buch auch 2000 nennen können (Münchner Merkur)
Wie sich Analysten aller Richtungen doch irren können. Sind beide Bücher tatsächlich Gegensätze zweier totalitärer Szenarien?
Wenn man seine Augen öffnet und der Wahrnehmung genügend Raum gibt, erkennt man, dass sich beide Werke schon lange vereint haben. Es ist die Perfektion der Staatsklemptner. Huxley braucht Orwell, wie Orwell Huxley braucht. Das eine Szenario kann nicht ohne das andere Szenario existieren. Huxley ist ohne Orwell nicht finanzierbar, es ist sogar undenkbar. Zwei Werke auf einem Goldstück, die sich in ein reales Phänomen entwickelt haben.
Man hatte mich einmal gefragt, wie man zum Anarchisten wird? Gute Frage!!! Damals antwortete ich: „Ich glaube wenn man erwachsen geworden ist, also nicht kalendarisch, sondern tatsächlich, könnte man zum Anarchisten werden“.
Heute 20 Jahre später und unzählige Analysen und Beobachtungen weiter ist die Antwort diese:
Wer bei all diesen Erkenntnissen nicht zum Anarchisten wird, kann sich nur als Räuber und Verbrecher wohlfühlen.
Mit anarchistischem Gruß
Euer Zeitgedanken