Eine Glosse
Das Problem des deutschen Fußballs ist sein Fan. Der konservative Fan wirkt verbohrt, will nur Siege sehen und bekommt vom Mainstream eine Mannschaft plus Inszenierung, die er als verschwult empfinden muß. Für den progressiven Fan ist der Fußball auch nur eine Bühne für seinen politischen Narzißmus. Es geht um Symbole und eine siegreiche Mannschaft ist ihm sowieso im Grunde unheimlich. Männerfußball ist vom Ansatz her chauvinistisch. Egal wie sehr man sich bemüht ihn bunt aussehen zu lassen. Nur gemischte Mannschaften ohne Foulspiel, und der Verlierer ist der moralische Sieger, sind akzeptabel. - Eine tiefe weltanschauliche Diskrepanz. Deshalb nutzt der Fan auch jede Gelegenheit sich gegenseitig schlechte Stimmung zu machen. Er schaukelt sich in schlechte Stimmung machen hoch. Nur im Frauenfußball ist von Deutschland in der Zukunft etwas zu erwarten. Neuer läßt die Bälle freiwillig rein und die Stürmer schießen aus Angst vor bösartigen Twitterkommentaren lieber daneben. Das ist politische Räson eines Landes, das freiwillig frieren will.
Hört sich ziemlich neurotisch an. Ist es auch. Deshalb ist es wohltuend sich keines dieser Spiele in der KO-Runde anschauen zu müssen. Relax und viel Glück für Messi und Lewandowski. Ronaldo auch.