Werden die Finanzmärkte zum Problem für Trump?
Will the financial markets become a problem for Trump?
Deutsch:
english below ⬇️
Crash nach dem Libration Day
Im April hatte D.J. Trump seinen großen Auftritt am Liberation Day. Er drohte quasi der ganzen Welt mit extremen Zöllen. Damit wollte und meinte er das kronische Handelsbilanzdefizit der USA in den Griff zu bekommen. Die Reaktion lies nicht lange auf sich warten. Die Politiker weltweit versuchten Trump zu besänftigen, damit die Handelsbeziehungen zu den USA nicht völlig zusammen brechen würden.
Was aber wohl viel entscheidender war, waren die Reaktionen an den Börsen. Die Kurse sackten massiv ab und das war sicher nicht im Sinne von Trump. Und sicher haben auch die Wirtschaftsbosse in den USA Einfluss auf Trump genommen, denn amerikanische Aktiengesellschaften dominieren nun mal den weltweiten Aktienmarkt.
Kurz vor dem WEF in Davos drohte Trump mal wieder damit Grönland zu übernehmen, evtl. auch mit Waffengewalt. Das war nun aber eine Eskalation, die auch die Europäer nicht so einfach hinnehmen wollten. Auf dem WEF gab es dann aber wieder mal eine Kehrtwende von Trump, TACO (Trump always chickens out). Wie ist es aber dazu gekommen?
Waren es die Dänen, die als Reaktion auf Trumps Drohung US-Staatsanleihen verkauften? Waren es die europäischen Überlegungen die Finanz-Bazooka scharf zu stellen? Ja, ich denke schon, dass das Eindruck gemacht hat bei Trump.
Denn Trump hat ein Problem. Zum einen will er das Handelsbilanzdefizit verringern. Zum anderen will er die sehr hohen Staatschulden der USA verringern. Sein Patentrezept dafür, Zölle, sinkende Zinsen und den Dollar abwerten. Sinkt der Dollar, ist es einfacher / billiger die Staatsschulden zurück zu zahlen. Sinkende Zinsen reduzieren die Kosten für die Staatsschulden.
Aber macht Trump da einen Denk- oder Rechenfehler?
Dollar verliert an Einfluß
Euro/Dollar Wechselkurs
Etwa 30 % bis 34 % aller US-Staatsanleihen befinden sich in den Händen ausländischer Gläubiger. Das heißt 2/3 der Staatsanleihen werden von US-amerikanischen Investoren gehalten.
Größenordnung: 30 Billionen US-Dollar public / 38 Billionen gesamt (source Google)
Betrachten wir mal einen europäischen Investor. Nehmen wir an, der Investor kauft Anleihen mit einem nominalen Zins von 4%. Die USA haben bisher eine sehr gute Bonität, da die Anleihen in aller Regel zurück gezahlt werden. Aber was bekommt der Investor am Ende der Laufzeit zurück? Nun, er bekommt jährlich 4% Zinsen ausbezahlt und am Ende der Laufzeit den Betrag zu 100% in Dollar. Nun hat aber der Dollar alleine in 2025 15% an Wert verloren gegenüber dem Euro. Das heißt, der Wertverlust übersteigt schon in 1 Jahr fast die Zinsen für 4 Jahre. Wenn das so weiter geht, und das ist ja die Absicht von Trump, dann erhält der Investor zwar regelmäßig seine Zinsen. Aber der Wertverlust übersteigt schon nach 2 oder 3 Jahren den Gewinn durch Zinsen. Warum sollte also jemand bei diesen Aussichten in US Staatsanleihen investieren?
Wenn also die internationalen Investoren zögern, die Anleihen zu kaufen muß die FED darauf reagieren. Sie könnte die Zinsen erhöhen, aber damit würde sie genau das Gegenteil von dem machen, was Trump will. Sie könnte versuchen, mehr Staatsanleihen bei amerikanischen Investoren zu platzieren. Aber da hat die FED im Moment selbst in den USA starke Konkurrenz. BigTech investiert gerade Milliarden wenn nicht Billionen in die KI-Infrastruktur und das nicht nur aus Cash-Beständen, sondern ebenfalls durch Kredite. Und die großen Techkonzerne haben so wie die FED ebenfalls eine gute Bonität. Als Investor würde ich daher mein Geld dort investieren, wo ich bei ähnlicher Sicherheit evtl. die höheren Zinsen bekomme.
Zurück zu den Zöllen, die haben dazu geführt, dass sich das Finanzministerium über Milliarden an Mehreinnahmen freuen kann. Aber es gibt Untersuchungen, dass ein Großteil der Kosten durch die Zölle nicht von den ausländischen Lieferanten getragen werden. Die Zölle werden überwiegend auf die Preise der importierten Produkte drauf geschlagen und damit sind diese für die amerikanischen Verbraucher teurer. Und das bedeutet höhere Inflation was die FED eigentlich zu Zinserhöhungen zwingen würde.
Höhere Inflation bedeutet aber auch, wenn die Löhne nicht entsprechend steigen, dass der amerikanische Bürger am Ende des Monats weniger Geld in der Tasche hat. Und das bedeutet eben auch, dass er weniger Geld zur Verfügung hat um dieses evtl. in Staatsanleihen zu investieren. Und weniger Geld am Ende des Monats bedeutet eben auch weniger Geld für Konsum. Die amerikanische Wirtschaft ist aber stark abhängig vom Konsum. Geht der zurück, dann bekommt auch die Wirtschaft Probleme und das ist nicht das, was Donald Trump anstrebt und seinen Wählern versprochen hat.
Mein Fazit: Die Finanz- und Aktienmärkte zwingen Trump immer wieder seine großspurigen Ankündigungen zurück zu nehmen. Und Trump schaut eben sehr genau darauf, wie diese auf seine Politik reagieren.
english:
Crash after Libration Day
In April, D.J. Trump made his grand entrance on Liberation Day. He threatened virtually the entire world with extreme tariffs. He claimed this was how he wanted to get the chronic US trade deficit under control. The reaction was swift. Politicians worldwide tried to appease Trump to prevent a complete collapse of trade relations with the US.
But what was probably far more decisive were the reactions on the stock markets. Prices plummeted, and that certainly wasn't what Trump had in mind. And surely the business leaders in the USA also had an influence on Trump, because American corporations dominate the global stock market.
Shortly before the World Economic Forum in Davos, Trump once again threatened to annex Greenland, possibly by force of arms. This was an escalation that even the Europeans weren't willing to accept so easily. At the WEF, however, Trump once again reversed course – TACO (Trump always chickens out). But how did this come about?
Was it the Danes who sold US Treasury bonds in response to Trump's threat? Was it the European considerations of arming the financial bazooka? Yes, I think that certainly made an impression on Trump.
Because Trump has a problem. On the one hand, he wants to reduce the trade deficit. On the other hand, he wants to reduce the very high US national debt. His tried-and-tested formula for this: tariffs, lower interest rates, and a devalued dollar. If the dollar falls, it's easier/cheaper to repay the national debt. Lower interest rates reduce the cost of the national debt.
But is Trump making a mistake in his reasoning or calculations?
Dollar Losing Influence
Euro/Dollar Exchange Rate
Approximately 30% to 34% of all US Treasury bonds are held by foreign creditors. This means that two-thirds of the Treasury bonds are held by US investors.
Ordinary size: 30 trillion US dollars public / 38 trillion total (source Google)
Let's consider a European investor. Suppose the investor buys bonds with a nominal interest rate of 4%. The US has a very good credit rating so far, as the bonds are generally repaid. But what does the investor receive at the end of the term? Well, they receive 4% interest annually and the full amount in dollars at maturity. However, the dollar alone lost 15% of its value against the euro in 2025. This means that the depreciation in value will almost exceed the interest payments for four years in just one year. If this continues, which is Trump's intention, the investor will indeed receive their interest payments regularly. But the depreciation in value will exceed the interest gain after just two or three years. So why would anyone invest in US Treasury bonds given these prospects?
So, if international investors hesitate to buy the bonds, the Fed has to react. It could raise interest rates, but that would be the exact opposite of what Trump wants. It could try to place more government bonds with American investors. But the Fed currently faces stiff competition, even within the US. Big Tech is investing billions, if not trillions, in AI infrastructure, not just from cash reserves, but also through loans. And the major tech companies, like the Fed, have excellent credit ratings. As an investor, I would therefore invest my money where I could potentially get higher interest rates with similar security.
Returning to the tariffs, they have resulted in billions in additional revenue for the Treasury Department. However, studies indicate that a large portion of the tariff costs are not borne by foreign suppliers. The tariffs are primarily passed on to the imported products, making them more expensive for American consumers. This, in turn, leads to higher inflation, which would normally force the Fed to raise interest rates.
Higher inflation also means that if wages don't rise accordingly, Americans have less money in their pockets at the end of the month. And that means they have less money available to potentially invest in government bonds. Less money at the end of the month also means less money for consumption. The American economy is heavily dependent on consumption. If that declines, the economy will suffer, and that's not what Donald Trump wants or what he promised his voters.
My conclusion: The financial and stock markets are constantly forcing Trump to retract his grandiose pronouncements. And Trump is watching very closely how they react to his policies.
Bitte beachten:
Ich bin evtl. in die genannten Aktien investiert.
Hinweis nach WPHG §34b
Dies ist keine Anlageberatung sondern nur meine eigene bescheidene Sichtweise.
Please note the information below!
I may be invested in the stocks mentioned.
Note according to WPHG §34b to clarify possible conflicts of interest
This is not investment advice but only my own humble view.
Translation with Google, Deepl // Not financial advice, just my humble opinion
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