Der Automobilzulieferer Bohai Automotive in Harzgerode steht vor dem Aus – und bei den Beschäftigten geht die Existenzangst um. Am Dienstag haben Hunderte vor Ort für den Erhalt ihrer Jobs demonstriert.
Mitarbeiter Torsten Schubbert sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die Stimmung in der Belegschaft sei am Boden. Er selbst arbeite seit einem Vierteljahrhundert im Unternehmen und habe seine Familie hier durchgebracht. Auch Maschinenbediener Sven Arndt erklärte, es sei nicht zu verstehen, was passiere. "Da blutet einem das Herz, wenn man sowas hört, dass jetzt die Produktion nach China ausgelagert werden soll."
Mein persönliches Fazit:
Was Mindset-Veränderungen bewirken können.
Bereits vor acht Jahren stand ich bei dieser Firma an genau derselben Stelle. Damals habe ich mich für Arbeitssicherheit eingesetzt, weil Schutzeinrichtungen defekt waren. Das Ergebnis: Ich wurde im Unternehmen gemobbt. Kollegen wurden gegen mich aufgebracht mit der Aussage, ich würde Arbeitsplätze gefährden.
Deshalb bin ich heute nicht besonders traurig über die Nachricht der Insolvenz. Diese Angst vor Arbeitsplatzverlust wurde von der Geschäftsleitung ohnehin regelmäßig über die Mitarbeiter verbreitet.
Nachdem ich das Unternehmen mit einer kleinen Abfindung verlassen musste, habe ich mit 38 Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Viele ehemalige Kollegen haben darüber gelächelt. Aussagen wie „Das wird sowieso nichts“ oder Augenrollen beim Existenzgründerkurs über „noch einen Hausmeisterservice“ musste ich über mich ergehen lassen. An mich geglaubt hat damals kaum jemand.
Rückblickend waren genau diese Rückschläge meine größte Motivation. Ich wollte unabhängig werden, mich selbst vermarkten und nie wieder in der Angst leben müssen, von einem Chef unter Druck gesetzt zu werden oder den Arbeitsplatz zu verlieren.
Nach sieben Jahren kann ich sagen: Der Weg als Unternehmer ist nicht einfach, aber er hat sich gelohnt. Heute besitze ich vier Immobilien, bin vom Arbeitnehmer zum Arbeitgeber geworden und beschäftige mich zusätzlich mit spekulationen in Kryptowährungen.
Niemand wird als Unternehmer geboren. Es ist eine tägliche Herausforderung, an der man wächst.
Manchmal ist der Verlust eines Arbeitsplatzes nicht das Ende — sondern der Anfang eines neuen Weges in Richtung Freiheit und Selbstbestimmung?
English
The automotive supplier Bohai Automotive in Harzgerode is facing closure—and fear for their livelihoods is spreading among the workforce. On Tuesday, hundreds of employees demonstrated on-site to demand the preservation of their jobs.
Employee Torsten Schubbert told MDR SACHSEN-ANHALT that morale among the staff is at rock bottom. He himself has worked at the company for a quarter of a century and has supported his family through his work there. Machine operator Sven Arndt also stated that what is happening is simply incomprehensible. "It breaks your heart to hear something like this—that production is now going to be outsourced to China."
My Personal Conclusion:
What a Shift in Mindset Can Achieve.
Eight years ago, I stood at this very same spot at this very same company. Back then, I advocated for workplace safety because protective equipment was defective. The result: I was bullied within the company. Colleagues were turned against me with the claim that I was jeopardizing their jobs.
That is why, today, I am not particularly saddened by the news of the insolvency. After all, the fear of job loss was something the management regularly used to instill fear in the employees anyway.
After being forced to leave the company with a small severance package, I took the leap into self-employment at the age of 38. Many former colleagues merely smirked at the idea. I had to endure comments like, "That’s never going to amount to anything," as well as eye-rolling during my business start-up course at the sight of "yet another janitorial service." Back then, hardly anyone believed in me.
In retrospect, those very setbacks turned out to be my greatest motivation. I wanted to become independent, market myself, and never again have to live in fear of being pressured by a boss or losing my job.
After seven years, I can say: The path of an entrepreneur is not easy, but it has been worth it. Today, I own four properties, have transitioned from employee to employer, and am also involved in cryptocurrency speculation.
No one is born an entrepreneur. It is a daily challenge—one through which you grow.
Sometimes, losing a job is not the end—but rather the beginning of a new path toward freedom and self-determination?