Mit diesem Artikel habe ich mich schwer getan. Der einfache Grund dafür: Es handelt sich um sehr unterschiedliche Gesteinsgruppen, die alle so aussehen, wie man sich Basalt halt vorstellt. Ohne Hilfsmittel angeschaut, kann man sie nicht unterscheiden. Selbst die Gestalt im Gelände ist nahezu gleich - alle neigen dazu, beim Erstarren Säulen zu bilden. Es würde keinen Sinn machen, diese Gesteine hier hochwissenschaftlich aufzugliedern. Zumal beispielsweise durch Druck und Hitze umgewandelte Tephrite letztlich auch wissenschaftlich wieder zu (Paläo-) Basalten werden... Es musste also eine Vereinfachung her. Die sieht so aus, dass jedes dunkle Gestein aus den obigen Gruppen als "Basalt" firmiert. Wir sprechen hier also, wissenschaftlich gesehen, über die Gruppen:
Gesteine > magmatisches Gestein und Sediment > kristallin magmatisches Gestein > normal kristallines Gestein > feinkörnig kristallines Gestein > basaltisches Gestein (jede Menge Untergruppen)
und
Gesteine > magmatisches Gestein und Sediment > kristallin magmatisches Gestein > normal kristallines Gestein > feinkörnig kristallines Gestein > tephritisches Gestein (auch jede Menge Untergruppen)
Nephelin-Tephrit als Beispiel. Deutlich zu erkennen die helle Verwitterungskruste. Bildbreite ca. 12 cm.
Allen gemeinsam ist, dass es sich um magmatische Gesteine handelt, wie aus der der wissenschaftlichen Einordnung ja schon hervorgeht. Sie entstanden bei vulkanischen Aktivitäten. Auf dem langen Weg zur Erdoberfläche kam das Magma mit anderen Gesteinen in Berührung, was die vielen Untergruppen erklärt. Basalte im engeren Sinne bilden heute das Hauptgestein der Meeresböden der Erde. Auch an Land gibt es riesige Gebiete, die nach Vulkanausbrüchen von Magma geflutet wurden, das anschließend teils kilometerdick zu Basalt erstarrte, wobei sich große Plateaus bildeten. Zu finden sind die beispielsweise in Sibirien und Indien. Deutschland hat "nur" den ganz kleinen Bruder davon abbekommen (Rhön, Vogelsberg). Dafür gibt es im Erzgebirge, der Oberlausitz und an vielen anderen Stellen der Mittelgebirge lokale Vorkommen geringerer Ausdehnung.
Der Aufschluss zum oben abgebildeten Stein:
Was wir hier als Basalt bezeichnen, ist ein dunkles, sehr feinkörniges bis dichtes Gestein. Das heißt, mit dem bloßen Auge und vielfach auch nicht mit einer Lupe sind Hauptbestandteile auszumachen Es glitzert nur ein bisschen, wenn man das Fundstück im Sonnenlicht dreht. Dazu muss so ein Stein übrigens aufgeschlagen werden. Basalt bildet bei Witterungseinfluss eine Kruste, die vielfach hell aussieht.
Welche Minerale bilden diese Gesteine? In Basalt im engeren Sinne sind enthalten: Plagioklas, Augit, Olivin und geringe Teile Titanomagnetit. Die anderen Gruppen enthalten Nephelin, Plagioklas, Leucit, Pyroxen und in geringen Anteilen verschiedene andere Minerale und fremde Einschlüsse. Es fällt auf: Es gibt keinen Quarz in diesen Gesteinen.
Basalte haben wirtschaftliche Bedeutung. Durch die teils säulige Erstarrungsform und ihre Witterungsbeständigkeit und Festigkeit werden sie als Mauersteine oder Uferbefestigungen sowie als hochwertiger Schotter gewonnen. Bei der Verwitterung in subtropischen Klima entstehen Aluminium- und Eisenerzlagerstätten. Die hier beschriebenen Gesteine sind magnetisch, d.h. sie stören das Erdmagnetfeld. Die Wissenschaft nutzt das, um die Polbewegungen in der Erdgeschichte zu rekonstruieren.
Folgt man der obigen, einfachen Beschreibung, gibt es Verwechslungsmöglichkeiten mit Ganggesteinen (Mikrogabbro) und Lamprophyren. Jedenfalls, so lange man den Aufschluss nicht vor sich sieht, sondern nur auf Lesesteine zurückgreift.
Viel Spaß beim Finden!