Vorab: Die Überschrift und ein größerer Teil des Textes standen bereits am Donnerstag und beziehen sich auf die Kommentare unter der letzten und mindestens einer weiteren Stammtischeinladung. Jetzt sehe ich mich weiter bestärkt, mich hierzu zu äußern.
Den Begriff "Apologeten" halte ich für nicht angemessen, wenn auch nicht für völlig abwegig. Auch die etwas aggressive und kurz angebundene Ausdrucksweise von halte ich für nicht hilfreich, da es so die andere Seite sehr wahrscheinlich nicht versteht und die Fronten sich verhärten. Allerdings kann ich ihn auch gut verstehen.
Da ich seit Oktober 2017 auch Teilnehmer beim Wiener Stammtisch war (zuletzt bei Lockdown-Online-Terminen) und einige Zeit auch dessen Organisator, sehe ich mich veranlasst, mich nach reiflicher Überlegung in den Disput zwischen dem jetzigen Organisator (dass
mitorganisiert, habe ich erst letztes Wochenende erfahren) und
einzuklinken, um eine Schlichtung und eine Lösung der zugrundeliegenden unguten, schwierigen Situation anzuregen. Wer nicht weiß, worum es geht, kann es u. a. im Kommentarbereich der Einladung zum Februar-Stammtisch nachlesen.
Grundproblem
Der Hintergrund ist, dass in Österreich für den Besuch von Restaurants (und damit auch für die Teilnahme am Stammtisch, so wie es momentan gehandhabt wird) die 2G-Regel gilt. Damit ist - und alle weiteren ungespritzten Teilnehmenwollenden - von der persönlichen Teilnahme vor Ort von vornherein bewusst ausgeschlossen.
Das heißt natürlich nicht, dass dieser Ausschluss von irgendjemand beim Stammtisch gewollt ist. Aber er wird halt von den Organisatoren und den weiteren Teilnehmenden augenscheinlich ohne weiteres und ohne Kommunikation dieses Problems mit Ungespritzten billigend in Kauf genommen. Mir ist zumindest nichts anderweitiges bekannt.
Das soll aber kein Vorwurf sein. Ausgehend davon, dass ich ein paar Wochen brauchte, um mir über diese komplexe Konstellation und Problemlage ein klares Bild zu machen und eine klare Haltung dazu einzunehmen (und ich mich dabei der Position von langsam angenähert habe) und mir dann eine Lösung einfiel, nehme ich an, dass den Teilnehmern die Tragweite und die Implikationen dieser Situation nicht hinreichend bewusst sind.
Am 16.11.21 schrieb ich im Kommentarbereich der Einladung für den Dezember-Stammtisch (der dann aber eh online stattfinden musste wegen zwischenzeitlicher Lockdown-Verhängung) u. a.:
Die Giftspritzen-Apartheid ist halt jetzt leider auch in der Hive-Community angekommen.
Ich muss leider sagen, dass ich nach wie vor zu dieser Aussage stehe (der Wortteil "Gift" ist hier entbehrlich). Kommen sehen hatte ich das schon im August oder September.
Es nützt praktisch nichts zu bekunden, dass man besagte 2G-Regel ablehnt, aber durch sein Tun diese zur Entfaltung und Wirkung bringt, ihr also trotz Vorhandenseins mindestens einer Alternative stattgibt und aktiv dabei mitmacht, solche Regeln schlagend werden zu lassen und damit Spaltung, Ausgrenzung und Apartheid (wenn auch ungewollt) Vorschub leistet.
Daran ändert sich auch nichts Wesentliches, wenn man die zusätzliche Möglichkeit zur Online-Teilnahme eröffnet, da ausgesperrte Teilnehmer, die dann online dabei sind, diskriminierte Teilnehmer 2. Klasse sind. Ja, natürlich ist das gut gemeint und es will sicher auch kein Organisator diskriminieren und 2 Kasten von Teilnehmern haben, aber so geht es sich dann halt nun mal aus.
Folgeproblem
Während des Schreibens dieses Beitrags fiel mir noch ein Problem ein: Die Dunkelziffer von ungespritzten Teilnehmenwollenden, welche sich nicht zu Wort melden, da sie ja wissen, dass sie eh nicht kommen können. Da fallen mir ein:
- noch unbekannte Interessenten
- frühere Teilnehmer, die schon länger nicht mehr dabei waren, aber gern wieder dabei wären, wenn sie dürften (was auf mich dann zutrifft, wenn ich mal wieder in Wien bin)
Hiermit habe ich also gerade die Dunkelziffer reduziert. Wenn man annimmt, dass die Quote der vollständig Gespritzten ohne Booster in Österreich von 74,7 %
auch in etwa auf die Stammtischteilnehmer und -teilnehmenwollenden zutrifft, ergibt sich:
- 8 Teilnehmer waren es beim letzten Stammtisch, welche den 74,7 % entsprechen.
- ➡️ Auf 100 % hochgerechnet sind das etwa 10,7, also rund 11.
- ➡️ Damit hätten also vermutlich 3 Ungespritzte gern teilgenommen, nicht nur
(vielleicht ja auch seine Tochter
).
Lösungsvorschlag
Natürlich sollte der Stammtisch grundsätzlich als reales Treffen zwecks persönlichem Kennenlernen und Treffen und direktem Austausch stattfinden. Aber in dieser noch nie da gewesenen - und hoffentlich nie wiederkehrenden - abartigen und sehr gefährlichen Situation wäre mE eine sorgfältige Abwägung angebracht, auf welche Art und Weise man den Stammtisch abhält.
Es sollten mE aber nicht nur die Organisatoren sorgfältig abwägen, sondern alle Beteiligten, womit ich auch alle momentan ausgeschlossenen Teilnehmenwollenden und alle Interessenten meine (auch wenn diese nur an einem Online-Treffen interessiert sein sollten).
Damit nun die Organisatoren möglichst strukturiert erfahren können, was all die Beteiligten meinen und andererseits alle selbigen deutlich mitbekommen, dass sie gefragt sind und es gleichzeitig sehr einfach, übersichtlich und schnell geht, die Teilnahme also maximal niederschwellig ist, wäre eine förmliche Abstimmung mE sehr hilfreich (gibt's dPoll noch?).
Die Optionen wären:
- Stammtisch in einem Gastronomiebetrieb ohne gleichzeitige Online-Teilnahme
- Stammtisch in einem Gastronomiebetrieb mit gleichzeitiger Online-Teilnahme
- Stammtisch in privaten oder gewerblichen Räumen (falls in ausreichend großer Anzahl erlaubt, vor allem bei Teilnahme von Ungespritzten) ohne gleichzeitige Online-Teilnahme
- Stammtisch in privaten oder gewerblichen Räumen mit gleichzeitiger Online-Teilnahme
- reiner Online-Stammtisch
In den warmen Monaten kämen noch ein paar Optionen dazu:
- Stammtisch im Außenbereich eines Gastronomiebetriebes (wenn dort Ungespritzte Zutritt haben, drinnen aber nicht) ohne gleichzeitige Online-Teilnahme
- Stammtisch im Außenbereich eines Gastronomiebetriebes mit gleichzeitiger Online-Teilnahme
- Stammtisch irgendwo draußen (Park, Wald, Wiese etc.), falls in ausreichend großer Anzahl erlaubt, vor allem bei Teilnahme von Ungespritzten, ohne gleichzeitige Online-Teilnahme
- Stammtisch irgendwo draußen mit gleichzeitiger Online-Teilnahme, falls technisch möglich
Meine Sicht
Für mich käme momentan nur der reine Online-Stammtisch uneingeschränkt in Betracht. Denn nur dieser gewährleistet, dass alle Teilnehmer und Interessenten einander immer völlig gleichgestellt sind. Unter Umständen wäre ich auch für weitere Optionen. Wenn
- Treffen von Gespritzten und Ungespritzten in ausreichend großer Gesamtanzahl und in beliebiger Kombination erlaubt sind und damit
- die gleichzeitige Online-Teilnahme für mich rein für die Fernteilnahme da ist, ich also nicht deswegen online teilnehme, weil ich vor Ort nicht dabei sein darf, sondern ausschließlich nur deswegen, weil ich zu weit weg bin,
würde auch das für mich passen.
Wenn aber eine 3G-Regel gälte, wäre die Teilnahme für mich keine Option. Denn wenn Ungespritzte einen Test auf sich nehmen müssen (auch wenn er vielleicht kostenlos ist), die anderen aber nicht, ist auch das eine diskriminierende Ungleichbehandlung. Dann würde ich auch eine zusätzlich mögliche Online-Teilnahme ablehnen.
Wenn ich
- noch in Wien leben würde und
- noch Stammtisch-Organisator wäre und
- gespritzt wäre
würde ich also ganz konsequent am von mir organisierten Stammtisch nicht teilnehmen! Vielleicht kann mein Beitrag auch für weitere Treffen im deutschsprachigen Raum eine Anregung sein.
Gerade wir Österreicher und Deutschen sollten in solchen staatskriminellen Zeiten sehr kritisch, vorsichtig, achtsam und konsequent sein!!
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