Schaue ich nun so auf den Kalender, lässt es sich nicht mehr leugnen, dass das Jahr zu Ende geht und nur noch wenige Stunden dieses Jahr bleiben werden. Zu wenig um „geschäftlich“ noch etwas zu reißen. Daher gibt es heute einen kleinen allgemeinen Rückblick über das vergangene Jahr. In den nächsten Tagen werden dann die einzelnen Bereiche in gesonderten Artikeln etwas genauer ins Auge gefasst.
Das Ganze soll nicht der Prallerei dienen (Achtung Spoiler, dass dies Jahr auch gar nicht möglich), sondern soll vielmehr Euch eine Möglichkeit geben Eurer eigenes Portfolio ein wenig zu vergleichen. Sei es um ein wenig Trost zu spenden, wenn es nicht so gut lief oder halt eben als Bestätigung, dass ihr statt dessen auf das richtige Pferd gesetzt habt. Wir sprechen in dieser Gesellschaft viel zu wenig über solche Dinge und daher möchte ich gerne eine Option bieten.
Wie man bereits zwischen den Zeilen lesen kann, ist das Jahr 2018 für mich finanziell nicht besonders gut gelaufen. Ich beziffere meinen aktuellen Verlust auf ca. 8,5% und stelle damit leider einen sehr negativen eigenen Rekord auf. Nur wenige Jahre liefen wirklich so schlecht wie dieses Mal. Man denke nur mal an die Krptos und den größeren Korrekturen im vierten Quartal dieses Jahres. Dazu gesellen sich noch einige individuelle Aktien, die sich extrem schlecht entwickelt haben.
Normalerweise strebe ich ein Wachstum jedes Jahr von 4% an. 2+2. 2% aus Kursen, 2% aus Dividenden/Zinsen. Damit schlage ich das Wachstum am Markt und habe nach Inflation auch immer noch etwas in der Tasche. Die letzten Jahre habe ich das Ziel ebenfalls verfehlt, allerdings stark nach oben. Entsprechend drücke ich eben auch keine Träne heraus. Trotz der herben Verluste, bin ich immer noch auf dem Niveau vom Frühjahr 2017 und somit insgesamt immer noch weit im Plus.
Es gibt also keinen Grund von den Wertpapierskeptiker unter Euch zu feixen und zu sagen: Siehste, an der Börse verliert man eben alles! Aber die Börse ist eben auch keine Einbahnstraße und man muss sich bewusst machen, dass nach einigen guten Jahren, eben auch eine schlechte kommt. Und genau dies ist jetzt eben einmal eingetreten. Viel mehr betrübt es mich, dass immer noch schwarze Wolken am Horizont sind. Ich glaube nicht, dass die Krise bereits durchgestanden ist.
Zuviele schlechte und unsichere Faktoren dominieren momentan in der Welt, so dass ich weiter mit einer Talfahrt rechne. Meine Strategie dazu: Abwarten und Tee trinken. Allerdings werde ich wohl bis mindestens März nicht mehr nachkaufen, sondern nur aktiv beobachten. Die Sache mit dem Brexit muss endlich vom Tisch. Bis dahin lohnt es sich IMHO eher die Kriegskassen ein wenig zu füllen.
Am Ende ist es eben ein subjektives Gefühl und sagt nicht viel aus. Aber ins Jahr 2018 bin ich sehr optimistisch gegangen. Wie die Jahre zuvor auch wurde wieder ein „Turbulentes Jahr“ vorhergesagt und ich habe durchaus hier in einigen Kommentar gesagt, dass ich glaube das wir die 15k-Grenze knacken werden. Nun sind wir bei 10k+ und das Ziel ist klar verfehlt worden.
Ergibt sich für mich, dass ich im letzten Jahr sehr optimistisch war und nun eher ein wenig skeptischer. Das kann diesmal genauso falsch sein. Aber ich halte es immer für wichtig, dass man sich einmal dessen bewusst macht, wie es emotional zum Jahreswechsel in einem aussieht. Nicht einmal unbedingt damit man investieren kann, aber damit man etwas mehr auf sich achten kann und in einer Pessimistischen Phase sich lieber ein wenig mehr auf die wichtigen Dinge im Leben konzentriert als kleinen Ausgleich.
Sehr stolz hingegen bin ich auf die Sparquote die ich dieses Jahr gehalten haben. Immerhin habe ich den Plan um fast 50% geschlagen und wesentlich mehr Geld investiert als ich es eigentlich eingeplant hatte. Schaue ich mir das Gesamtergebnis an, dann war ich im letzten Jahr extrem sparsam und komme ganz dicht an die rote Linie mit den lebensnotwendigen Kosten auf die man nicht verzichten kann. Ja, hätte es nicht den Urlaub gegeben, wäre ich sogar darüber gekommen. Das ist super und wird sich hoffentlich langfristig lohnen.
Auf der anderen Seite möchte ich eben auch nicht nur des Sparens wegen Arbeiten. Ich habe privat einen kleinen Investitionsstau. Einige Dinge am Haus, die Rechner werden langsam nicht nur alt, sondern historisch und auch der eine oder andere private Wunsch erwächst langsam immer stärker. Entsprechend werde ich im neuen Jahr die Sparquote etwas absenken und mehr Geld auf die hohe Kante legen, damit man auch mal ein wenig mehr konsumieren kann. Ich halte es daher für ausgeschlossen die Sparquote im nächsten Jahr zu halten.
Von den Investments gab es einen kleinen Wechsel. Während im vorletzten Jahr Kryptos wesentlich mehr im Fokus standen, habe ich im letzten Jahr nur sehr wenige Positionen gekauft. Dafür ist die Testphase für P2P-Kredite beendet und ich akzeptiere sie als wichtige Säule in meinem Portfolio. Entsprechend wuchs dort eben auch die Beteiligung stärker an und stabilisiert damit als einer der wenigen Dinge mein Portfolio etwas.
Grundlegend glaube ich auf einem richtigen Weg zu sein. Fast überall in meinem Umfeld sieht die Lage ähnlich aus und das Jahr 2018 löst keine Begeisterung aus. Vielleicht getrieben durch den stärkeren Pessimismus, werde ich vermutlich erstmal im neuen Jahr in den Bereich Edelmetalle gehen und eine kleinere Position im Portfolio aufbauen. Diese wird nicht besonders groß sein, da ich eben kein Freund von Kapital bin, dass nicht richtig arbeiten kann. Und so ein Goldstück liegt eben nur stumpf da und sieht nur schön aus.
Ich betrachte es dann aber eben auch nicht als Invest, sondern eher als eine Versicherung. Die Idiotenquote in der Welt steigt von Jahr zu Jahr und da sollte man vielleicht doch ein wenig Vorsorge betreiben und sich noch etwas breiter aufstellen.
Insgesamt habe ich eine kleine versteckte Agenda. Mein ultimatives Ziel ist es, soviel über Erträge zu erhalten, dass ich meine Erwerbstätigkeit nicht mehr nachgehen müsste. Ich habe also nicht einen Geldbetrag x im Auge, sondern rechne eher prozentual. Momentan sind davon 7,3% erreicht. Dies hört sich erst einmal nicht nach besonders viel an, aber es ist natürlich netto und wenn man das auf den Jahreslohn ansetzt, ist das schon ein kleiner Unterschied.
Trotzdem ist das Jahr nun zu Ende. In diesem Sinne wünsche ich Euch für heute erstmal einen guten Rutsch und eine nette Zeit mit Freunden und Familie. Kommt gut rein! Und sollte dies Jahr finanziell nicht so rosig für Euch ausgesehen haben, nehmt es Euch nicht so sehr zu Herzen! Wir haben im neuen Jahr mehr als genug Zeit um uns damit zu befassen! :)