Am Mittwoch der vergangenen Woche machten sich mein alter Herr und ich auf nach Frankfurt. Unser Ziel war die aktuell im Städel Museum stattfindende Ausstellung zum großartigen Künstler Victor Vasarely.
Der Künstler
Vasarely wurde 1906 in Ungarn geboren und zog mit 24 von Budapest nach Paris. Dort arbeitete er zunächst als Designer für Poster und entdeckte in dieser Zeit sein Faible für die Kunst der optischen Täuschung. Ab Mitte der 1940er Jahre widmete er sich dann gänzlich der Malerei und entwickelte nach und nach immer mehr seinen eigenen Stil optischer Täuschungen. Dadurch gilt er heute als Mitbegründer der sogenannten Op-Art:
Die Op-Art oder optische Kunst ist eine Stilrichtung der bildenden Kunst der 1960er Jahre, die mit Hilfe präziser abstrakter Formmuster und geometrischer Farbfiguren beim Betrachter überraschende oder irritierende optische Effekte, die Vorstellung von Bewegung, Flimmereffekte und optische Täuschungen erzeugt.
Bilder seiner späten Schaffensphase sind beispielsweise diese vier Exemplare:
Ebenfalls Teil der Ausstellung ist die von Victor Vasarely geschaffene architektonische Gestaltung des Speisesaals der Deutschen Bundesbank:
Mein persönlicher Favorit unter all seinen Bilder ist jedoch jenes:
An diesem Bild gefällt mir besonders die Auswahl der Farben, die Schattierung und der Effekt der Bewegung, wenn man das Bild lange genug betrachtet!
Zum Abschluss unseres Museumsaufenthaltes trennten sich Papas und meine Wege: er ging in den Keller zur Kunst der Gegenwart und mich zog es nach oben zu den alten Meistern. Ich wurde jedoch leider etwas enttäuscht, da der Schwerpunkt hier eindeutig auf sakraler Kunst liegt. So genoss ich einige Minuten den Ausblick über den Main und holte dann Papa im Keller ab. Dabei wurde – mal wieder – meine Einstellung bestätigt, dass ich mit moderner Kunst einfach nichts anfangen kann. Ich meine... eine schwarze Leinwand, ernsthaft?
Doch dieses Gebilde finde ich zugegebenermaßen sehr anmutend:
Ich empfehle diese eindrucksvolle Ausstellung Victor Vasarelys allen, die zum einen die Entwicklung eines so beeindruckenden Künstlers nachvollziehen möchten und zum anderen jenen, die Vergnügen daran finden, ein Bild zweimal betrachten zu müssen!
Habt alle ein schönes Wochenende!
Eure meluni
PS: Jetzt hätte ich fast das angekündigte Giveaway vergessen! Ich habe im Museumsshop des Städel eine sehr schöne Postkarte mit einem Vasarely-Motiv erworben. Wenn es unter euch jemanden gibt, dem ich mit dieser Postkarte eine Freude machen kann, so sage er Bescheid und schicke mir seine Adresse bitte im Discord oder als verschlüsseltes Memo!
Und zum Schluss noch einen lieben Dank an meinen Papa für die Bereitstellung und das Zusammenschneiden der (meisten) Bilder! _