Hallo zusammen!
Nachdem ich bereits in meinem introduceyourself-Post meine Faszination für Sprache andeutete, möchte ich heute über eines meiner Lieblingsthemen sprechen: Redewendungen! Ich finde, sie sind eine wunderbare Symbiose von Sprache und Kultur. Bisher habe ich noch keine Sprache kennengelernt, in der es dieses Konzept nicht gibt, was es meiner Meinung nach noch interessanter macht.
Redewendungen, die aus Bereichen wie Religion, Sport oder Krieg stammen, lassen sich in fast jeder Sprach wiederfinden. Nehmen wir als Beispiel die Redewendung „für jemanden/etwas die Hand ins Feuer legen“. Diese Redewendung stammt aus dem religiösen Kontext und geht auf eine Gottesprobe zurück: wenn jemand seine Unschuld beweisen musste, legte er seine Hand ins Feuer, weil Gott die unschuldigen schließlich schützt. Ich vermute in der Praxis gab es dabei gelegentliche böse Überraschungen, aber das ist ein anderes Thema …
Aber dann gibt es natürlich auch noch jene Redewendungen, die in jeder Sprache irgendwie anders heißen, auch wenn sie letztlich dasselbe ausdrücken. Als Beispiel, die noch eine gewisse Ähnlichkeit in Bedeutung und Form aufweisen, hätten wir „eher friert die Hölle zu“, was im Englischen „a cold day in hell“ ist. Was auch immer gemeint ist wird also niemals geschehen. Noch interessanter finde ich aber Redewendungen wie „príncipe azul“ (‚blauer Prinz‘), welches dem deutschsprachigen Märchenprinzen entspricht. Da kann man sich doch wirklich nur fragen, wie sich das entwickelt hat.
Meine aktuelle Lieblingsredewendung ist „aus der Hose springen“, weil ich öfter mal das Bedürfnis dazu habe. Wie ist das bei euch? Habt ihr abstruserweise auch eine Lieblingsredewendung oder kennt ihr eine, die euch besonders unerklärlich erscheint? Ich freue mich auf eure Kommentare!
Grüße aus den Untiefen des Wörterbuchs
Eure meluni
Hello everybody!
Like I suggested in my introduceyourself-Post, I’m highly interested in language and, so I would like to talk today about one of my favorite topics: phrases! They’re a wonderful symbiosis of language and culture. Until today I have gotten to know not any language in which this concept does not exist, what makes them even more interesting in my opinion.
Phrases which derive from the fields of religion, sports and war can be found in almost every language. In any other language I know (German, Spanish, French, Italian) the phrase “to vouch for somebody/something” is literally the same (‘to put his/her hand into the fire for someone/something’). In the Romance languages this phrase evolved by the challenge which someone had to do to confirm their innocence: They had to put their hand into the fire because god – of course – protects the innocent. I suppose, it often ended with a bad surprise, but that’s another story …
On the other hand, we have the phrases which are expressed in different words in every language but ultimately have the same meaning. To give an example: “a cold day in hell” and the German equivalent “eher friert die Hölle zu” have a very similarly meaning and appearance, both phrases describe something that will never happen. But in my opinion, expressions like the Spanish “príncipe azul” (‘blue prince’), which is their denomination for Prince Charming, are even more interesting, since you can only wonder, how this phrase evolved.
What about you? Do you have any favorite phrase? Or do you know one with a mysterious origin? I’m looking forward to your comments!
Greetings from the shallows of the dictionary
Your meluni
Wer errät, was das auf dem Bild bedeutet bekommt Extrapunkte! :p