Versuch einer Antwort auf den letzten Post von .
Das Thema beschäftigt mich aber schon länger.
Wenn ich auf einige der Entscheidungen, die ich seit dem Jahre 2000, dem Ende meiner Ausbildung getroffen habe, zurückblicke, wird mir klar, daß ich mich da hin und wieder an Vorbildern orientiert habe ("der kann das und das, das möchte ich auch und dafür nehme ich dieses in Kauf ..."), viel öfter aber noch zum Gefallen anderer gehandelt habe. Manchmal auch für das Gefühl "ich mach das jetzt, damit sich xy gut fühlt und meine Arbeit dann schätzt und weiter nutzt, so daß ich mich gut fühlen kann", glaube ich.
Bereits 2001, als ich schon mal im Münchner Umland wohnte, hatte ich das Gefühl, teilweise selbst Vorbild sein zu müssen. Einfach die Wahrnehmung, daß es auch Situationen gab, wo man selbst sein eigener Herr sein mußte - und das waren gefühlt nicht nur ein paar, sondern ein erdrückender Berg. Ich habe mich klein und unbedeutend gefühlt und hätte mich in den letzten Wochen auf der Arbeit, vor der betriebsbedingten Kündigung (die auch andere erwischte und mich nicht zuerst) eigentlich krank melden müssen.
Mit dem Studium hatte ich dann die Verantwortung wieder ganz weit weggeschoben. Ein Jahr nach dem Studienbeginn fiel ich zwar mit einer schiefgegangenen Aktivität vor ein paar Leuten in Ungnade. Ich hab mir darum aber keine grauen Haare wachsen lassen (wollen), auch wenn ich tatsächlich nicht wirklich ignorieren konnte, daß es da Leute gab, die besser organisiert waren (und jünger als ich, zwangsläufig ...).
Ich war also trotz Alter kein Vorbild.
Das beschäftigt mich jetzt, mehr als nur ein paar Jahre später, umso mehr. Realisieren zu müssen: oh, da war diese und jene Lebensstation, du hast sie verpaßt! Du kannst kein Vorbild sein! Wir brauchen Dich nicht!
Natürlich denken nicht alle meiner Bekannten so. Aber ich nehme es sehr stark auf.
Und ich weiß nicht, wie ich aus der Nummer wieder rauskomme.