Was heißt denn „richtige Politik“? Was stellst du dir darunter vor?
Es gibt niemanden, den ich mit meiner Vorstellung zur Formung einer Gesellschaft beauftragen will – denn dann würde meine Idee zur allgemeinen Umsetzung ebenfalls Gewalt benötigen und von anderen abhängig sein.
Politik ist eben, zumindest aus meiner Sicht, genau das Gegenteil von Freiheit. Ich brauche keine Politik, um leben und wirken zu können. Mein Nachbar benötigt möglicherweise Politik, um mich und weitere Nachbarn über Dritte ausrauben und die Beute umverteilen zu können – natürlich nur für Dinge, die er persönlich für „richtig“ und „wichtig“ erachtet. Aber wenn Dreiviertel in diesem Land Ausrauben und Umverteilen als ein wichtiges Bedürfnis betrachten, muss ich mich damit arrangieren oder wohlmöglich irgendwann auswandern.
Nicht falsch verstehen, ich würde in jedem Gespräch, in dem ich nach meiner Meinung gefragt werde, nicht zurückhalten, das System zu kritisieren. Aber in der Absicht einer Missionierung sicherlich nicht mehr – Anhänger des Wohlfahrtsstaates interessiert es nicht, was ich zu sagen habe. Oder besser gesagt, sie nehmen nichts davon an. Da braucht es erst eine Extremsituation, um bereit für ein Umdenken – in welche Richtung auch immer – zu sein.
RE: Die Freiheit konsequent leben – trotz Staat