Immer wieder lese und höre ich von Marktversagen, wie z.B hier:
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/landkreismuenchen/unterschleissheim-noch-kein-marktversagen-1.4039307
Das Problem dabei ist, dass die Leute, die dieses Schlagwort benutzen, nicht verstehen, was ein Markt ist.
Meine (freie) Definition ist die folgende:
Ein Markt (bzw. ein marktwirtschaftliches System) ist ein Mechanismus (!), der Folgendes ermöglicht
• Bestimmung des Preises eines Guts oder einer Dienstleistung
• Kommunikation dieses Preises
• Kauf und Verkauf von Gütern und Dienstleistungen zu entsprechenden Preisen
Nun mag das Ergebnis eines marktwirtschaftlichen Prozesses dem Einen oder Anderen nicht gefallen (v.a. Politikern). Dieses ungewünschte Ergebnis als Versagen zu bezeichnen ist jedoch eine politische Wertung und blendet das viel häufigere Phänomen des Staatsversagens aus.
Da der Markt ein Mechanismus ist (wie auch die Schwerkraft), ist es aus meiner Sicht absurd von Versagen zu sprechen. Wenn jemand von einem Hochhaus fällt, spricht ja auch niemand von Schwerkraftversagen.
Hier noch ein guter Artikel zum Thema: https://www.fuw.ch/article/wirtschaftsversagen-staatsversagen/