Steinpilze im November
So schöne Exemplare, die zwei in der Mitte gefallen mir am besten, habe ich im November noch nie gefunden, ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern. Die Witterung war so günstig, ab Ende Oktober hat es sehr viel und ausgiebig geregnet. Dazu war es tagsüber warm, über 20 ° C, und die Nächte wiesen noch zweistellige Werte auf, bei uns in Tauberfranken. Somit konnten die Pilze aus dem Boden schießen, wie es sich eben für Pilze gehört. Durch den schnellen Wuchs waren die Pilze auffallend madenfrei, das Sammlerherz schlug höher und auch die Zubereitung machte mehr Freude als gewöhnlich. Wenn nur das aufwendige Putzen der Pilze nicht wäre. Anhaftende Erde und Fehlstellen durch Schneckenfraß, sowie überschüssige Lammellen oder Röhren entfernen. Dies alles hielt sich in Grenzen bei den gefundenen Superexemplaren
Das war der Fund am 6. November 2019. Die vier Maronen im Vordergrund, das war der Start, bis ich die ersten Steinpilze fand, auf die ich mich dann konzentrierte.
Die Zubereitung
In einer ausreichend großen Pfanne fein gewürfelte Zwiebeln und Schinken in reichlich Öl anbraten
Pilze putzen, wie oben beschrieben und in Stücke schneiden und in die Pfanne geben (s. Bild unten).
Bei geschlossenem Deckel 5 – 10 Min mitbraten. Die Pilze fallen zusammen und das enthaltene Wasser (ca. 90 %) tritt aus.
Den Deckel abnehmen und die Feuchtigkeit eindampfen.
Mit Salz und Pfeffer würzen, das ist schon ausreichend.
Sehr gut macht sich auch ein Schuß Sahne und/oder Weißwein.
Als Beilage nehme ich Salzkartoffeln oder Ciabatta.
Die „angebratenen“ Pilze nach dem Reduzieren des in Pilzen reichlich vorhandenen Wassers.
So ein Pilzgericht ist etwas besonderes und sehr schmackhaft. Aber manchmal kommen nach so einem Essen auch Zweifel auf, wenn man weiß was in einigen Pilzen so drin steckt.
Ich hatte jedenfalls einige Stunden nach dem Verzehr Schwierigkeiten mit dem Darmtrakt, sprich Durchfall. Dann denkt man unwillkürlich, hast du alles richtig gemacht beim Sammeln. Bei jungen Exemplaren ist besondere Vorsicht geboten. Die Färbungen sind nicht ausgeprägt, der Hut ist nicht aufgeschirmt und schwierig zu erkennen, ob sich Lamellen oder Röhren bilden. So ist schon vorgekommen, daß bei ausgewiesenen Pilzkennern statt eines jungen Steinpilzes etwas Giftiges in den Korb gelangte. Beim Putzen soll man jeden Pilz nochmal konzentriert begutachten. Ich bin dagegen etwas in Zeitdruck gewesen und hab das mehr automatisch gemacht! Das geisterte mir im Kopf herum. Ich versuchte mich damit zu beruhigen, daß die Medikamente, die ich regelmäßig einnehmen muß, hin und wieder ähnliche Symptome hervor rufen. Nach gut drei Tagen war der Spuk vorbei, denn das ist die Karenzzeit nach der die schweren Pilzgifte sich nachdrücklich bemerkbar machen.
Warum nimmt man diese „Episoden“ in Kauf“??? Weil Pilze suchen und vor allen Dingen das Finden - soviel Spaß macht.