Das Riesenrad ist die Hauptattraktion des Vergnügungsparks im Wiener Prater und zählt neben dem Stephansdom, dem Schloss und Tiergarten Schönbrunn sowie dem Belvedere zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Donaumetropole.
Im Jahr 1897 wurde das Riesenrad anlässlich des 50-jährigen Thronjubiläums von Kaiser Franz Joseph I. errichtet. Innerhalb von acht Monaten entstand auf dem Prater-Gelände im 2. Wiener Gemeindebezirk das vierte Riesenrad in Europa, damals eines der größten weltweit.
Das von den englischen Ingenieuren Walter B. Basset und Harry Hitchins geplante Riesenrad dreht nach 120 Jahren noch immer seine Runden, während andere, zur gleichen Zeit errichtete, ihren Geist vorzeitig aufgaben.
Nach dem Eingangsbereich lädt ein Wandpanorama zu einem Streifzug durch 2000 Jahre Wiener Geschichte ein. Die szenischen Darstellungen reichen vom Vindobona der Römerzeit über das Mittelalter, die Türkenkriege bis hin zum Fin de Siècle und den Schrecken des Zweiten Weltkrieges.
Ergänzt wird das Rad der Geschichte durch acht Waggons, in denen anhand von Installationen mit akustischer Untermalung Szenen aus dem Alltagsleben dargestellt werden.
In einem der fünfzehn Waggons startet die Reise mit gemütlichen 2,7 km/h. Garantiert ist ein schöner Ausblick auf die Wiener Skyline aus maximal 65 Metern Höhe.
Das Gewicht der Eisenkonstruktion beträgt 430 Tonnen. Zwei Motoren mit einer Leistung von 15 Kilowatt sind über eine Achse miteinander verbunden und treiben über Riemen zwei Schwungräder an. Das Kraftübertragungssystem ist dabei so ausgelegt, dass ein händischer Antrieb möglich wäre.
Das Riesenrad ist auch beliebter Schauplatz von internationalen Filmproduktionen. So unter anderen auch für eine Szene aus dem im Jahr 1949 gedrehten Film "Der dritte Mann". In diesem in schwarz-weiß gehaltenen Nachkriegsstreifen verkörpert Orson Welles die Figur des Harry Lime. Der Film ist ein historisches Dokument zur Geschichte Wiens und wurde nicht zuletzt auch durch das von Anton Karas auf der Zither gespielte Harry-Lime-Thema bekannt.