Ein Gedicht malt Bilder mit Worten - Ein Bild erzählt Geschichten ohne Worte
Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, ist mein neues Hobby die Photographie. Nach wie vor weiß ich allerdings nicht wirklich, was ich mache, da ich als Techniklegasthenikerin noch dabei bin, herauszufinden, wie meine Kamera eigentlich funktioniert. Aber das ist kein Problem für mich, ich weiß selten, was ich tue und tue es trotzdem, und bis jetzt bin ich noch nicht gestorben :)
Als Kokon benutze ich einen ausrangierten Vorhang, den ich im Keller gefunden habe. Bedauerlicherweise habe ich da unten kein Model entdeckt, also habe ich auch diesen Part wie immer selbst übernommen. Keine Kunst ohne Opfer! Ich bin das Model und der Photograph, bin der Dichter und das Gedicht, bin das Licht und der Erleuchtete! Und manchmal auch ein Philosoph ;-) Naja...wie dem auch sei, ich wünsche euch viel Spaß mit der Raupe.
Die Fotos sind frei von jeglicher Nachbearbeitung oder Lichttricks. (purer Faulheit geschuldet)
Die Raupe
Sie hüllt sich ein in
seidene Fäden ganz und gar,
für eine lange Nacht,
bei lebendigem Leibe
unbeweglich hängt sie
und schläft in ihrem Grab.
Sanft ruht sie in der
Windschaukel zwischen
Himmel und Erde unter
der Krone des prächtigen
Baumes, ein schöner Traum
ist ihr der Tod.
Hoch oben weilt sie
über dem Boden, den sie
einst von Nahem hat gekannt -
gelaufen ist sie ohne Füße,
gekrochen ohne Panzer,
Krallen und Verstand.
Ohne Zweifel folgte sie
dem Lied im Innern, wo die
Kinder des Himmels spielen,
singt sie vom Fliegen und
vom Wind, es stirbt die Raupe
für den Schmetterling.
Zur Englischen Version mit leicht unterschiedlichen Bildern geht es hier: https://steemit.com/poetry/@nacktepoesie/picture-poetry-the-caterpillar
Auf die Raupe und den Schmetterling, Prost!