Das Abfallprodukt der Massenviehhaltung für die Milchproduktion
Die traurige Realität des unbegrenzten Konsumwahns
Laut der Neuen Osnabrücker Zeitung lag der Durchschnittspreis für ein Kälbchen im Monat Oktober 2019 in Deutschland bei 8,49 €. Teilweise mussten Bauern die Jungtiere, für die man keine Verwendung hat, sogar für einen lächerlichen Euro abgeben, weil es an Abnehmern fehlt.
EIN EURO! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Das bedeutet für den Preis von einem Big Mac bekommt man VIER Kälber. Besonders die männlichen Kälber sind für Milchbauern "unnütz". Genau wie in der industriellen Geflügelproduktion hat man für die männlichen Tiere keine Verwendung. Aber die kann man ja fast unbemerkt von der Bevölkerung einfach schreddern. Bei einem Kalb wird das schon schwieriger.
Hier in Paraguay gibt es mehr Rinder und Kühe als Einwohner, aber selbst hier kostet ein Kälbchen umgerechnet zwischen 20 und 40 Euro. Je nach finanzieller Situation des Eigentümers und das bei einem durchschnittlichen Einkommen von 250 Euro im Monat. Sehr oft haben Familien eine Kuh, aber nicht das Land dazu, die Kuh samt Kalb zu ernähren. Hier wird für eine Kuh oder ein Rind Pi mal Daumen ein Hektar Weideland kalkuliert, um ein Tier ohne Zufütterung ernähren zu können.
Massentierhaltung mit beengten Boxen, in dem das Tier weder Tageslicht noch eine Weide sieht, kennt man hier nicht. Da muss man dann schauen, ob jemand in der Nachbarschaft Kamerun-Gras oder Zuckrohr anbaut, aber das gibt es auch nicht umsonst.
Logischerweise gibt eine Kuh nur Milch, wenn sie auch ein Kalb hat. Wobei das mit der Logik so eine Sache für sich ist, wenn man besonders die FFF Jünger so befragt. Da sind Kühe lila, der Strom kommt aus der Steckdose und die Milch aus dem Tetrapak im Supermarkt.
Schuld sind laut dem Bauernverband natürlich die bösen Veterinärsämter, die Viehtransporte nur innerhalb gewisser, m.M.n. noch viel zu laschen Kriterien erlaubt.
Zitat FAZ:
Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Bauernverbandes, teilte der „NOZ“ mit, dass die versagten Transportgenehmigungen „direkt und unmittelbar zu einem starken regionalen Angebotsüberhang und zu diesem Preisverfall“ führten. Das Verhalten der Behörden sei untragbar.
E ist also untragbar, daß man Transporte mit wenigen Wochen alten Tieren, die man unter übelsten Bedingungen in das entfernte EU Ausland bis zu 20 Stunden am Stück durch die Gegend kutschert, um sie an Mastbetriebe in Südspanien oder noch weiter entfernt zu verramschen, weil man sonst keine Abnehmer findet, verbietet?
Wie wäre es denn mal mit reduzierter Produktion, Herr Krüsken? Dann würde man hier in Südamerika auch weniger Regenwald abfackeln, um immer NOCH mehr Soja anzupflanzen, damit das deutsche Industrievieh auch ausreichend gemästet werden kann. Aber das geht ja nicht, denn bei den lächerlichen Preisen, die lediglich durch Subventionen und die industrielle Massenhaltung überhaupt erst möglich gemacht werden, würde ja das gesamte "System" zusammen brechen, wenn man die Produktion zurück fährt.
Tip für FFF Schulschwänzer
Wieso streikt ihr denn nicht mal für reale und reelle Fleisch- und Milchpreise, statt völlig sinnfrei für Dieselfahrverbote oder Spritpreiserhöhungen auf der Strasse rum zu krakelen? Aber halt - das würde ja die täglichen Besuche in den Fastfood Tempeln extrem verteuern. Darauf habt ihr natürlich keinen Bock. Klar.
Genauso wenig wie ihr keine Lust darauf habt, auf eure "Markenklamotten" aus Fernost zu verzichten oder euch nicht ständig das neueste Tophandy zu kaufen, bzw von den von euch verpönten und ahnungslosen Boomern, die "eure Welt" zerstören, kaufen zu lassen. Natürlich will von den Milleniumskindern keines auf den völlig aus dem Ruder gelaufenen Konsumwahn verzichten.
Noch nie einen Handschlag gearbeitet, noch nie einen Cent zum Haushaltsbedarf der Familie beigetragen, aber die Elterngeneration beleidigen, beschimpfen und verhöhnen, die ihnen diesen Lebenstil erst ermöglicht haben. Wenn überhaupt, dann war/ist nämlich genau DAS das Problem.
Wenn man der Generation X etwas vorwerfen kann, dann ihr Helikopterverhalten, den antiautoritären Erziehungsblödsinn und den unbändigen Willen den undankbaren Kids möglicht jeden Wunsch zu erfüllen, selbst wenn man sich dafür verschulden muss.
Wenn ich für eine oder mehrere solcher neunmalklugen Flachpfeiffen buckeln müsste, dann würde ich erst mal das Taschengeld für die Mehrkosten des Klimapaketes, die auf mich zukommen würden, streichen, im Winter die Heizung im Kinderzimmer abdrehen und sie selbst bei 3 Meter Schnee mit dem Fahrrad zur Schule fahren lassen. Mal sehen, wie lange es dauert, bis sie wimmernd um Entschuldigung für ihren unüberlegten, sinnfreien Blödsinn bitten.
Screenshot Schiffsbewegungen in Echtzeit von vesselfinder.com
So ganz nebenbei - alleine die 15 grössten Containerschiffe, von denen rund 90.000! auf den Weltmeeren unterwegs sind, um euch ständig mit den neuesten Produkten mit immer kürzer werdenden Lebensdauer zu versorgen, blasen im Jahr mehr Dreck in die Luft, wie es sämtliche Fahrzeuge in Deutschland in den nächsten 100 Jahren tun könnten.
Zudem produziert alleine die deutsche Landwirtschaft laut Umweltbundesamt aktuell jährlich über 63 Millionen Tonnen CO2, von denen knapp die Hälfte durch die Massentierhaltung zustande kommt.
Aber wen interessiert das von euch oberschlauen Wannabe Rebellchen schon?