Oder war das umgekehrt?
Der schleichende Tod, und wie man das Leben feiert?
Manchmal weiß ich das ehrlich gesagt, nicht mehr so genau. Mein Leben ist der Inbegriff von chaotisch, verträumt, verpeilt und immer abseits von Normal. Wobei mir nicht wirklich klar ist, was normal genau sein soll.
Wissen.de findet, normal bedeute Folgendes:
- der Norm entsprechend, regelrecht, üblich, herkömmlich.
- geistig gesund.
♦ aus lat. normalis „dem Winkelmaß entsprechend“, übertr. „der Regel entsprechend“, zu lat. norma „Winkelmaß; Regel, Richtschnur, Vorschrift“
Ihr werdet jetzt erstaunt sein, aber 70% meiner Freunde, leben tatsächlich der Regel entsprechend und sind demnach geistig gesund und total normal.
Sie haben fast alle etwas studiert oder mindestens eine höhere Fachhochschule abgeschlossen. Fast alle von ihnen wurden erst mit etwa 30 Jahren Eltern und sie bekamen im Schnitt 2 Kinder. Nur eine Freundin ist geschieden, beim Rest hält die Ehe bisher ganz ordentlich. Sie verdienen alle soweit gut, was bei einem höheren Bildungsabschluss zu erwarten ist. Sie haben sichere Arbeitsplätze und ein geregeltes Einkommen. Die meisten wohnen jetzt offenbar lange genug zur Miete, wodurch das Thema Eigenheim immer präsenter wird.
Offenbar ist bei ihnen dieser Effekt in den letzten Jahren eingetreten. Sie sind erwachsen geworden.
Sie haben diesen Drive verloren. Ihre Augen leuchten nicht mehr vor Begeisterung, wenn sie von ihren Träumen reden und die Zukunft, auf die sie früher hin eiferten, ist jetzt da und Alltag geworden. Vielleicht liegt es ja am Schlafmangel, die meisten von ihnen sind ja immerhin Eltern von Kleinkindern. Und wir alle wissen wohl, wie grausam der Schlafentzug in der Zeit ist, und für die die es nicht wissen, es ist wirklich fies!
Jedes Mal bin ich erneut dankbar, nicht diesen Weg gewählt zu haben.
Ich wertschätze diese Menschen sehr. Sie sind ein wichtiger Teil meines Lebens und bei ihnen fühle ich mich wohl, angenommen und geliebtt. Dieselbe Zuneigung empfinde ich für sie. Ihre Kinder sind klasse und es macht mich sehr glücklich, sie beim aufwachsen begleiten zu dürfen, als Freund der Familie. Aber so leben, ich würde zugrunde gehen.
Ihre Pläne bestehen daraus, ihre mäßigen Jobs halt noch 20-30 Jahre weiter zu machen. Den Status quo zu erhalten und joa, zu warten bis die Kinder auf eigenen Beinen stehen. Fürs Rentenalter gibts dann wieder Pläne und bei Gott, ich hoffe von ganzem Herzen, dass sie alle dieses Alter auch erreichen werden. Aber was ist bis dahin? Sie verbringen den größten Teil ihres Lebens mit einer Arbeit die sie mit mangelnder Begeisterung ausüben, um all die finanziellen Verpflichtungen abzahlen zu können, die sie sich aufgeladen haben. Ihre Kinder sind schon mit 6 Monaten in einer Ganztagesbetreuung, die dann wiederum zu den abzuzahlenden Posten gehört, für die man eben diesen Job ausübt. Vielleicht nehme ich das total übertrieben wahr, aber glücklich sieht für mich anders aus. Oder ist es naiv von mir zu denken, dass mehr als nur 10% aller Menschen ein Leben führen können, in dem sie wirklich zufrieden sind?
Ich habe auf Reisen viele Menschen kennenlernen dürfen. Menschen, die das ausleben, was sie lieben, die immer neue Abenteuer finden und die voller Begeisterung und Freude über das reden, was morgen ansteht.
Ich liebe diesen Funken, er verspürt pure Lebensenergie und Kraft, ist ansteckend und mitreißend.
Ich kenne durchaus ein zwei oder drei Menschen die dieses »Normal« leben und trotzdem noch das Feuer in sich brennen haben, aber es ist die Minderheit. Die meisten Menschen tümpeln im Alltag vor sich hin, haben ihre Träume an den Nagel gehängt und sind mit, ist in ordnung, zufrieden geworden.
Ich will so nicht leben, niemals!
Ich möchte mehr, nicht diese Art von Kompromissen und niemals will ich resignieren. Immer wieder aufstehen und für das kämpfen, was mir wirklich wichtig ist, das ist der Plan. Das Leben ist so ein geiles Geschenk, jeder Tag, an dem ich gesund und frei bin, birgt ein riesiges Potential und muss genutzt werden.
Ich liebe es, Pläne zu schmieden, alles über den Haufen zu werfen, unbekannte Wege zu gehen und etwas zu riskieren. Ich bin eigensinnig, stur und ein Träumer. Ich will mehr, weiter, höher und das Leben auf meine eigene Art leben. Ich will kämpfen, ich brauche dass um mich lebendig und erfüllt zu fühlen, um zu spüren, dass ich lebendig bin.
Sollte ich hier jemals sagen, ich wähle einen sicheren Job, den ich zwar nicht so gut finde, der mir aber Stabilität verleiht, dann werdet ihr wissen, das Leben hat mich gebrochen.