Hey ihr Lieben, ich hoffe, euch geht es gut und ihr genießt alle den traumhaften Herbst.
Ich muss leider noch immer das Bett, Sofa und den Stuhl hüten.
Als ich am Montag bei der Ärztin war zur Kontrolle, gab es schimpfe.
Zuviel Bewegung hat zuviel Wundwasser erzeugt. Das Wundwasser war so freundlich, sich unter meiner Achsel anzusammeln und ne mega Beule zu bilden. War ziemlich igitt. Noch schlimmer wurde es, als die Chirurgin einmal mit dem Skalpell rein schnitt und das ganze Wasser auf ihrer Hose landete... Jetzt hab ich ein maximales Bewegungsverbot. Höchstens 30 Minuten am Tag spazieren, keine Treppen (meine Freundin bei der ich gerade wohne, wohnt im 3. Stock ohne Aufzug), niemals den Berg hoch, nichts was den Puls in die Höhe treibt. Ich wollte sie fragen, ob Orgasmen da auch drunter fallen, die regen den Kreislauf ja schon etwas an ne...aber ich habs gelassen weil mir vermutlich die Antwort nicht gefallen hätte.
Auf jeden Fall, fehlt mir die Bewegung extrem. Ich würde so gerne einfach losrennen und den nächsten Gipfen erklimmen, und kann nicht. Vorfreude ist die schönste Freude, ne...
Wenn dein größtes Problem im Leben ist, 4 Wochen den Hindern still zu halten, dann gehts dir gut.
Inzwischen hab ich die Op gut verarbeitet und liebe liiiieeeebe LIIIIEEEEEEBEEEE mein neues Erscheinungsbild. Gerade gestern sah ich mir Fotos von früher (vor der OP) an und hab mich kaum wiedererkannt. Ich frage mich wirklich, wie ich 20 Jahre damit leben konnte. 20 Jahre mit diesen Fettlappen an meinem Brustkorb... erscheint mir jetzt extrem gruselig. Kein wunder hab ich Bewegung gemieden und meinen Ekel tot gefressen. Versteht mich bitte nicht falsch, ich bin dankbar für die 20 Jahre Erfahrung. Für die Kids, die mein Leben betreten haben, für die Ehe mit meinem Exmann. Beides wäre sicher so nie passiert, hätte ich mit 18 die Op machen können. Also möchte ich nicht sagen, ich wünschte, es hätte die letzten 20 Jahre so nie gegeben. Und trotzdem ist es mir jetzt schon vollkommen unbegreiflich, wie ich das ertragen habe. Wenn ich jetzt in den Spiegel schaue, muss ich lächeln. Mein Körper ist noch ne ganze Ecke weit entfernt von toll. Zuviel Fettmasse, zu wenig Männlichkeit aber das ist mir egal. Ich liebe, was ich sehe. Das bin ich. Zum ersten Mal seit sehr langer Zeit erkenne ich mich im Spiegel und freue mich, mich zu sehen. Klingt das jetzt schräg? Keine Ahnung. Die Brustzeit ist schon Lichtjahre von mir entfernt. Manchmal versuche ich, mir vorzustellen, wie das jetzt gerade wäre, die Brüste zu haben, und ich kann es gar nicht richtig. Die flache Brust ist so richtig und so normal, dass ich kaum noch imaginieren kann, wie es vorher mal war. Echt seltsam. Dabei habe ich mich vorher sehr intensiv damit auseinandergesetzt, nochmal alles wahrgenommen, alles gefühlt, was da war.
Aber ganz ehrlich, ich vermisse nichts.
Ich danke dem Leben dafür, dass sie weg sind, halleluja :)
Im nächsten Artikel erzähle ich euch, wie es mir gerade finanziell so geht, was die Lebensplanung tut und wofür ich mich im Oktober bewerben werde. Soviel verrate ich schon mal, es wird definitiv in Basel sein.