Ich bin mal wieder beruflich in Wien – und wie jedes Mal nutze ich die Gelegenheit, einer meiner kleinen Leidenschaften zu frönen: dem Besuch eines echten Wiener Kaffeehauses. Und davon hat Wien ja bekanntlich mehr als genug. Die Auswahl ist so groß, dass mein Herz regelmäßig kleine Freudensprünge veranstaltet.
Und wie es sich für einen ordentlichen Kaffeehausbesuch gehört, macht man sowas natürlich nicht allein. Also kurzerhand angefunkt – seines Zeichens Kaffeehaus-Kenner, Gesprächspartner, Gelegenheits-Philosoph und Zuckerliebhaber😉 – und der hatte sofort eine Idee parat: das Café Kriemhild in der Markgraf‑Rüdiger‑Straße 14, ganz bequem mit der U6 erreichbar. Offenbar hatte er auch wieder ein Bedürfnis nach einem gepflegten Gespräch über Gott, die Welt und das, was dazwischenliegt.
Der erste Eindruck – außen: naja, innen: wow
Von außen präsentiert sich das Kriemhild als Eckhaus mit ein paar etwas müden Graffitis, aber dafür einem wunderbar gelben 50er‑Jahre‑Schriftzug, der sofort gute Laune macht. Daneben ein kleiner Außenbereich unter ein paar Bäumen, der zu dieser Jahreszeit eher von den Hartgesottenen genutzt wird.
Aber man soll sich ja bekanntlich nicht von Äußerlichkeiten täuschen lassen. Und tatsächlich: Innen erwartet einen genau die Art Wiener Kaffeehaus, wie ich sie liebe.
Eine charmant morbide Schönheit – Holzverkleidungen, gedämpftes Licht, gemütliche Sofaecken und klassische Stoffbänke rund um niedrige Tische.
Der große Hauptraum wirkt unten warm und einladend, während die obere Deckenhälfte so aussieht, als hätte sie noch gültige Renovierungsabsichten. In der Mitte stehen zwei Billardtische, die ununterbrochen bespielt wurden. Der zweite Raum ist etwas ruhiger, aber genauso gemütlich, getrennt durch eine stattliche Bar.
Ein bisschen Retro-Flair, ein Hauch gemütlicher Abnutzung und eine Prise klassischer Wiener Kaffeehaus-Seele: Das Kriemhild wirkt wie eine liebevolle Mischung aus Vintage-Schätzen, eigenwilligen Details und internationalen Speisen.
Es ist eines dieser Lokale, das gleichzeitig entspannt, kreativ und angenehm unaufgeregt wirkt – ein Ort, an dem man problemlos den halben Tag verbringen kann, wenn man nicht aufpasst.
Essen, Kuchen, Kaffee – und philosophieren
Kulinarisch sind wir mit einem Chili con Carne eingestiegen, das ordentlich Chili und eine großzügige Portion Koriander abbekommen hat – sehr lecker.
Etwa eine Stunde später folgten:
- ein Stück Schoko-Tarte mit Marillen
- ein kleiner Brauner
… um das Ganze stilvoll abzurunden.
Die Gespräche wie immer: intensiv. Ein philosophischer Rundflug über Gott, die Welt, AI, Bewusstsein und Zeit. Und wie üblich verging die eben selbige dabei wie im Flug.
Atmosphäre am Abend
Während wir dort saßen, füllte sich das Lokal weiter. Gegen Abend wurde es richtig lebendig – vor allem jüngere Gäste kamen, um bei Bier und Billard den Tag ausklingen zu lassen.
Preise: absolut im Rahmen.
Kuchenauswahl: könnte einen kleinen Bonuspunkt vertragen.
Öffnungszeiten: fantastisch!
Montag – Donnerstag: 10:00 – 23:00 Uhr
Freitag – Samstag: 10:00 – 02:00 Uhr
Sonntag: 10:00 – 23:00 Uhr
Bis zum nächsten mal
Bleibt BeeSmart




