Meine Begegnung mit Büchertauschschränken.
(eigenes Bild)
Habt Ihr auch schon einmal das Gefühl gehabt,
dass zu einem bestimmten Zeitpunkt etwas
ganz besonderes passieren muss?
Bei mir war es das kläglich anmutende Bücherregal.
Daher habe ich eine ganz existenzielle Entscheidung
getroffen. Ich nehme ich mir ganz mutig vor,
ein paar meiner alten Bücher auszusortieren.
Mein Regal biegt sich schon unter der schweren
Last an gewichtigen Wörtern.
Obwohl ich reumütig zugeben muss, dass es mir
schwerfällt, Bücher einfach zu entsorgen.
Die gehaltvollen literarischen Werke einfach wegzuwerfen,
wollte ich auch nicht.
Bei den dicken Wälzern über empirische Sozialforschung
Komme ich schon in Versuchung, sie dem ehrwürdigen
Papiercontainer zur allseitigen Verwendung zu übergeben.
Dieser Gedanke beschleicht mich nicht ohne ein kleines
minimalistisches Schmunzeln.
Ich halte kurz inne und erinnere mich an den Hinweis:
„Im Zweifel für den Angeklagten.“
Nach ausführlichem memorieren komme ich zu einem
milderem Urteil.
Ich denke an die Studenten, welche sich an den
prosaischen Schriften der Statistik noch laben wollen.
Also schleppe ich im Schweiße meines Angesichts das
gesammelte Wissen zur nächsten Universität.
Hier hat es eine kleine Bücherecke, in die man seine
gehaltvolle Bildung abstellen kann.
Interessierte Personen können sich daran bedienen oder
Ihrerseits weitere Bücher hinzustellen.
Mittlerweile habe ich in unserer Stadt und auch an anderen
Orten kleine Refugien von Büchertauschmöglichkeiten
entdeckt.
In diesem bibliophilen Mikroklima gedeiht ein reger Austausch
von Sachbüchern, Bildbänden, Lexika, Prosa, Heldenliteratur, …
Viele Interessierte schleppen ihre über Jahrhunderte
gesammelten Werke zu den Bücherschränken und tauschen
diese gegen andere.
Eine Erholung für ihre geplagten Bücherregale zu Hause
ist dies zwar nicht, aber die heimische Literatur wird etwas
verjüngt.
Ich selbst konnte leider nicht gefahrlos an den Büchern
über Psychoethnologie, Labskausrezeptbücher und
Selbstlernmedien über mongolischen Obertongesang
vorübergehen.
Ich gedenke mir für die Abholung einen
Schwertransporter auszuleihen.
Man will ja nicht ganz übertreiben.
(eigenes Bild)
Das Positive an den Büchertauschschränken:
Diese Bücherschränke bieten die Gelegenheit, alte
Bücher zu tauschen und sich evt. neue Literatur zu
entnehmen.
Die Literatur braucht nicht weggeworfen zu werden,
sondern finden noch bei anderen Leuten noch
Verwendung. Die Schriften bleiben erhalten.
Es macht Spaß, anderen etwas zu schenken und
eine Freude zu machen.
Viele Menschen haben die Tendenz, sich an Bücher
zu klammern. Viele der gesammelten Werke stehen
ungelesen oder nur einmal betrachtet in dem Regal.
Ein befreiendes Aussortieren von Altlasten kann
guttun.
(eigenes Bild)
Was haltet Ihr von den Möglichkeiten des Büchertauschs?