ist manchmal schwer zu finden, wenn die Ansprüche zu hoch sind.
Aber so ist das nun mal, wenn man selbst zu einer aussterbenden Spezies gehört (Kaffeehausliebhaber und Raucher).
Ich bin auch dafür zwar ein paar Stunden ohne und mit Regenschirm zu Fuß durch Georgetown gelaufen, aber es hat sich gelohnt.
Es ist wirklich ein charmantes Plätzchen. Wie es im NARROWMARROW drinnen aussieht und wie das Personal und das Angebot so ist, könnt Ihr auf deren Facebookseite nachlesen, ich selbst habe einen Platz gesucht, wo ich, draussen rauchen und sitzen kann, die Straße beobachten und bloggen kann und wo es einen guten Kaffee und wifi gibt...... und sitze hier nun schon seit Stunden.
Ach ja, ich bin heute und morgen in Penang, Malaysia, wegen eines Arbeitsvisums für Thailand. Wenn ich nun schon Diveinstructor bin, will ich auch in diesem Job arbeiten, schon um weiter täglich an der AO-Sane Beach tauchen zu können.
Eine Arbeitsgenehmigung, eine workpermit für Thailand zu bekommen, erinnert mich immer mehr an den Asterixcomic, wo der bei den Römern einfiel. Nur ist mir leider noch nichts eingefallen, wie man diese Pontiusse und Pilatiens zur Verzweiflung bringen könnte.
Das ist in Thailand so ein Henne-Ei-Problem. Hast Du kein Arbeitsvisum, bekommst Du keine Arbeitserlaubnis und hast Du keine Arbeitserlaubnis, bekommst Du kein Arbeitsvisum.
Es gibt nur zwei einfache Möglichkeiten. Die eine ist, wenn man selbst eine Firma gründet und Thais einstellt. Natürlich gehört einem diese Firma nur zu 49%, die Mehrheit hält entweder ein thailändische Anwaltskanzlei oder eben die eigene Freundin.
Diese Konstruktion hat zwei entscheidende Nachteile.
Zum einen hält die Freundschaft und damit die Loyalität nicht ewig (es gibt einfach zu viele schöne Frauen hier) und meist ist auch mit der Freundschaft die Firma weg.
Zum anderen ist das völlig überzogen, für eine 5 monatige Saison eine Firma ganzjährig unterhalten zu müssen, inkl der obligatorischen Buchhaltungsagentur kostet das rund 80.000 Baht / 2000 Euro.
Die andere Möglichkeit ein Arbeitsvisum zu bekommen ist, wenn eine thailändische Firma einen Ausländer direkt wegen seiner speziellen Fähigkeiten, die bei den arbeitssuchenden Thais nicht zu finden sind, anfordert. Dafür muss diese anfordernde Firma so ziemlich alles offenlegen, aber es funktioniert.
Und mit dieser Variante soll ich ein Arbeitsvisum bekommen, als Freischaffender, als Selbstständiger. Denn auch in Thailand gibt es smarte Anwälte. Die gründen Firmen, irgendwelche Veranstaltungsfirmen und fordern dafür entsprechende Mitarbeiter an. So werde ich für den Erhalt des Arbeitsvisums zum Schauspieler in einer Tauchshow. Sollte das Visum genehmigt werden, was ich morgen erfahre, beantragt diese Firma eine Arbeitserlaubnis für mich als Tauchlehrer, der ich ja auch bin. Die Arbeitserlaubnis gilt dann für ein Jahr, das Visum nur für drei Monate. Ich muss also in drei Monaten wieder raus aus Thailand und ein neues Visum beantragen. Dann kann ich es allerdings auch als Tauchlehrer beantragen, da ich ja bereits eine gültige Arbeitserlaubnis dafür habe.
Alles ein bisschen verwirrend, manchmal hoffe ich selbst, daß ich das richtig verstanden habe.
Für mich hat diese Konstruktion Vorteile. Ich muss keine Firma namen Dirks divecenter das gesamte Jahr unterhalten, sondern nur für die Monate, in denen ich tatsächlich arbeite. Sollte ich das ganze Jahr durcharbeiten wollen, wird es auch nicht teurer als eine eigene Firma zu unterhalten, diese Anwälte passen ihre Gebühren natürlich an.
Aber ich bin abgeschweift.
eigentlich wollte ich ja nur von diesem schönen Cafe hier in Georgetown erzählen.
Georgetown ist nicht das muslimische Malaysia. Der Stadtteil liegt auf einer Insel vor dem eigentlichen Penang und hat sich auf Grund seiner Lage und seinen Handelsbeziehungen im Laufe der Jahrhunderte zu einem liebenswerten Mix aus Chinesen, Indern, Malayen und Thais entwickelt, alles gut abgeschmeckt mit der auch architektonischen Kolonisation durch Europäer.
Heute kann man noch die letzten Reste dieser Architektur sehen und erleben; in ein paar Jahren werden diese letzten charmanten Bauten, die irgendwie an Kuba erinnern, von den wuchernden Hochhäusern überwuchert sein, der Lauf der Dinge.
Ich selbst bin im einzigartigen Old Penang Hotel abgestiegen, so eine Herberge, wo früher die Wände zwischen den Zimmern nur bis zwei Meter hoch reichten . Dieses einzigartige Hotel gibt es gleich dreimal in Georgetown und ist schon deshalb erwähnenswert, weil man sich nur duschen kann, während man auf dem Topf sitzt, mehr Platz ist halt nicht. Aber auch dieses Relikt wird bald von den Neubauten verschluckt werden.
Tut mir leid, weil ich auf den Bildern immer so grinse,
aber mir gefällt mein Leben nun mal,
tagein, tagaus.