Eine rettende Idee muss her!
Vorgeschichte: Bruno und Selma Brotkopp stehen an einem Wendepunkt in ihrem (gemeinsamen) Leben. Während Selma verstanden hat, dass sich grundsätzlich etwas ändern muss in ihrer Beziehung, hängt Bruno noch in der Vergangenheit fest. Es gelingt ihm nicht, über den Tellerrand seiner depressiven Rückwärtsgedanken zu gucken. Im Gegenteil, er suhlt sich in seinem Unglück - und das scheint die einzige Aktivität in seinem Ruhestand-Leben zu sein. Seine Mühle bzw. seine Arbeit hat sein Leben dermaßen geprägt, dass er nicht in der Lage ist, neue Wege zu entdecken. Nachzulesen in:
Selmas letzter Versuch
Es fiel ihr wie Schuppen von den Augen. Nach den Tränen flossen nun die Gedanken: Viele Jahrzehnte gab es für sie und ihr Mann nur ein gemeinsames Ziel, ein gemeinsames Projekt. Da sie keine Kinder hatten, ging ihre gesamte Energie in die Mühle und die Bäckerei. Es hatte nicht viel Zeit drum herum gegeben, denn der Job war hart und zeitintensiv. Der abrupte Wechsel zum Nichts-Tun war einfach zu krass gewesen - sie waren nicht vorbereitet darauf, sich nur noch um sich selbst zu kümmern.
"Wir brauchen eine neue Aufgabe!"
Selma war plötzlich wieder voller Energie, entfernte die durchweinten Taschentücher von ihrem Bett und setzte sich wieder in ihren Lieblingssessel. Hier konnte sie am besten sinnieren...
Selma ganz modern
Hätte sie gewusst, was ein mindmap ist, hätte sie eines erstellt. Mit "Familie Brotkopp" und der Mühle in der Mitte. Jedenfalls kreisten ihre Gedanken immer um diese Mitte herum. Auch "brainstorming" war ihr nicht bekannt, dennoch nutzte sie nutzte es, indem sie locker ihr Gehirn nach "Windmühle" durchforstete.
"Hihi!" lachte sie plötzlich, als sie an Don Quijote denken musste - dieser komische Ritter, der mit den Flügeln einer Windmühle kämpfte, ohne zu erkennen, wie sinnlos dieses Unterfangen war. "So ein Blödmann! Und irgendwie ist mein Bruno ein bisschen genauso drauf... hihi, Bruno, der Ritter in einer strahlenden Rüstung!" Selma sah ihren Mann förmlich vor Augen und amüsierte sich köstlich bei dieser Vorstellung.
"Naja - jung und strahlend ist er ja nun nicht mehr... aber die Idee ist gut, wenn hier bei unserer ehemaligen Mühle ein Ritter leben würde. Das würde doch wohl noch mehr Menschen anlocken und hier wäre wieder Leben in der Bude..."
Bruno mal ganz anders
Am nächsten Morgen weckte Selma ihren Mann früher als sonst. Sie war zu aufgeregt und nach einer sehr kurzen Nacht auch zu neugierig, was Bruno zu ihrer Idee sagen würde!
Nachdem er nun endlich wach wahr und die Idee seiner Frau verstanden hatte, bemerkte auch er eine leicht Unruhe in seinem Körper. Sollte es doch noch etwas geben, bei dem er gebraucht wurde? "Ich glaube, wir haben doch eine Menge alte Mühlenteile und Schrott aufgehoben... das könnte vielleicht eine Rüstung ergeben.. hmmm, lass uns mal gucken!"
Bruno hatte Feuer gefangen - handwerklich war er sehr geschickt und kreativ auch. So hatte er seine Mühle immer in allen Belangen selbst betreuen können. Schnell verschwanden beide in der großen Bodenkammer, durchstöberten aufgeregt die Schätze dort und wurden mit vielerlei Krimskrams fündig. Allerdings fehlte noch der Ritter für die Rüstung, denn Bruno war zu alt für die schweren Teile...
Gemeinsam geht es besser
Während Bruno in seiner Werkstatt Teil an Teil zusammenschweißte, verfolgte Selma ihre Idee weiter. Sie brauchte nur ein paar Telefonate zu führen und wichtige Helfer des dörflichen Touristenvereins für ein Picknick zur Mühle einzuladen. Es war schönes Wetter und viele interessierte Menschen kamen. Alle wunderten sich, schließlich hatten sie den allmählichen Verfall von Bruno miterlebt. Was würde es denn jetzt so Spannendes zu sehen geben?
Ihre Verwunderung war noch größer, als sie den Mühlenplatz erreichten und sich ihnen ein unerwartetes Bild zeigte:
Bruno und sein neuestes Werk, welches die Zukunft der Mühle und der beiden Grotkopps retten würde:
FotoGedanken
Gedanken kommen und gehen lassen zu einem bestimmten Foto, welches in irgendeiner Form im Text, in einer Geschichte, einem Gedicht, ... vorkommen sollte. Soweit die Idee der Fotogedanken.