Glaubenssätze formen dein Leben!
Die aktuelle Runde: FotoGedanken ganz "klassisch" (wie gehabt)
Jede Woche gibt es ein Foto, zu dem sich der geneigte Leser Gedanken machen bzw. die er in eine spezielle Form (als Meme, Gedicht, Rezept, Geschichte,... ) bringen darf.
Einzige Bedingung: Das Foto muss irgendwie irgendwo mit auftauchen. Ansonsten geht es um Spaß... Ihr findet es unter meinem Beitrag:
My home is my castle
Astrid ist eine junge dynamische Frau, die ihr zufriedenes Singledasein in einer kleinen 2-Zimmerwohnung verbringt.
"Klein aber fein"
...ist ihr Motto und damit fährt sie gut. Ihr Konto weist am Ende des Monats immer noch ein vernünftiges Plus auf - und das, obwohl sie seit 8 Jahren einen Sparvertrag mit einem monatlichen Sümmchen füllt.
"Steter Tropfen füllt das Glas"
...ist einer der lebenstauglichen Sätze, die ihr Vater ihr mit auf den Weg gegeben hat. Im Gegensatz zu ihrem Bruder hat Astrid verstanden, dass es sich um eine umgewandelte Redensart handelt, die nicht wörtlich zu nehmen ist. Für Sven ist es wahrscheinlich die einzige Lebensweisheit, die er von seinen Eltern übernommen hat.
"Sorge in der Zeit, dann hast du in der Not"
...hat ihm bereits in den Kinderschuhen ein müdes Grinsen abverlangt, wenn er seinen Schokoweihnachtsmann sofort genussvoll verspeiste, während Astrid Weihnachtsmann Nummer 6 zu den anderen Relikten vergangener Feste stellte.
"Man weiß ja nie"
... vielleicht hätte sie mal irgendwann einen Heißhunger auf Schokolade und wäre dann gewappnet. Dass sich Sven dies zu nutze machen würde, hätte sie eigentlich ahnen können, schließlich lautete sein eigenes Lebensmotto
"Ich will alles und zwar sofort
... was ihm zumindest einige befriedigende Jahre verschaffte. Anschließend bestätigten sich dann leider all die Lebensweisheiten seines Vaters, als hätte dieser weißsagen können. Geholfen haben sie nicht...
Am Ende knallt die Peitsche
Kurz gefreut ist lang gereut
Das Leben ist kein Ponyhof
Das Tor des Todes
Während Astrid ihren wohlverdienten Feierabend bei einem Glas Rotwein genießt,
"Ein Gläschen in Ehren, kann niemand verwehren"
stöbert sie mal wieder in ihren Familienfotos herum und bleibt - wie gefühlt tausend Male zuvor - an dem einzigen Foto aus dem letzten Jahr ihres Bruders hängen. Er selbst ist natürlich - wie immer - nicht mit auf dem Bild. Man sieht nur das Eingangstor zu dem Hinterhof, in dem Sven seine letzten Nächte verbracht hat.
Hätte sie ihn dort etwa (be)suchen sollen? Das Tor auf dem Foto ist geschlossen und sieht nicht gerade einladend aus. So hat sie entschieden, nichts zu unternehmen. Schließlich ist sie Sven auch immer egal gewesen, es sei denn, sie wäre in Besitz von Schokoweihnachtsmännern oder - später dann - Geld.
Auch Astrid hat gelernt, Spruch für Spruch, Weisheit nach Weisheit und schließlich ihr Leben danach eingerichtet.
"Jeder ist seines Glückes Schmied"
Nein, ihrem Bruder ist nicht zu helfen gewesen, er war ja schon als Kind anders, frech und lernfaul.
Langsam legt sie das Foto zurück in die Holzkiste und gönnt sich heute ausnahmsweise ein zweites Glas Rotwein. Immerhin ist Sven ihr Bruder gewesen, auch wenn er eigentlich nur Ärger gemacht hat.
In ihren Gefühlen schwankt sie zwischen:
"Wer zuletzt lacht, lacht am besten"
und
"Wer vor dem Tod flieht, läuft ihm nach."
Collage: wie immer Canva mit Pixabay Fotos