Hallo ihr Lieben,
und wieder war ich lange Zeit abwesend und werde es wahrscheinlich auch erst einmal bleiben. Es bleibt momentan kaum Zeit um hier online zu sein oder eure Geschichten zu verfolgen, auch wenn es mir fehlt.
Nach unserem Einzug in die neue Wohnung, war kurz Ruhe für uns angesagt (ca. 2 Wochen). Dann gingen die Probleme wieder los.
Meine Arbeitskollegin war immer noch krank und die zweite Kollegin nun schwanger und ebenfalls krank. Das ist nun 3 Wochen her und seitdem schmeiße ich die Praxis ganz alleine. Ich arbeite also 3 Tage bis 19 Uhr und habe im Schnitt eine 42 Stunden Woche, die mir kaum Zeit übrig lässt.
Doch das schlimmste ist, dass mein Vater vor zwei Wochen gestürzt ist. Diesmal hatte er leider nicht so viel Glück wie sonst. Er ist gestürzt, weil ihm schwindelig wurde. Nach dem Sturz klagte er über eine Lähmung der rechten Körperhälfte und Sprachstörungen. Ein Schlaganfall wurde zum Glück direkt ausgeschlossen.
Da bei meinem Vater kein MRT durchgeführt werden kann, wurde er geröngt. Es wurde festgestellt, dass er sich den 4,5 und 6 Halswirbelkörper gebrochen hat. Kurz vor Genickbruch. Es folgten zwei Operationen. Die zweite Operation hat er leider nicht so gut überstanden. Während der OP hörte mein Vater mehrfach auf zu atmen (daran erinnert er sich gruseligerweise noch gut) und hatte danach starke Nachblutungen. Er musste eine Nacht auf der Intensivstation verbringen.
Bereits 4 Tage nach der Operation wurde er nach Hause entlassen. Laut Krankenhausbericht sollte er bereits eine Woche später wieder arbeiten. Schmerzmittel oder Krankengymnastik, daran dachte die Klinik wohl nicht.
Nach 3 Tagen zu Hause klagte Papa über eine akute Verschlechterung. An Aufstehen war gar nicht mehr zu denken, der Hals hing immer tiefer und der ganze Körper wurde immer wieder von Muskelkrämpfen erschüttert. Am Samstag ist er dann erneut gefallen, weil die Kraft in seinen Beinen nicht mehr ausreichte.
Erneut wurde er eingeliefert. Man stellte fest, dass die Schrauben und Platten im Hals verschoben sind und er erneut operiert werden musste. Wir konnten es nicht fassen. Die OP wurde für Sonntag geplant.
Am Sonntag konnte diese nicht starten, also legte man sie auf den Montag. Und dann passiert das Fiasko. Er wurde in die OP Schleuse geschoben und musste dort noch warten, weil ein Notfall reinkam. Dafür hatte natürlich auch Papa Verständnis. Dann haben die Ärzte ihn in Narkose gelegt, beatmet, den Hals aufgeschnitten. Doch dann stellten sie fest, dass das Teil, was sie meinem Vater einbauen wollten, gar nicht steril in der Klinik vorhanden war. Also wurde der Patient wieder zugemacht und aufs Zimmer geschickt.
Ihr könnt euch unsere Wut und Enttäuschung kaum vorstellen. Wie kann so etwas in einer so großen Klinik passieren? Wir waren erschüttert und sind es immer noch.
Gestern wurde dann erneut die OP angegangen. Diesmal war scheinbar alles vorhanden. Man operierte Papa 9,5 Stunden. Geplant waren 4. Angerufen hat uns niemand. Dann wurde uns mitgeteilt, dass beide OP´s in einem Rutsch gemacht worden sind, damit er nicht noch einmal zittern musste.
Diese Nacht hat er wieder auf der Intensivstation verbracht.
Mein Alltag besteht aus Arbeiten und Zittern vor Angst um meinen Vater. Drückt alle Daumen, die ihr habt, dass wir aus diesem Loch wieder herauskommen. Jeder gedrückte Daumen hilft uns weiter.
Wir hoffen nun auf eine Entlassung in eine gute Rehaklinik, die ihn aufpeppeln kann. Es ist so wichtig, dass seine Muskulatur durch einen Physiotherapeuten wieder richtig gefördert wird.
Dieser Text ist im Vorbeigehen geschrieben, da ich nun auch wieder in die Klinik muss.
Ihr Lieben, ich denke viel an euch und werde sobald es mein Privatleben zulässt, wieder am Start sein.
Ich drücke euch!