Liebste deutschsprachige Steemitmenschen, wir haben es bis Ausgabe 8 geschafft und da die 8 zu meinen Lieblingszahlen gehört, gibt es heute ein kleines Gewinnspiel! đđ
Aber zunĂ€chst stelle ich euch ein spannendes Thema vor, im Rahmen dessen ihr dann anschlieĂend kreativ werden dĂŒrft!
Das Thema des Tages ist das Oxymoron! Und schon diese Bezeichnung an sich ist ein solches SprachphÀnomen, denn das Wort setzt sich zusammen aus
oxys âscharf(sinnig)â und moros âdummâ 1
Ebenso scharfsinnige Beobachter werden nun bereits festgestellt haben, dass ein Oxymoron ein aus zwei sich ausschlieĂenden oder widersprechenden Worten zusammengesetzter Begriff ist und zur Welt der rhetorischen Figuren gehört! Wir sprechen also ĂŒber Kombinationen wie: âohrenbetĂ€ubende Stilleâ, âzum Sterben schönâ, âKrieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Unwissenheit ist StĂ€rkeâ.
Obwohl sie sich widersprechen oder gar gegenseitig ausschlieĂen haben Oxymora â zumindest meiner Meinung nach â meist eine verstĂ€rkende Wirkung. Ich finde, dass beispielsweise âohrenbetĂ€ubende Stilleâ verdeutlicht, wie still es ist.
Bereits seit meiner Kindheit kenne ich das folgende Gedicht (vielleicht ist das der Ursprung meines Spleens?), welches die Funktionsweise von Oxymora hervorragend verdeutlicht. AuĂerdem finde ich es höchst amĂŒsant und möchte es euch nicht vorenthalten, sofern ihr es noch nicht kennt:
Christian Morgenstern* - Verkehrte Welt
Dunkel war's der Mond schien helle,
Schnee bedeckt die grĂŒne Flur
als ein Auto blitzeschnelle,
langsam um die Ecke fuhr.
Drinnen saĂen stehend Leute,
schweigend ins GesprÀch vertieft,
als ein totgeschossner Hase,
auf der Sandbank Schlittschuh lief.
Und der Wagen fuhr im Trabe,
rĂŒckwĂ€rts einen Berg hinauf.
Droben zog ein alter Rabe
grade eine Turmuhr auf.
Ringsumher herrscht tiefes schweigen
und mit fĂŒrchterlichem Krach,
spielen in des Grases Zweigen
zwei Kamele lautlos Schach.
Und auf einer roten Parkbank,
die blau angestrichen war,
saĂ ein blondgelockter JĂŒngling
mit kohlrabenschwarzem Haar.
Neben ihm ne alte Schrulle,
zÀhlte kaum erst 16 Jahr,
In der Hand ne' Butterstulle,
die mit Schmalz bestrichen war.
Droben auf dem Apfelbaume,
der sehr sĂŒĂe Birnen trug,
hing des FrĂŒhlings letzte Pflaume
und an NĂŒssen noch genug.
Von der regennassen StraĂe
wirbelte der Staub empor
und der Junge bei der Hitze
mÀchtig an den Ohren fror.
Beide HĂ€nde in den Taschen
hielt er sich die Augen zu.
Denn er konnte nicht ertragen,
wie nach Veilchen roch die Kuh.
Holder Engel, sĂŒĂer Bengel,
furchtbar liebes Trampeltier.
Du hast Augen wie Sardellen,
alle Ochsen gleichen Dir.
Und zwei Fische liefen munter,
durch das Blaue Kornfeld hin.
Endlich ging die Sonne unter
und der graue Tag erschien.
Und das alles dichtet Goethe
Als er in der Morgenröte
Liegend auf dem Nachttopf saĂ
Und dabei die Zeitung las.
*Es ist nicht sicher ĂŒberliefert, aus wessen Feder dieses StĂŒck stammt 2, von dem es natĂŒrlich auch noch mehr als eine Version gibt, diese hier soll jedoch von genanntem Autoren sein.
Und nun ist der Punkt gekommen, an dem ihr ins Spiel kommt! Ich verlose 1 SBD an den kreativsten Oxymoron-Schöpfer, der seine Kreation unter diesen Beitrag postet!
(Ich weiĂ, das hat eher was von einer AufwandsentschĂ€digung, aber auch meine Kasse ist leerâŠ)
Ich bin gespannt, was euch so einfÀllt!
Habt alle eine schöne Woche!
Eure meluni
PS: Besten Dank an fĂŒr die Ideenspende!
Quellen: s. FuĂnoten - Bild eins ist meins (: - Bild 2 - Gedicht