Der Film, den ich euch heute zum #FilmFriday vorstellen möchte, ist für mich ein ganz besonderer. Denn er ist der erste koreanische Film, den ich gesehen habe, und er öffnete mir die Welt des koreanischen Kinos. (Übrigens ist das das erste Mal, dass ich eine Art von Filmvorstellugn schreibe, habt bitte Nachsicht)
Ich bin bestimmt nicht der einzige, der Old Boy für den besten Film vom Regisseur Park Chan-Wook hält. Und für den besten Film aus seiner Rache-Trilogie. Ja, bei Old Boy geht es um Rache. Aber auch um Verlust, Sünde, Inzest. Vielleicht erzähle ich schon zu viel, denn am besten stürzt man sich so unwissend wie möglich in den Film.
15 Jahre eingesperrt. 5 Tage Zeit für Rache
Die Geschichte beginnt mit Oh Dae-su und damit, wie er sich als Familienvater ordentlich blamiert. Am Geburtstag seiner Tochter betrinkt er sich lieber und muss schließlich auf einer Polizeistation verwahrt werden. Als ein Verwandter ihn abholt, wird Oh Dae-su von Unbekannten entführt und verbringt die nächsten 15 Jahre in ein und demselben Zimmer.
15 Jahren der Isolation, des Zweifelns, der Fragen danach, wer ihn denn so sehr hassen könnte, was er denn getan haben könnte. Welches Verbrechens war er schuldig, dass er eine solche Gefangenschaft verdiente? Wenigstens hat er einen Fernseher und jeden Tag eine Mahlzeit: Teigtaschen. Jeden Tag gibt es dieselben Teigtaschen. Dann wird er schließlich freigelassen. Und hat 5 Tage Zeit, um herauszufinden, wer ihm das angetan hat. Eine mysteriöse Stimme am Telefon trägt ihn auf, den Grund für seine Gefangennahme herauszufinden. Bei seiner Suche trifft er das Mädchen Mi-do, welches ihn aus Mitleid bei sich in ihrer Wohnung aufnimmt. Und schließlich mit in den Konflikt hineingezogen wird.
Mein Fazit
Für mich ein absolut beeindruckender Film. Schwankend zwischen meditativer Ruhe und emotionalen Gewaltausbrüchen. Die Handlung ist komplex und die Erzählweise erfordert einige Aufmerksamkeit (und ich nehme es niemanden Übel, wenn er ab und zu mal die koreanischen Namen durcheinander bringt). Die Bildsprache kann ebenso überzeugen, aber besonders möchte ich auf den Soundtrack hinweisen. Gerade in den grausamen Szenen hört man mal Musik von Vivaldi, bei einer Prügelszene wummert ein melancholischer, symphonischer Elektrosong im Hintergrund. Der Film und Soundtrack spielt gerne mit den Gegensätzen.
Hauptdarsteller
Ein dickes Lob geht an den Hauptdarsteller, Choi Min-sik. Ich kenne nicht alle seine Filme, aber in vielen, die ich gesehen habe, spielt er eher Bösewichte. Man könnte ihn als koreanischen Gary Oldman bezeichnen. Gerade seine Wutanfälle sind fantastisch. Nicht umsonst wird sein Charakter, Oh Dae-su, im Film auch als Monster bezeichnet.
Das amerikanische Remake von 2013 ist übrigens Grütze. Bitte nicht verwechseln und somit vielleicht den Abend versauen.