Na, dann mal einen schönen Tag …
Irgendwie hatte ich heute Morgen das Gefühl, es wäre wieder an der Zeit für etwas Lyrik.
Das Problem, das sich mir dabei offenbart, kann ich mit ein paar wenigen Worten beschreiben.
Die Worte fließen
Zeilen reihen sich aneinander
Die Seite füllt sich
Und ich stelle fest
Schon wieder nur schwere Kost
Für jeden Verdauungstrakt
Eine Herausforderung
Warum das bei mir mit der Lyrik nicht so hinhauen will?
Ich weiß es selbst nicht.
Es ist ja nicht so, dass ich mir keine Mühe geben würde, aber …
Am heutigen Beispiel festgemacht, könnte die Krux darin verborgen sein, dass ich zu viel von dem weiß, was sich hinter der glänzenden Fassade derer verbirgt, die da ganz weit vorne hinter dem Mikrofon stehen. Das lässt sich nicht so wie ein zu hartes Kopfkissen einfach auf die Seite schieben. Auf die Schnelle auswechseln - sehr schwierig oder geht gar nicht. Nur kräftig durchschütteln, das wäre ein Versuch wert.
…aber, wie dem auch sei - jetzt, da die Lyrik nun mal auf dem Papier ist und es mir sowieso egal ist, was ich mir damit eingebrockt habe, will ich es euch auch nicht vorenthalten.
Wo ihr euren Mülleimer geparkt habt, das wisst ihr wohl selbst am besten.
Mein Mann im Parlament...
was getan
nichts gedacht
das Maul groß aufgemacht
viel gehört
wenig gesehen
nichts verstanden
aber das Licht
voll im Gesicht
die Kamera im Auge
die Macht im Kopf
und sonst auch nichts
doch immer emsig
zumindest so getan
gut verstellt
ja, er stellt was dar
Sich gut verkaufen
wie Birnenkompott
ganz auf Augenhöhe
bester Platz im Regal
So viele Worte
und schon wieder nichts gesagt
geschickt
oder gar professionell
jetzt läuft er warm
der Mann will mich verzaubern
sein Grinsen zeigt schon Wirkung
So bietet er sich feil
wie Birnenkompott
ganz geschickt
auf Augenhöhe
ganz klar der beste Platz
in diesem Regal
Sprachlos vis à vis
noch immer dieses Flimmern
hört das Gesabbel niemals auf?
Warum verkrampft mein Magen?
warum fühle ich mich elend?
warum seid ihr so oft
so widerlich?