Ein wortgewaltiger Rundumschlag, der eindrucksvoll beweist, wie wunderbar es doch sein kann, in einer Demokratie die Freiheit zu besitzen, unzensierte Gedanken der Öffentlichkeit zu servieren. Bemerkenswert dabei, dass diese Diskussion über die vermeintlich malade Demokratie auf einer Plattform geführt wird, die weniger für ihre demokratischen, als für ihre oligarchischen Strukturen bekannt ist. Zudem wird sie ganz offensichtlich von Personen geführt, die in ihrem bisherigen Leben noch keine Sekunde eine andere Staatsform als die demokratische „ertragen“ mussten.
Warum wird das Parteiensystem dämonisiert, wenn gleichzeitig betrauert wird, dass die subjektiv auserkorene Partei mit „Heilzubringerqualitäten“ nicht zum Zuge kommt? Soll das Parteiensystem durch auf Personen bezogene Abstimmungen ersetzt werden? Nicolae Ceauşescu, Josip Broz, Fidel Castro oder Aljaksandre Lukaschenko (um nur einige wenige zu nennen) wurden und werden mit dem entsprechenden Personenkult regelmäßig gewählt – demokratisch (versteht sich). Beste geschichtliche Voraussetzungen für einen demokratischen Wechsel zur Abschaffung der Parteien. Vorrangig derer, die ohnehin das Wohl des Wählers aus den Augen verloren haben!
Nicht minder verwunderlich die Forderung nach einer Volksabstimmung, wobei ich aber aus dem Beitrag herauslesen kann, dass die Mehrheit der Bevölkerung zu blöd ist, eine eigene politische Meinung zu bilden.
Das Denunzieren von Personen aus dem politischen Leben auf oder in „Sozialen Netzwerken“ wird zum heiteren Volkssport erhoben und das Trauern um die davon Betroffenen (Walter Lübcke) wird überlagert von der Einschätzung, derjenige hätte es sich durch sein politisches Handeln selbst zuzusprechen.
Die Unausgewogenheit der Medien und hier insbesondere der „roten“ Presse im speziellen Fall der Berichterstattung über den Imperator D. Trump als Beispiel von Volksbeeinflussung zu wählen, verleiht der Diskussion über die Demokratie einen vergnüglichen Charakter.
RE: Wie demokratisch ist die Demokratie?