Vielleicht hast Du bestimmte Glaubenssätze über Trigger gelernt. Ein weit verbreiteter Glaube ist, dass Trigger schlecht sind und wir sie eliminieren sollten. Dabei ist das absolute Gegenteil der Fall: Trigger sind extrem wertvoll für dich.
Wir glauben oft, dass das Verhalten von bestimmten Menschen die Ursache für unsere Reaktionen ist. Der größte Irrtum jedoch ist es, den Trigger-Auslösern, also den Menschen und Situationen, die deine Knöpfe drücken, irgendeine Bedeutung beizumessen.
Es ist wirklich vollkommen egal, wer oder was dich triggert. Einzig und allein entscheidend ist, was in Dir getriggert wird. Deine Mitmenschen und äußeren Umstände dienen nur als Auslöser.
Stelle Dir vor, Du zündest die Zündschnur einer Bombe an. Ist das Feuerzeug verantwortlich dafür, dass die Bombe explodiert? Oder ist die Zündschnur verantwortlich? Wäre die Bombe auch explodiert, wenn Sie leer gewesen wäre? Die Tatsache ist, dass die Bombe explodiert ist, weil Sie ein Sprengstoffgemisch enthält, dass nur darauf gewartet hat, in die Luft zu gehen.
Das entscheidende ist also nicht wer oder was deine Knöpfe drückt. Es ist sogar unmöglich alle Trigger-Auslöser aus deinem Leben zu entfernen, denn wirklich jede Situation hat das Potenzial, deine Schmerzpunkte zu aktivieren. Viel mehr kommt es darauf an, was in Dir vorhanden ist. Gibt es ein Sprengstoffgemisch in Dir, dass aus verdrängten Gedanken, Gefühlen und altem Schmerz besteht?
Trigger bieten Dir die Möglichkeit, dass Dir diese alten Wunden bewusst werden und Du sie heilen kannst. Lade also heute mal ganz bewusst Trigger in dein Leben ein. Sobald in diesen Momenten ein Widerstand in Dir hoch kommt, kannst Du ihn fühlen, annehmen und somit heilen lassen.
Die folgende Geschichte veranschaulicht sehr gut, wieso es immer nur darauf an kommt was getriggert wird und nicht was der Auslöser ist:
"Ein Mönch wollte allein meditieren. Er verließ das Kloster und ruderte in seinem Boot bis zur Mitte des Sees hinaus. Dort setzte er den Anker und begann zu meditieren. So waren einige Stunden in völliger Stille vergangen, als er plötzlich den Aufprall eines anderen Bootes spürte.
Seine Augen waren noch immer geschlossen, aber er fühlte eine Welle großen Ärgers aufsteigen, und als er die Augen öffnete, war er bereit, den Mann im anderen Boot wütend anzuschreien, der seine Meditation so rücksichtslos unterbrochen hatte. Wie erstaunt war er aber, als er sah, dass das Boot leer war! Es hatte sich vermutlich losgerissen und war hinaus auf den See getrieben.
In diesem Augenblick traf ihn die Erkenntnis, dass der Ärger und die Wut in ihm selbst waren. Der Aufprall eines Objekts hatte genügt, um sie hervorzurufen! Von da an erinnerte er sich bewusst jedes Mal daran, dass die andere Person nur ein leeres Boot gewesen war, wenn er jemanden traf oder er etwas erlebte, das seinen Ärger provozierte. Denn der Ärger und die Wut waren in Wahrheit in ihm selbst – und warteten nur darauf, einen Anlass zu finden, um hervorzukommen."
Inpiration von Maximilian Petry
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