Vor Kurzem habe ich ein paar Tage in Catania verbracht. Der erste Stop auf unserer Sizilien Reise und eine Stadt, die viele Gegensätze mit sich bringt, welche ein schnelles Urteil gar nicht so leicht machen. In diesem Post möchte ich Euch mitnehmen auf eine Reise vorbei an wunderschönen Gebäuden, leckerem Essen, italienischem Flair, Seeluft aber auch Verkehrslärm, Trubel und einigen weniger schönen Ecken. Aber fangen wir von vorne an....
Unsere Ankunft
Bevor wir uns auf den Weg nach Sizilien gemacht haben, wurden natürlich einige Vorbereitungen getroffen. Die Hotels und der Mietwagen waren gebucht und damit auch die ungefähre Reiseroute. In Catania gelandet gab es also einen Plan: Koffer einsammeln, Auto abholen und ab zum Hotel. Soweit so gut. Der Flughafen ist sehr übersichtlich und die Koffer kamen schnell an. Beim Abholen des Mietwagens gibt es aber je nach Anbieter einen Trick: hinter dem etwas abgelegenen Terminal C befindet sich ein abgetrennter Bereich, in dem sich viele Mietwagenfirmen niedergelassen haben. Das sollte man wissen, damit man nicht wie wir mehrfach den kleinen Ankunftsbereich abläuft, um dann festzustellen, dass die Mietwagenfirma hier gar keinen Stand hat. Nach den ersten Orientierungsproblemen konnten wir unseren Mietwagen aber entgegennehmen und uns auf den Weg in Richtung Hotel machen.
Der Verkehr
Die Autofahrt zum Hotel war für mich ehrlich gesagt der erste Stressfaktor im Urlaub. Die Sizilianer haben einen sehr interessanten Fahrstil. Spuren interessieren hier die Wenigsten, rund um Catania werden rote Ampeln gerne mal überfahren (die meisten sind aber ohnehin aus), in Kreiseln und an Kreuzungen sowie beim Versuch die Spur zu wechseln heißt es rein drängeln und hoffen, dass das Auto heile bleibt. Es ist voll, laut und chaotisch. Viele Straßen sind eng und dicht beparkt. Außerdem sieht man den meisten Autos an, dass sie bereits den ein oder anderen (kleinen) Unfall hinter sich haben. Das hat mich nicht gerade beruhigt. Hier muss man kühlen Kopf bewahren und sich dem sizilianischen Fahrverhalten bestmöglich anpassen. Ansonsten ist das Auto als Fortbewegungsmittel hier zumindest in den Städten nicht die richtige Wahl.
Eine Reise durch Catania
Es gibt aber gute Nachrichten: Auch wenn sich das Hotel wie in unserem Fall etwas außerhalb befindet, kann man das Auto für die Entdeckertour in Catania relativ zentral in kleinen Parkgaragen unterstellen und sich die Sehenswürdigkeiten in der Stadt sehr gut zu Fuß anschauen. Hier habt ihr eine breite Auswahl an Möglichkeiten und könnt die Besichtigung der Stadt ganz nach Euren Vorlieben gestalten. Ob ihr einfach durch die kleinen Gassen schlendern, Kunst und Kultur entdecken, im Park entspannen, leckeres Essen genießen oder an den Strand gehen wollt, bleibt ganz Euch überlassen. Denn grundsätzlich ist in Catania erstmal alles möglich. Ich möchte Euch aber im weiteren Verlauf gerne meine Highlights vorstellen und erklären, warum es die ein oder andere Aktivität nicht auf die Empfehlungsliste geschafft hat.
Was solltet ihr nicht verpassen?
Ich kann Euch empfehlen Eure Tour durch Catania am Piazza dell Duomo mit der Fontana dell'Elefante zu starten. Von hier könnt ihr zunächst in die Badia di Saint'Agata gehen. Das ist zwar die kleinere der beiden Kirchen, aber in dieser etwas unscheinbareren Kirche habt ihr die Möglichkeit für 5 Euro pro Person auf die Kuppel zu steigen und einen rundum Blick über die gesamte Stadt bis hin zum Ätna zu erleben.
Wenn ihr Euch hier einen ersten Überblick verschafft habt und den Ätna aus der Ferne bestaunt habt, solltet ihr auch noch in die genau gegenüberliegende Basilica Cattedrale di Saint'Agata gehen. Die große Kathedrale ist in einem wirklich schönen Zustand und reicht an Verzierungen und Gemälden.
Um zwischen den schönen kirchlichen Bauten auch den Trubel der Stadt zu erleben, solltet ihr unbedingt von der Piazza aus in Richtung Fontana dell'Amenano gehen. Direkt hinter dem barocken Brunnen startet der berühmte Fischmarkt La Pescheria di Catania. Hier könnt ihr frischen Fisch kaufen, Austern mit Zitrone probieren oder bei den kleinen Ständen und Lokalen drumherum frische Fischgerichte bestellen. Außerdem gibt es einige Obst- und Gemüsehändler, die hier ebenfalls ihre Waren anbieten. Perfekt als kleiner frischer Snack zwischendurch.
Ausgestattet mit ein bisschen frischem Obst, könnt ihr jetzt die Via Etnea entlang schlendern. Die Hauptflaniermeile in Catania auf der sich viele Geschäfte befinden. Wenn ihr der Straße einfach folgt, gelangt ihr an der Piazza Universitá sowie der Piazza Stesicoro entlang und landet nach einem kleinen Spaziergang am Parco Maestranze mit der Villa Bellini und Chiosco di Villa Bellini. Geht unbedingt hoch zu dem Pavillion und genießt ein paar ruhige Minuten auf einer der Sitzbänke.
Wenn ihr Euch aus dem Park wieder Richtung Zentrum begebt, könnt ihr nun ein bisschen durch die Nebenstraßen schlendern. Hier entdeckt man die ein oder andere schöne Gasse und kann so noch zu einem meiner persönlichen Highlights gelangen: dem Monastero dei Benedettini di San Nicoló l'Arena in dem sich mittlerweile die Unversität Catanias befindet. Das ehemalige Kloster ist wirklich beeindruckend. Das Gebäude ist in einem tollen Zustand, die beiden Innenhöfe sind sehr schön gestaltet und ich konnte mich an dem Gebäude kaum satt sehen.
Und was ist nicht in meinen Highlights gelandet?
Zum einen das Teatro Antico greco-romano di Catania. Das alte Theater ist ohne Frage schön und hat so mitten in der Stadt liegend schon seinen ganz eigenen Charme. Allerdings wird einem hier der häufig schlechte Instandhaltungszustand der schönen Gebäude, auch durch den Blick aus dem Theater heraus, sehr bewusst vor Augen geführt. Wir haben uns das Theater tagsüber angeschaut. Meine Empfehlung, falls ihr auf einen Besuch des Theaters nicht verzichten wollt: In dem antiken Theater gibt es regelmäßig Aufführungen. Ich glaube im dunklen, mit der angebrachten indirekten Beleuchtung und einem aufgeführten Theaterstück, kann einen das Theater deutlich mehr in seinen Bann ziehen und Euch mit seinem antiken Charme überzeugen.
Zum anderen das Castello Ursino. Die Burg aus dem 13. Jahrhundert ist von außen und innen leider wenig spektakulär. Für den Eintritt, den ihr hier zahlt, bekommt ihr allerdings eine Ausstellung von Gemälden und archäologischen Gegenständen präsentiert. Solltet ihr also Kunstliebhaber sein, ist das Kastell bestimmt eine Besichtigung wert.
Und wo bleibt jetzt die Kulinarik?
Neben dem Fischmarkt gibt es natürlich auch noch andere kulinarische Empfehlungen, die ich euch mitgeben kann:
Direkt in der Innenstadt findet ihr das Restaurant A Putia Dell'Ostello. Hier könnt ihr zum Beispiel zum Abschluss eurer Erkundungstour durch Catania leckere sizilianische Gerichte zu fairen Preisen genießen. Besonderes Highlight: Abends könnt ihr nicht nur draußen vor dem Restaurant sondern auch eine Etage tiefer in einer unterirdischen Lavahöhle euer Essen zu Euch nehmen.
Etwas außerhalb in Aci Castello findet ihr das Bon Appétit. Ein kleines, sehr unscheinbares Feinkostgeschäft, in dem ihr sowohl vor Ort essen als auch Essen mitnehmen könnt. Hier findet ihr eine Auswahl an frisch zubereiteten sizilianischen Spezialitäten, Antipasti, Pizzen und Nudelngerichten zu unverschämt günstigen Preisen. Das solltet ihr wirklich nicht verpassen.
Ebenfalls etwas außerhalb von Catania in Aci Castello befindet sich das Mama Sea. Ein wirklich schönes Restaurant mit Blick aufs Meer. Hier findet ihr eine teilweise besondere Küche zu etwas höheren aber trotzdem fairen Preisen. Wir hatten eine Fischvariation als Vorspeise und Pizza als Hauptgang. Beides war eine absolute Empfehlung und auch die Getränke sind nicht zu vernachlässigen.
Mein Fazit zu Catania
Das Essen und einige Orte haben mich schon ein bisschen verzaubert. Der Trubel am Fischmarkt, das mediterrane Flair und die teilweise wirklich schön restaurierten barocken Gebäude, sowie der Blick zum Ätna sind schon etwas besonderes. Schade ist jedoch, dass die Stadt an vielen Ecken sehr dreckig und der Großteil der Gebäude in einem schlechten Zustand sind. Der laute und chaotische Verkehr sowie die kaum vorhanden Bürgersteige tun leider ihr übriges, um ein entspanntes schlendern durch die kleinen Gassen zu verhindern. Diese Gegensätze bringen mich auch zu meinem Fazit: Solltet ihr einmal in Sizilien sein, ist Catania auf jeden Fall einen Teil eurer Reise wert. Aus meiner Sicht reichen aber 2-3 Tage völlig aus um die Stadt zu erleben und zu entdecken.