Es ist Sonntagabend, ich sitze nun schon seit knapp 2 Stunden vor meinem Biologiehefter und gehe den Stoff der letzten Wochen nocheinmal durch, um bei der anstehenden Leistungskontrolle gut abzuschneiden. Völlig im Fokus, die anstehenden Klausuren und die unnötigen Hausaufgaben ausgeblendet, lese ich Zeile für Zeile, Abschnitt für Abschnitt und versuche einzelne Vorgänge zu verstehen und Fakten auswendig zu lernen. Mittlerweile ist es 21 Uhr. Ich habe mir vorgenommen, heute extra zeitig ins Bett zu gehen, um am nächsten Tag konzentriert Höchstleistung zu vollbringen. Mit Gedanken an die Zellatmung (Thema der Leistungskontrolle), schlafe ich recht schnell ein und stehe auch am folgenden Tage rechtzeitig und motiviert auf.
Es ist ein Schultag wie jeder andere (Ableitungsfunktionen, Portraitmalerei, die Politik des Deutschen Kaiserreichs - alles Sachen, woran ich mich in 5 Jahren nicht einmal mehr erinnern werde).
Bis 13:20 Uhr! Es beginnt der Biologieunterricht, ich möchte einfach nur die Last loswerden, einfach nur mein Wissen anwenden und die Leistungskontrolle hinter mir haben. Die Aufgabenblätter werden ausgeteilt, ich schaue drauf........ mein Puls sinkt von 100 auf 20, die Farbe meines Kopfes wird leicht rötlich, die Mundwinkel sinken herab, ich habe bereits mit meinem Leben abgeschlossen (gut, ganz so schlimm war es nicht). Was ich damit sagen will, es kommt mir vor, als ob ich nichts über dieses Thema wüsste, obwohl genau das Gegenteil der Fall ist. Während ich in diesen Gedanken versinke, meldet sich der erste Schüler und sagt, dass er dieses dargestellte Schema noch nie gesehen hätte und nicht weiß was zu tun ist, ein zweiter Schüler ruft "ich auch nicht"! Schließlich stimmt die gesamt Klasse zu, inklusive mir.
Die Leistungskontrolle bestand aus einem Schema, welches den Vorgang der Zellatmung darstellen sollte und einzelnen Teilaufgaben, die sich auf dieses Schema bezogen, wie beispielsweise "Bennene Vorgang 1,2 und 3". Wir fragten unsere Lehrerin nach Tipps oder Anhaltspunkten. Diese bekamen wir dann auch, allerdings waren wir danach so "schlau" wie vorher. Wir konnten einfach keinen Bezug zu dem herstellen, was wir im Unterricht besprochen und aufgeschrieben hatten. Sie meinte dann nur, dass wir den Stoff nicht auswendig lernen, sondern im Unterricht zuhören und es verstehen sollen! DOCH WIE ZUR HÖLLE SOLL MAN ETWAS VERSTEHEN, WENN MAN ALLES NUR OBERFLÄCHLICH ERKLÄRT BEKOMMT ODER ES SICH SOGAR SELBST BEI HAUSAUFGABEN BEIBRINGEN MUSS?
Ich habe immer gut zugehört und auch gelernt und andere auch, doch wieso gestaltet man seine Leistungskontrolle nicht so, dass sie für Schüler locker machbar ist, falls sie alles verstanden und gelernt haben? Wieso lautet die Aufgabe im Unterricht oftmals: "Lest Euch Seite X durch und schreibt Euch das wichtigste auf"? Wieso wollen mache Lehrer die Schüler dumm dastehen lassen, ganz nach dem Motto:"das habt ihr von eurer Dummheit".
Leider gibt es solche Fälle zu oft, dass man als Schüler Aufgaben einfach nicht lösen kann, auch wenn man das Prinzip verstanden habt. Aufgaben müssen so angepasst werden, dass sie lösbar sind und den Namen einer Kontrolle gerecht werden.
Ich setz mich dann mal an meinen Mathe Hefter, um vielleicht bei der morgigen Klausur etwas besser abzuschneiden...
Wie ist Eure Meinung zu dem Thema? Für eine kleine Diskussion mache ich gern eine Lernpause. Ansonsten lasst bitte eine Bewertung da, falls Euch der Beitrag gefallen hat. Wenn Ihr nichts mehr verpassen wollt, wisst Ihr ja was zu tun ist :)