Okay.
Es bedarf keiner langen Diskussionen.
Ich darf mich unangefochten zum langsamsten Sopa Paraguaya-Bäcker westlich des Urals küren lassen. Hohn und Spott darf reichlich über mich ergossen werden, doch ins Ziel habe ich es trotzdem geschafft. Wenn auch mit Umwegen - doch auch die haben sich gelohnt.
Doch bevor ich meine Offenbarung serviere, zuerst ein “Rückblick” auf die Teller der europäischen Mitstreiter.
Die südamerikanische Gewürzpflanze mit Adelstitel läuft ja als Ideengeber außer Konkurrenz. Außerdem hat den Kochlöffel überhaupt nicht geschwungen. Den attraktiven Damen bei der Arbeit zuschauen, sich danach den Bauch voll schlagen und sich mit dem Versprechen zu verabschieden, bald erneut am Küchentisch zu sitzen, da muss sich der Applaus in Grenzen halten. (Duud ma lääd meij Gudda, awwer es Lääwe is hart.)
Doch nun zu den wirklich Aktiven.
muss zweifelsohne als Sprint-Königin gefeiert werden und darf unter tobendem Applaus uns eine Ehrenrunde nicht versagen. Das von ihr fabrizierte und vorgestellte Produkt lehnt sich stark an das O-Rezept des Prinzen an. Nach übereinstimmender Meinung aller greifbarer Tester, kann das Rezept auch ohne schlechtes Gewissen an nachfolgende Generationen weitergegeben werden.
Mein Urteil aus der Ferne: Der Ofen würde mir gut zu Gesicht stehen!
, der in Südamerika kurzzeitig mit der Machete unterwegs war und daher, logischerweise, die Ernte mit in das Rezept einbaute, gebührt der Innovationspreis. Nur leider vergaß er in seinen Planungen die physikalische Dichte der Frucht mit einzubeziehen. Daher hielt sich das Ergebnis flach über dem Boden, was aber nichts über den Geschmack zu sagen hat.
Mein Tipp: Alles richtig gemacht. Nur beim nächsten Versuch einen Hefe-Ansatz zubereiten und den mit dem geschlagenen Eiweiß unterheben.
Mein eigentlicher Mitstreiter im Kopf-an-Kopf-Backen, , der mich letztendlich um Längen schlug, hat alles richtig gemacht. Rezept lesen, skeptisch sein - aber trotzdem interessiert, Kosten sparen, Zutaten halbieren und anschließend der Sopa die eigene Handschrift verleihen. Er ist der Meinung mit der nötigen Schärfe dem Maismehl etwas mehr Pepp zu verleihen. Klasse Idee! Aber noch besser hat mir gefallen: Ich habe geliefert - meine Frau kümmert sich um das Chaos! Hier bin ich zuhause!
Daher kein Tipp. Es läuft doch optimal.
Jetzt zu , den Nachzügler schlechthin.
Nun habe mich endlich am heutigen Morgen ins Dorf geschwungen, den Damen über 70 ein Lächeln und ein paar Komplimente geschenkt, um am Ende mit einem Frischkäse (1 kg) und einem großen Glas frischem Sauerrahm wieder an den heimischen Herd zurückzukehren. Doch um an diese wertvollen Produkte zu gelangen, reichen Komplimente und Grimassen nicht aus. Da ist Hinsetzen, Zuhören, Ratgeben und Fragen beantworten unbedingt dazu. So war es nur eine Frage der Zeit, bis folgende Frage gestellt wurde:
“Für was brauchst du überhaupt den Käse?”
“Ich backe eine Sopa Paraguaya.”
“Was kommt dort außer Käse noch so rein?”
“Maismehl, Butter, Milch und Eier.”
“Das heißt bei uns Zlevanka. Nur wir backen das fast immer als süßer Kuchen. Wenn schon salzig, dann aber mit Speck oder geräuchertem Schinken drin.”
So hätte ich im Laufe des Vormittags ein kleines Notizbuch mit Rezepten füllen können. Doch habe ich mich für das Original entschieden. Als saftige Beilagen entschied ich mich zu einem Gemüse-Curry und grünem Salat.
Als Gegenleistung zu den morgendlich erhaltenen Gaben war es natürlich eine Selbstverständlichkeit den Großteil der Sopa Paraguaya zur Verkostung ins Dorf zu bringen.
So viel sei verraten: Ich bin auch weiterhin ein gern gesehener Gast im Kreis der Kennerinnen, was die Verarbeitung von Maismehl betrifft.
Alle Daumen Hoch!👍👍👍👍