Als einer der Betreiber von @Austroboost, möchte ich mich natürlich auch gerne zu Wort melden. Zunächst einmal wollte ich kurz auf die Entscheidung eingehen, den kontroversen Beitrag nicht unzuvoten und aus den Tagesreport herauszunehmen. Mir geht es im Wesentlichen darum die Voting Entscheidungen des Bots nicht durch meine persönliche Meinung zu beeinflussen und dadurch den öffentlichen Diskurs zu (unnötig) beschränken.
Ich stimme mit dem Absatz über Zensur im Steemit Whitpaper überein, dass es für eine Gemeinschaft förderlicher ist durch freie Diskussion Konsens zu erreichen als durch Zurücknahme von Votes. Immerhin wurde der Beitrag in der Commentsection diskutiert und auch geflagged, das sollte reichen. Ein wesentlicher Grundgedanke von Steemit gegenüber anderen Social Media Platformen ist dass die Community allein über den Content entscheiden soll. Wäre der Beitrag nicht gevotet und in den Tagesreport aufgenommen worden, wäre er sehr wahrscheinlich unkommentiert stehen blieben, da es sich um den Beitrag eines neuen Users gehandelt hat. In diesem Sinne möchte ich hier noch einmal den Absatz des steemit White Papers zitieren:
„Freedom of speech is the foundation of all other liberties and any infringement upon freedom of speech undermines the only peaceful means of reaching consensus: discussion. Without free discussion voters cannot be fully informed, and uninformed voters are a greater threat to society than losing the right to vote. Censorship is a means of stealing votes through limiting public discourse. Steem is committed to enabling free speech and building a free society.“
Ich bin dagegen, das Thema Politik gänzlich aufgrund eines „extremistischen“ Beitrags auszuklammern. Auf Extremismus mit Ausgrenzung zu reagieren, ist wiederum eine extreme Entscheidung, die Extremismus nur fördert. Ich bin daher, der Meinung eine starke Community sollte da drüber stehen und extreme/andere Meinungen aushalten können, insbesondere da der Bot niemals aus einer politischen Neigung votet, sondern einfach nur seinem Algorithmus folgt.
Der Bot ist immer neutral. Dass eine nichtmenschliche / maschinelle Entscheidung ohne Intention, derart die Wogen hochgehen lässt und dabei eine Debatte auslöst, die über eine Woche andauert, finde ich beeindruckend. Ich frage mich, ob ein Vote von mir dieselbe Kaskade an Ereignissen ausgelöst hätte ;-). Das Positive daran ist, dass unser Bot ernst genommen wird, weniger erfreulich ist, dass austroboost dafür mehr Kritik einstecken musste als der betreffende Beitrag. Daneben gab es wohlgemerkt, sehr viel Support und auch differenzierte Stellungnahmen. Dafür möchte ich mich hier an dieser Stelle bedanken u.a bei @Mammasitta, , @Zeroooc, @Evostruct, @Flugschwein,
, und allen anderen die konstruktiv zur Debatte beigetragen haben. Viel Dank.
Wichtig ist hier auch, anzumerken, nur weil die hitzige Debatte durch vereinzelte User verbissen auf diversen Chatkanälen am Laufen gehalten wurde/wird?. Dadurch wird die Kontroverse natürlich nicht repräsentativ für die gesamte Gemeinschaft. Deshalb haben @Thomasheindl und ich, sich für eine Befragung entschieden, bei der es darum geht ob das Thema Politik vom Bot gänzlich ausgeklammert werden oder beibehalten wird.
Politische Diversität hat meiner Erfahrung nach, bis dato nie die Harmonie innerhalb der Community beeinträchtigt. Votes von @Austroboost auf diffamierende und extremistische Beiträge stellen bisher eine große Ausnahmen dar. Deswegen halte ich die Moderation der Bot Votes auf politischen Beiträgen, auch wenn sie Grenzen überschreiten, auch jetzt nicht für notwendig. Die Community ist stark genug um das auszuhalten. No Need for Safe Space.
Die Verbissenheit mit der Einzelne die Debatte um diesen einen Vote führen, ist allerdings bereits viel extremer geworden, als der Beitrag um den es hier eigentlich geht. Kontroversen um Vote-Entscheidungen des Bots, sollen Sinn und Zweck von Austroboost nicht weiter überschatten. @Austroboost soll die Gemeinschaft fördern und nicht polarisieren. Der Kompromiss in Zukunft zu moderieren ist hier keine Entscheidung nach Prinzip, sondern nach Maß. D.h Votes auf Beiträge wie die von werden in Zukunft zurückgezogen. Dies gilt allerdings genauso für Beiträge die z. B. Libertäre, Konservative und auch österreichische Freiheitliche pauschal als Nazis bezeichnen oder Linke als grünversifft o.ä.
Es wird auch keine Blacklist mit Keywords geben nach denen Beiträge pauschal als extremistisch und einem bestimmten politischen Lager zugehörig klassifiziertwerden („Bullshit-Bingo wie Luschn es nennt). Der Grund liegt auf der Hand, wahre Sachlichkeit sieht anders aus ,da dies auch Beiträge betreffen würde, die sich kritisch mit solchen Keywords auseinandersetzen. Zudem sind Beiträge aller politischer Richtungen bei willkommen, so lange sie in Zukunft sachlich und nicht diffamierend sind.
Stattdessen arbeite ich bereits an einer Strategie wie man das Qualitätsmanagement noch verbessern kann ohne Zensur. Ein Punkt wo man ansetzen kann ist z.B wenn der Bot länger nicht gevotet hat, kann es möglich sein dass auch Beiträge die eine geringe Punktzahl und Qualität ein Vote kriegen. Das liegt daran dass Beiträge mit hoher Punktzahl die "Messlatte" zwar anheben können, Beiträge mit niedriger die Messlatte nicht senken können. Die Messlatte fällt automatisch wenn länger nicht gevotet wird, .. Dies ist notwendig da sonst zu viele Beiträge Einfluss auf die "Messlatte" nehmen. Hier kann man daran arbeiten dass die Messlatte weniger nach unten ausschlägt, z.B indem man den treshold über eine höhere Anzahl von Beiträgen berechnet. Die Hypothese ist dass Extremismus mit schlechter Qualität korreliert, was oft stimmt. Ziel ist es daher die Qualität hochzuhalten, dabei kann jeder mithelfen indem er gute Beiträge schreibt die nicht extremistisch sind :-)