Servus Leute!
Dieser Beitrag bezieht sich auf eine Diskussion, die wir neulich innerhalb der österreichischen Community bzgl. eines Votebots hatten. Wenn euch das also nicht so interessiert, bitte nicht weiterlesen ;) Denke aber, dass diese Thematik durchaus auch für nicht betroffende User interessant sein könnte.
Die Vorgeschichte
Vor wenigen Wochen wurde von der sogenannte
- ein Voting-Bot, der vor allem die österreichischen Autoren unterstützen soll, gegründet. Nach welchem Muster dieser Bot votet, könnt ihr hier nachlesen. Da ich dieses Projekt gut fand, habe ich, wie auch einige andere User, dem Bot eine Delegation von Steempower zukommen lassen. Der Bot votete, tat seine Arbeit, und alle waren happy.
Eines Tages kam es aber dann, das der Bot einen Beitrag gevotet hatte, dessen Inhalt zumindest in Österreich strafrechtlich relevant war. Dieser Beitrag war für mich Anlass dazu zu hinterfragen, wie man mit dem Bot im Hinblick auf solche Posts vorgehen soll. Mir ging es hierbei aber nie um den spezifischen Beitrag, sondern um ein Grundsatzproblem - Die indirekte Unterstützung strafrechtlich relevanter Inhalte durch meine Person.
Das Problem und mögliche Lösungen
Votet ein Bot, den ich unterstütze, einen Beitrag, der strafrechtlich relevant ist, so unterstütze ich diesen Beitrag meiner Meinung nach indirekt selbst. Es ergibt sich also folgende Verbindung:
Da ich nicht in Verbindung mit der Unterstützung solcher Inhalte gebracht werden will - sowohl aufgrund rechtlicher Bedenken als auch weil ich das persönlich nicht will - ergeben sich für mich folgliche Möglichkeiten, diese Unterstützung zu verhindern:
A.) Ich unterstütze den Bot nicht.
B.) Der Bot unterstütz diese Inhalte nicht.
Persönlich würde ich eindeutig Option B.) bevorzugen, da ich natürlich gerne ein Community-Projekt unterstützen wollen würde, welches anderen österreichischen Autoren hilft.
Deswegen habe ich den Betreiber des Bots gefragt, ob er 1.) den zur Diskussion führenden Beitrag unvoten kann und 2.) in den Raum gestellt, ob man politisch polarisierende Posts in Zukunft nicht generellen von Votes ausschließen wollen würde. (strafrechtlich relevanten Inhalt findet man m.M.n. neben dem Thema Religion hauptsächlich in dieser Sparte).
Durch meine Idee, politisch polarisierende Beiträge in der Zukunft nicht mehr zu unterstützen , hat sich die Diskussion vom eigentlichen Thema (Wie vorgehen mit strafrechtlich relevanten Inhalten?), leider hin zu einer Diskussion um Meinungsfreiheit und Zensur entwickelt. Für mich persönlich ist ein nicht-unterstützen jedoch keinesfalls auch nur ansatzweise mit Zensur oder beschränken der Meinungsfreiheit gleichzusetzten, weswegen ich es schade finde, dass die Diskussion sich in dieser Richtung verrannt hat und das eigentliche Problem nicht mehr beachtet wurde.
Die Idee mit dem generellen Auslassen von Posts, die politische Meinungsmache betreiben, finde ich im Gegensatz zu einer individuellen Entscheidung pro Beitrag insofern sinnvoller, als dann die eigene politische Meinung nicht in diese Auswahl einfließt. Und da obigen Beitrag nicht unvoten wollte, weil er keine zentrale Entscheidungsgewalt sein wollte, erschien mir das als die einfachere und fairere Lösung.
Um was es mir aber in Wahrheit am meisten geht, ist, dass ich nicht indirekt als Unterstützer strafrechltich relevanter Beiträge aufscheinen will. Ich denke das könnte auch für die anderen Unterstützer von Interesse sein. Für mich steht das österreichische Strafgesetzbuch, auch wenn ich es sicherlich nicht 100% super finde, sowohl persönlich als auch vor allem rechtlich über dem Whitepaper von Steemit.
Und da eine Lösung im Sinne von B) nicht absehbar war, ich zitiere den Botbetreiber :
Deswegen halte ich die Moderation der Bot Votes auf politischen Beiträgen, auch wenn sie Grenzen überschreiten, auch jetzt nicht für notwendig. Die Community ist stark genug um das auszuhalten. No Need for Safe Space.
habe ich den Ausweg in Lösung A) gefunden und dem Bot die Unterstützung vorerst wieder entzogen, bis die Lage wie in Zukunft mit solchen Posts verfahren wird, geklärt ist.
Was würde ich tun?!
Persönlich fände ich eine Lösung wie von vorgeschlagen (Mein Statement zur Politik-Debatte von [@austroboost] by @melvin7) am sinnvollsten und unterstütze seinen Vorschlag.
Da jedoch des öfteren gesagt hat, keine zentrale entscheidende Stelle sein zu wollen, müsste dieser wohl seine Meinung ändern, damit dieser Weg gewählt werden kann. Als zweite Wahl fände ich eine generelle Ausklammerung politisch polarisierender Beiträge sinnvoller als gar keine Lösung.
Egal wie genau es in Zukunft geregelt wird: Eine gewisse Sicherheit, dass mittels Autovotbot kein strafrechtlich bedenklicher Inhalt gevotet wird (bzw. falls doch zumindest geunvotet wird), wäre für mich eine Grundvoraussetzung, den Bot wieder zu unterstützen.
Abschließende Worte
Wenn mir aus meinen Überlegungen jemand "Du willst Zensur!" oder "Du willst Cop spielen!" vorwirft, finde ich das zwar schade - meine Meinung verändert sich aber dadurch ganz sicher nicht.
Im Rahmen dieser Diskussion hat sich finde außerdem ganz gut gezeigt, wer zu sachlicher Diskussion fähig ist - Und wer nur emotionsgeladen mit Standardfloskeln und völlig deplazierten Aussagen ("geh dahin wo du hingehörst!!! du hast so eine miese energie....nerv bitte andere damit!...", "verschon uns mit deienr Meinung", etc.) um sich zu werfen wusste bzw. die Diskussion generell nicht haben wollte.
An alle die sinnvolle beigetragen haben - DANKE! Und an
natürlich nen fetten Dank für sein Community-Engagement!
Liebe Grüße,
Martin