Zur Fassnachtszeit und zu Helloween sieht man
oft Leute, die sich als Clowns verkleiden.
Viele von ihnen stellen einen Horrorclown dar.
Sie wollen andere Personen erschrecken und ein
Gruseln erzeugen.
Mittlerweile sind in vielen Filmen diese
verfälschten Clowns zu sehen, die andere Leute
erschrecken,
ängstigen,
zerstören,
in die Irre leiten, . . .
wollen.
Die Band „Heiter bis wolkig“ haben sie
in ihrem Lied „Killer Clowns“ beschrieben:
„Die Killer Clowns schlagen zu, ihr seid in größter Not,
ihr habt keine Chance mehr. …
Die Killer Clowns schlagen zu, der Alptraum ist real.
Wir sind gemein und skrupellos, wir bringen Schmerz und Qual. …
Wir klauen eure Harmonie, die ganzen drei Akkorde.“
Die ursprüngliche Figur des Clowns wird durch
diese Gruselclowns
verfälscht,
verzerrt,
missbraucht,
verschoben,
ins Absurde gezogen, . . .
Die Folge ist leider, dass den Clowns misstraut wird.
Die Unbeschwertheit des Clowns geht leider
dadurch verloren.
Ursprünglich stellt der Clown
das Unschuldige,
Unbedarfte,
Naive, . . .
dar.
Der Clown ist kindlich naiv und wahrhaftig.
Er durchlebt das Scheitern an Problemen.
Ein Clown lernt vielleicht einige Dinge,
macht aber trotzdem wieder Fehler.
Er steht zu seinen Fehlern,
steht aber nach diesen Problemen wieder auf.
Die gesamte Schwere des Verhängnisses
trägt er auf seinen Schultern.
Der Clown scheitert intensiver und umfangreicher
als die Zuschauer.
Alle lachen über ihn, nur er nicht.
Er macht immer wieder die gleichen Fehler,
aber verzweifelt nicht in seiner misslichen Lage.
Er beherrscht die vorgegebenen Regeln nicht.
Fehler werden von ihm viele gemacht.
Er traut sich aber, in diese Niederlagen zu gehen.
Er stellt das Verlieren dar und steht dazu.
Oft kommt sich der Clown wie in dem Gemälde
von Carl Spitzweg, „Aschermittwoch“ vor.
Ein Harlekin sitzt auf einer Pritsche mit
verschränkten Armen und denkt nach.
Das originelle Verhalten des Clowns wirkt
befreiend,
lösend,
entspannend,
fröhlich, . . .
auf den Betrachter.
Bei dem Clown kommt es auf die persönliche
Einstellung an.
Oleg Popow, der große Clown, drückt dies
sehr treffend aus.
„Der Humor rettet den Menschen
in seinen schwierigsten Momenten.
Und was heute eine Tragödie ist,
kann morgen schon lustig sein
und umgekehrt.“
Scheitern
Das Scheitern ist für uns oft nicht erstrebenswert.
Es ist ein Tabu.
Erleidet jemand eine Niederlage,
wird sie oft verschwiegen.
Wenn andere Leute einen Misserfolg hatten,
werden sie oft als unfähig oder inkompetent
dargestellt.
Viele Menschen haben Angst davor,
zu scheitern.
Dennoch kann sich keiner davon ausnehmen,
keine Fehler zu machen.
Entscheidend ist, wie wir mit Versagen umgehen.
„So ist das Leben,
sagte der Clown mit Tränen in den Augen,
und malte sich ein Lächeln ins Gesicht.“
Der Verfasser dieses Zitates ist leider unbekannt.
Der Mut zum Scheitern
Wer sich jedoch auf das Scheitern einlässt,
kann aus Niederlagen gestärkt hervorgehen.
Aus eigenen Misserfolgen kann man viel lernen.
Wer scheitert, entwickelt eine Widerstandskraft
gegenüber Widrigkeiten.
Wichtig ist der Umgang mit Kritik und Versagen.
Wenn wir Scheitern als Chance sehen und
uns daraus weiterentwickeln ist viel gewonnen.
Ohne umständliche Schnörkel würde Kirk Douglas
es auf den Punkt bringen:
„Wer etwas will,
muss mutig sein,
zu scheitern.“
Wer zu sehr auf Sicherheit setzt,
kann vielleicht viel vom Leben verpassen.
Die Angst, einen Fehler zu machen,
kann uns lähmen und verhindert,
dass wir wertvolle Erfahrungen machen.
Heinrich Böll drückte diese besonderen
Momente interessant aus:
„Ich bin ein Clown und
sammle Augenblicke.“
Wenn wir mutig sind,
unser eigenes Scheitern zuzulassen,
werden wir viel aus diesen Augenblicken lernen.
Ich wünsche euch eine gute Woche und
viel Spaß beim experimentellen Umgang
mit Herausforderungen.
Viele Grüße.