AUSZÜGE AUS DEM TAGEBUCH DES HUNDES
7:00 Uhr - Boah! Gassi gehen! Das mag ich am Liebsten
8:00 Uhr - Boah! Fressi bekommen! Das mag ich am Liebsten
9:40 Uhr - Boah! Im Auto schlafen! Das mag ich am Liebsten
10:30 Uhr - Boah! Eine Spazierfahrt! Das mag ich am Liebsten
11:30 Uhr - Boah! Heimkommen! Das mag ich am Liebsten
12:00 Uhr - Boah! Die Kinder kommen! Das mag ich am Liebsten
13:00 Uhr - Boah! Ab in den Garten! Das mag ich am Liebsten
16:00 Uhr - Boah! Noch mehr Kinder! Das mag ich am Liebsten
17:00 Uhr - Boah! Fressi bekommen! Das mag ich am Liebsten!
18:00 Uhr - Boah! Mein Herrchen kommt heim! Das mag ich am Liebsten!
19:00 Uhr - Boah! Stöckchen holen! Das mag ich am Liebsten
21:30 Uhr - Boah! In Frauchens Bett schlafen! Das mag ich am Liebsten!
AUSZÜGE AUS DEM TAGEBUCH DER KATZE
Tag 2.412 meiner Gefangenschaft
Meine Wärter versuchen ständig mich mit kleinen Objekten an Schnüren zu locken und zu reizen. Ich habe beobachtet wie sie sich den Bauch mit frischem Fleisch voll schlagen, während sie mir lediglich zerstampfte gekochte Reste von toten Tieren mit kaum definierbarem Gemüse vorsetzen.
Die einzige Hoffnung welche mir bleibt, ist die einer baldigen Flucht. Währenddessen erlange ich Genugtuung in dem ich das eine oder andere Möbelstück zerkratze. Morgen werde ich mal wieder eine Zimmerpflanze fressen.
Heute habe ich es beinahe geschafft, einen Wärter durch Schleichen zwischen den Beinen zu Fall zu bringen und ihn dadurch zu töten. Ich muss einen günstigen Moment abpassen, zum Beispiel wenn er sich auf der Treppe befindet.
Um meine Anwesenheit abstoßender zu gestalten, übergab ich mich auf einen Polstersessel. Das nächste Mal ist das Bett dran. Mein Plan, ihnen durch den geköpften Körper einer Maus Angst vor meinen mörderischen Fähigkeiten einzuflößen ist leider gescheitert. Sie haben mich nur gelobt und mir Milchdrops gegeben, was wiederum gut ist, weil mir davon schlecht wird.
Heute waren viele ihrer Komplizen da. Ich wurde für die Dauer deren Anwesenheit in Einzelhaft gesperrt. Ich konnte hören, wie sie gelacht und gegessen haben. Ich hörte, dass ich wegen einer "Allergie" eingesperrt wurde. Ich muss lernen, wie ich diese Technik perfektioniere und zu meinem Vorteil nutzen kann.
Die anderen Gefangenen sind Weicheier und wahrscheinlich Informanten. Der Hund wird oft frei gelassen, kommt aber immer wieder freudestrahlend zurück. Er ist offensichtlich nicht ganz dicht.
Der Vogel dagegen ist garantiert ein Spion. Er spricht oft und viel mit den Wärtern. Ich glaube, dass er mich genauestens beobachtet und jeden meiner Schritte meldet. Da er sich in einem Stahlverschlag befindet, kann ich nicht an ihn ran.
Aber ich habe Zeit. Mein Tag wird kommen...