Was ist der Sinn öffentlicher Parks in einer städtischen Struktur, genauer gesagt im 20. wiener Gemeindebezirk? Was machen Menschen dort, warum ist das wichtig und was hat das mit dem zu tun was wir tun?
Also offensichtlich sind Parks öffentlicher Raum, ebenso offensichtlich scheint, dass diese Flächen von der Stadt Wien betreut werden, jener Institution, die von BürgerInnen gewählt wurden um diese Flächen zu organisieren. Weniger offensichtlich allerdings scheint das Bewußtsein darüber zu sein, welche Vielfalt an Nutzen Parks für Menschen haben können. Wußtet Ihr, dass der Park ein Klassenzimmer ist, ich meine im warsten Sinne des Wortes, ein Klassenzimmer? Man könnte eigentlich noch weiter gehen und behaupten ein Park ist ein brilliantes Beispiel für einen coworking space. Ich würde allerdings behaupten, dass dieser Zweck bisher nicht bedacht wurde.
Taking a closer look: / Genau hingeschaut:
1. The people: Who are the people in the park on a Wednesday morning at 11am? What are they doing, what are their thoughts, which languages do they speak, how are they using the park?
2. The park: What does the park offer physically, which equipment, assets, tools, places, which functions?
3. The surrounding: Which entities, shops, initiatives, organizations can be found on the side of the park, basically the frame?
Heute haben wir einen genaueren Blick in den Park geworfen. Gemeinsam mit den global school TeilnehmerInnen haben wir eine Karte vom Park erstellt. Um genau zu sein vom Allerheiligenpark in Wien. Wir haben uns vorgenommen Informationen auf drei Ebenen zu sammeln:
- Die Menschen: Wer sind die Menschen im Park an einem Mittwoch vormittag um 11 Uhr? Was machen sie, was denken sie, welche Sprachen sprechen sie, wie nutzen sie den Park?
- Der Park: Was bietet der Park an Infrastruktur, welche Ausrüstung, welche Nutzungsgelegenheiten, welche Funktionen?
- Die Umgebung: Welche Geschäfte, Initiativen, Organisationen gibt es am Rande, dem Rahmen, des Parks
What did we find? / Was haben wir gefunden?
Also neben den offensichtlichen Beobachtungen, haben wir auch nicht so offensichtliches entdeckt. Was wir entdeckt haben ist eine Art Weltraumstation. Die verschiedensten Lebenslagen, eine Vielzahl an Sprachen, alle Altersgruppen, und ja, Tiere (sehr viele Tiere). Wir haben auch Herausforderungen gefunden.
Aber: Wer nutzt den Park zu welchem Zweck? Was einen Mittwoch vormittag um 11 Uhr angeht, nun da haben wir eine nicht unwesentliche Anzahl an SchülerInnen entdeckt. Aber die waren da nicht zufällig, die waren dort mit deren Lehrer. Die haben dort ihren Unterricht abgehalten, da, in diesem Park. Ich übertreibe also nicht wenn ich sage, dass in diesem Moment der Park ein Klassenzimmer, eine Turnhalle war. Also können wir - wenn wir das wissen - über Parks in einem anderen Zusammenhang nachdenken. Geräte, Installationen etc. sollten dem Rechnung tragen.
Source: Juli
Be aware that parks on this planet are also class rooms / Aufgepasst: Parks auf diesem Planeten sind auch Klassenzimmer:
Also, an uns alle da draussen, wir wissen jetzt, dass aller Wahrscheinlichkeit der Park in Eurer Nähe auch ein Klassenzimmer ist. Was immer Ihr dort macht, bedenkt, dass Ihr von jungen Leuten beobachtet werdet. Parks sind sogar wunderschöne Klassenzimmer. Wir sollten das weiter denken. Weil - so ging es aus den Interviews mit Lehrkräften der angrenzenden Schule hervor - diese Klassen regelmässig Unterricht dort im Park abhalten. Es war keine einmalige Zufallsgeschichte! Diese SchülerInnen sind dort regelmässig.
Parks sind also nicht nur Erholungsgebiete, sie sind sogar Erholungsgebiete mit Bildungsnutzen. Warum also nicht Parks dementsprechend planen? Wir könnten Parks so entwickeln, dass sie zum Lesen und Lernen einladen, vielleicht mit etwas abgeschiedenen Orten, die Fokusierung ermöglichen. Vielleicht Steckdosen für Menschen mit mobilen Endgeräten, starkes Internet, collaborative Infrastruktur allgemein? Die Frage ist, wie das aussehen kann, was ist das genau? Nun, das müssen wir entwickeln.
Source: Petra Šuglová
What are we going to do?
wird einen Info- und Interaktionspunkt im Park eröffnen. Wir werden jene, die diesen Park nutzen informieren, einladen, inspirieren. Wir werden aber nicht nur über europäische Chancen für junge Menschen informieren, sondern Ideen sammeln, Menschen fragen wie sie den Park nutzen würden, welche Ausstattung sie gerne hätten.
Denn obwohl sich Menschen in großen Gigastädten rund um den Globus organisiert haben, in dicht besiedelten Gebieten wohnen in denen der persönliche Lebensbereich auf die Größe einer kleinen Wohnung beschränkt wird, verändert das nicht das grundsätzliche Bedürfnis des Menschen nach Platz. In diesem Sinne wird der Park nicht nur ein Klassenzimmer, sondern auch die Erweiterung des Wohnzimmers, das Bedürfnis nach mehr Platz erfüllend. Wenn also nun ein Park nicht nur ein öffentlicher Erholungsraum ist, sondern eben auch Klassenzimmer und Wohnzimmer, dann wird er sogar eine Spur privat.
Ein Park ist also letztlich nicht nur öffentlich was uns ein Verständnis dafür geben kann, warum es in Parks zu so manch Konflikt kommt.
Comment and contribute! / Kommentiert und tragt bei!
Wenn Ihr Ideen über Parks habt, wenn Ihr gute Beispiele von Plätzen und Lösungen im öffentlichen Raum kennt, teilt sie. Ich verstehe Parks als Inseln der Erholung, Bildung und vor allem Zusammenarbeit. I suche Beispiele, wie man das hier umsetzen kann.