Das Wort bescheiden soll hier nicht in einem negativen
Zusammenhang stehen, sondern eher
andächtig,
ehrfurchtsgebietend vor den versammelten Walen,
gemeint sein.
Mit dem Artikel wollte ich kein
Plankton-Manifest oder
eine Plankton-Saga erstellen,
sondern meine bescheidenen Gedanken zu uns
Planktons äußern.
Fehler oder Missverständnisse bitte ich zu entschuldigen,
und meines jungen Daseins als Plankton nachzusehen.
Beginnt man neu irgendwo in der Schule oder in einer
Arbeitsstelle,
so muss man erst einmal die unausgesprochenen
und offensichtlichen Regeln kennenlernen.
Fettnäpfchen und andere Fehltritte werden einem,
wenn es eine nette Gruppe ist, hoffentlich nicht so
schnell nachgetragen werden.
Man orientiert sich zuerst,
man holt sich unter Umständen einige Beulen
und findet sich langsam in das System ein.
In meiner bescheidenen Zeit auf Steemit haben mich
folgende kleine Erkenntnisse erreicht.
(1) Sich nicht mit anderen vergleichen
Das gegenseitige Vergleichen ist wohl auch
menschlich.
Eine große Steem Power,
die meisten Steem Dollars,
die meisten Follower,
der größte Wert eines Accounts,
die größte Unterstützergemeinde, …
machen einen schon nachdenktlich.
Im großen Steemit Ozean kommt es nicht
vordergründig auf die erwähnten Vergleichsgrößen
an, sondern auf das kleine Biotop, welches
man sich mit anderen schafft.
Frodo ist in der Geschichte „Herr der Ringe“
als Hobbit klein.
Aber seine Fähigkeiten und Stärken sind groß.
Er überwand das Vergleichen mit den wesentlich
größeren Leuten und vollbrachte erstaunliches.
Als Plankton ist man zugegebenermaßen nicht
groß.
Das ist jedoch ein Anreiz, sich mit
seinen eigenen Fähigkeiten auseinander zu setzen
und diese mit anderen Leuten zu teilen.
(2) Seinen eigenen Bereich finden
Man kann als kleines Plankton fröhlich und munter
seinen eigenen Blog gestalten.
Dies gleicht vielleicht einer Expedition.
Man begibt sich auf eine völlig neue Reise und
lernt unterschiedliche Metiers kennen.
Auf Steemit gibt es so viele interessante Themen,
die behandelt werden, dass man anerkennend
auf die Autoren blicken kann.
Wenn man Freude an seinen Themen hat
und sich über seine Lieblingsthemen
austauschen kann, ist das sehr spannend.
Auch wenn es nur einen Kommentar, für einen
verfassten Text gibt, so hat ein anderer Leser
sich mit dem Artikel befasst.
Wenn Du Fruchtfliegen über alles liebst,
kannst du Fotos, Berichte, Erzählungen,
Statistiken, … darüber auf Deiner Seite
gestalten.
Vielleicht findest Du Gleichgesinnte
bei Imkern, Entomologen, Zoologen, …
(3) Ein Blog auf Steemit ist ein Marathonlauf
Man kann sich auf einem Marathonlauf schon
auf den ersten 200 Metern verausgaben.
Aber die restlichen 42 Kilometer schafft man dann
leider nicht.
Ich würde bei einer solchen Distanz vielleicht
drei Wochen später ins Ziel kommen.
Die Pommesbuden,
der Stand mit dem Palatschinken,
die Cocktailbars,
alles feine Sachen bei einem solchen Lauf,
wären dann schon abgebaut.
Aber nach 21 Tagen wäre ich immerhin am Ziel.
Wie Du dein Ziel erreichst oder
was konkret Dein Ziel ist,
musst Du selbst festlegen.
Frodo hatte mit Sam einen langen Weg zum
Schicksalsberg, in Mordor.
Aber er hat durchgehalten und sein Ziel erreicht.
Als Plankton hat man auch einen langen
Weg vor sich.
Wenn man aber durchhält und seinen netten,
kleinen Bereich ausbaut, kann man sein
selbst gestecktes Ziel erreichen.
(4) Gemeinschaft erleben
Gemeinsam mit Gleichgesinnten, welche vielleicht
sogar die gleichen Interessen haben, wirkt man
nicht mehr ganz so klein.
Frodo ist auch nicht alleine gewesen.
Er ist mit den Gefährten
Sam, Pippin, Gimli, Merry, Boromir, Gandalf,
Aragorn, Legolas
ausgezogen, um die gemeinsame Aufgabe zu lösen.
Gemeinschaft leben, bedeutet auch andere zu
ermutigen und anzuerkennen, was sie interessantes
an Themen beitragen.
Kritik wird heute leider zu oft geübt.
Zeige den Sonnenschein,
den Sonnenaufgang,
die freudestrahlende Orchidee in Deinen Kommentaren.
Wenn Du Freude an deinen Texten, Fotografien,
Kunstwerken hast, überträgt sich diese Begeisterung
auch auf andere.
(5) Den eigenen Schreibstil finden
Mein früherer Deutschlehrer möge mir verzeihen,
wenn er diese Zeilen liest und sich apathisch dessen
Inhalt vergegenwärtigt.
Vielleicht rauft er sich gerade seine letzten Haare und
denkt, was sich sein Schüler schon wieder
geleistet hat.
Aber nichts desto trotz, versuche ich die Buchstaben
halbwegs in eine sinnvolle Abfolge zu fügen.
Vielleicht kommt ja der ein oder andere nette Text
heraus.
Auch wenn ich
über meine eigenen Worte stolpere,
vom Konjunktiv aus der Kurve geschleudert werde,
vom Genitiv mit einem Morote-seoi-nage auf die Matte
geworfen werde,
mir beim Präteritum eine blutige Nase hole,
so werde ich versuchen,
feine, leise Töne in den geschriebenen
Texten klingen lassen.
(6) Ideen finden
Mit guten Ideen ist es immer so eine Sache.
Manchmal fliegen sie einem zu und man fühlt sich
auf einer reichen, lieblichen, überbordenden
Blumenwiese.
Man braucht die Ideen nur zu pflücken und hat einen
schönen Blumenstrauß zusammen.
Manchmal machen sie sich sehr rar.
Man sucht die Eindrücke, aber so sehr man sich auch
bemüht, es lassen sich keine finden.
Die Dichterlocken stehen zu Berge und kein
geflügelter Text will sich darin niederlassen.
Fange den leisen, kleinen, spontanen Gedanken ein.
Entwickle daraus eine Geschichte.
Lass Deine Fotografien sprechen.
Andere Leute werden sich daran freuen.
Es gibt ganz unterschiedliche Planktonarten.
Jedes ist auf seine Art und Weise etwas Besonderes.
Jedes Plankton sieht anders aus.
Lass Dich inspirieren und teile es anderen mit.
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Jemand sagte hier mal, dass manche Berichte einen
Beipackzettel benötigten.
Hier wäre meine beigefügte Gebrauchsinformation
und Vorsichtsmeldung:
Dieser Text kann homöopathische Dosen von
Humor enthalten.
Zu Risiken und Nebenwirkungen,
lesen Sie mein Introduceyourself und
fragen Sie Ihren Deutschlehrer oder Berater
Ihres Vertrauens.
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Diese Bilder sind echte Chruuselbeeri.
Wenn die Kuratoren
des Museum of Modern Art in New York,
der Pinakothek der Moderne in München,
des Louvre in Paris,
der Bundeskunsthalle in Bonn,
des Tate Modern, in London,
der National Gallery of Art, in Washington,
der Ermitage in Sankt Petersburg,
freudestrahlend eines dieser Bilder ausstellen wollen,
müsste ich erst einmal ihre Verzückung dämpfen und
in meinem Terminkalender nachschauen.
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Mich würde interessieren,
was Euch auf Steemit wichtig geworden ist.
Weshalb seid Ihr auf Steemit?
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Vielen Dank.
Viele Grüße
Euer Chruuselbeeri