Da ich mittlerweile fest entschlossen bin, meinen Lebensmittelpunkt zu mobilisieren, muss ich mich auch um ein passendes Bankkonto dafür kümmern. Leider gibt es so eines nicht oder ich habe es noch nicht gefunden.
Natürlich muss ich dabei auch meine Steuerschulden im Auge behalten, also sollte dieses Konto irgendwie reibungslos mit irgendeiner Buchhaltung zusammenarbeiten.
Eine Blockchain ist wie eine riesige Steuer-CD, sagte mal jemand, der es wissen muss. Wenn das Finanzministerium irgendwann eine Software zum automatischen Auslesen und Abgleichen hat, und das wird sie haben, und steuerrelavante Einkommen auf diesen Klotzketten findet, dann ist es zu spät, dies zu deklarieren. Besser, man bereitet sich vor.
Gefunden habe ich zwei Angebote:
Kontist mit angeschlossener Buchhaltung
Kontist bietet ein normales Geschäftskonto an, welches alle normalen Bankdienstleistungen beinhaltet und darüber hinaus ein paar Vorteile gegenüber eines Kontos einer normalen Bank hat.
- Es ist ein reines Pluskonto, dass heißt, man braucht keine Selbstauskunft abzugeben.
- Es läuft in Echtzeit; Kontobewegungen werden sofort angezeigt
- Es ist komplett mit dem Handy zu bedienen
- Es ist kombinierbar mit den Buchaltungssystemen Debitoor und fastbill, legt/zeigt auch eine Steuereinschätzung in Realtime an
Leider gibt es keine kostenlose Basivariante für eine Buchhaltung, weder für Debitoor noch für fast bill.
Bei Debitoor kostet die günstigste Variante 4 Euro im Monat, hat für eine Buchhaltung zwar eine ganz ansehnliche Funktionsanzahl, jedoch die für mich wichtigen Funktionen, einen automatischen Abgleich mit dem Konto und eine Belegsammlung und -kategorisierung fehlt da, die gibt es erst ab 12 Euro pro Monat.
Das preiswertetste Angebot von fastbill kostet 8 Euro pro Monat, also schon mal besser. Außerdem hat es alles, was ich brauche. Belegerfassung per Handy, Abgleich mit einem Konto und Export zum Steuerberater.
Wer mag, kann auch Angebote und Rechnungen ertstellen. Brauche ich aber nicht, ich habe nur Einkünfte aus der Kryptowelt und hier von meiner Schreiberei.
Sind aber immer noch 8 Euro im Monat oder 96 in Jahr. Zu viel meiner Meinung nach.
Was mich bei beiden Buchhaltungen ärgert: Bei Debitoor kann man es testen, es steht allerdings nicht dabei wie lange und welche Funktionen. Fastbill bietet einen Testzeitraum von 14 Tagen an. Was soll ich mit 14 Tagen? Zuerts verspricht man, dass sich die Buchhaltung damit nebenbei erledigen lässt und dann kann man nur 14 Tage testen, muss sich also doch intensiv damit beschäftigen?
Alternative Holvi
Holvi wirbt mit einem Geschäftskonto incl integrierter Buchhaltung. Es gibt eine kostenlose Basisvariante und einen Protarif, welcher 8 Euro im Monat kostet.
Die Basisvarainte ist eigentlich fast unbrauchbar, da man hier für jede SEPA-Buchung 0.50€ zahlt. Ab der 17. Buchung pro Monat ist das Pro-Konto billiger. Da muss man schon rechnen.
Ich komme immer auf mindestens 10 Buchungen, da kann ich auch gleich das Pro nehmen und damit vergleichen.
Beim Prokonto ist folgendes inclusive:
- eine Mastercard, allerdings mit normalen Transaktionsgebühren (mind 2%)
- 50 Überweisungen pro Monat (ein- und ausgehend)
- Buchhaltung online, dazu Rechnungserstellung und -tracking, wer dies braucht
- es ist ein Unterkonto für die Umsatzsteuer dabei, welches automatisch aktualisiert wird
Dazu hat es ein paar Schmankerl, die ein Alleinstellungsmerkmal sind.
- Sie arbeiten mit eifas zusammen, die gleich einen Zugriff auf das Konto haben und einem die komplette Steuergeschichte abnehmen, man muss nur die Posten einpflegen.
- Sie arbeiten mit Estland zusammen und ermöglichen die Bankenseite der e-Residenz von Estland
- und sie bieten sogar einen Onlinestore an, wers braucht.
Dazu nicht teurer als Kontist mit fastbill.
Fazit
Da ich mit der Variante E-Residenz liebäugele, obwohl ich nicht genau weiß wie der Weg dahin ist und wie dies in der Praxis funktioniert und auch lieber mit einem Steuerberater zusammenarbeite, der sich aufs Onlinegeschäft verlegt hat, werde ich dieses ausprobieren.
Mehr Werbeversprechen geht nicht. Mal sehen, was dran ist und was es letztendlich an Aufwand und Geld kostet.
Denn letztendlich will ich mit dem Papierkram so wenig wie möglich zu tun haben und so wenig wie möglich zahlen.