Spätestens seit Ende Mai 2018 ist den meisten klar, dass man als Betreiber von Websites vorsichtig bei der Auswertung der Besucher und Seitenaufrufe sein muss.
Von Tools wie Jetpack wird in der Regel abgeraten und auch der Einsatz des Flaggschiffs Google Analytics ist nicht wirklich unproblematisch.
Benötigst du wirklich all die Funktionen von GA?
Auch jenseits der DSGVO-Problematik stellt sich die Frage, ob man bei den allermeisten Websites mit Google Analytics nicht mit den Kanonen auf Spatzen schießt.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Mehrheit der Website-Betreiber weit entfernt davon ist alle Funktionen von Analytics wirklich zu verstehen, geschweige denn diese tatsächlich zu nutzen oder auszureizen.
Das war einer der Gründe, warum das Jetpack-Modul für die Auswertung der Besucherstatistiken so beliebt war. Man konnte sich schnell einen Überblick über die Besucherströme verschaffen: wie viele sind es, woher kommen sie, welche Seiten werden aufgerufen etc.
Tracking-Cookies sind problematisch
Leider ist der Einsatz von Jetpack aus mindestens zwei Gründen problematisch. Zum einen kannst du, soweit ich weiß, noch immer keinen Auftrag zur Datenverarbeitung mit Automattic abschließen und zum anderen arbeitet Jetpack mit Tracking-Cookies und diese sind nach momentanen Stand der Dinge problematisch:
Die Rechtslage zu Cookies ist aktuell leider ungeklärt. Die DSGVO trifft dazu keine eindeutigen Aussagen. Die ePrivacy-Verordnung, die diese Punkte regeln wird, tritt voraussichtlich erst 2020 in Kraft. Wir empfehlen bis zu einer verbindlichen Klärung insbesondere für Tracking-Cookies eine Einwilligung der Nutzer einzuholen.
Quelle: eRecht 24
Eine Einwilligung heißt konkret, dass der Tracking-Cookie erst dann gesetzt wird, wenn der Besucher dem zustimmt (Opt-in). Vielfach sieht man auf Websites allerdings lediglich einen Hinweis, der darauf aufmerksam macht, dass auf dieser Website Cookies gesetzt werden bzw. wurden.
Das heißt übersetzt, dass wenn du auf der rechtlich sicheren Seite sein möchtest, du mehr Arbeitsaufwand hast und dafür im Austausch eine weniger aussagekräftige Auswertung bekommst.
Dann kann man sich imho das ganze auch sparen und direkt auf Tools setzen, die weniger Arbeit und weniger rechtliche Probleme verursachen.
Statify
Das Plugin Statify habe ich bereits im Mai 2018 beschrieben, und zwar nicht nur unter dem Aspekt des Datenschutzes, sondern vor allem in Bezug auf eine bessere Ladezeit der Website.
Seitenaufrufe die Statify gezählt hat. Im WordPress-Dashboard.
Statify ist deswegen unproblematisch, weil er keine Tracking-Cookies setzt und keine Besucher, sondern lediglich Seitenaufrufe zählt. Dafür ist die Auswertung natürlich nicht so aussagekräftig und du bekommst lediglich die Anzahl der Aufrufe, der häufigsten Quellen und der am häufigsten aufgerufenen Unterseiten.
Es gibt daher keine Erkennung von wiederkehrenden Besuchern, keine Anzeige der Verweildauer und sonstigen für Marketing-Leute interessanten Zahlen.
Die Statistik wird im Dashboard angezeigt und dort kannst du auch wenigen Optionen einstellen:
WordPress-Dashboard: Konfiguration von Statify
Statify – Erweiterte Auswertung
Wer einen Schritt weiter gehen möchte, der installiert einen Zusatzplugin für Statify. Dieses Plugin spendiert der Admin-Oberfläche einen weiteren Menüpunkt mit dem Namen Statify. Auch dieses Plugin ist in Bezug auf DSGVO unproblematisch, da es auf die Statify-Daten zugreift und diese "lediglich" detaillierter und übersichtlicher darstellt.
Koko Analytics
Auf Twitter habe ich vor einigen Tagen das Plugin Koko Analytics entdeckt. Dieses Plugin ist ebenfalls DSGVO-Konform. Es setzt zwar ein Cookie, dies kann aber in den Einstellungen deaktiviert werden.
WordPress: Besucherauswertung von Koko Analytics
In den Einstellungen des Plugins kannst du neben der Cookie-Setzung auch bestimmen, ob die Aufrufe durch Admins & Co. ignoriert und ob bzw. wann die Daten gelöscht werden sollen.
Weitere Möglichkeiten
Eine weitere Möglichkeit zur Auswertung der Besucherströme ist eine bekannte aus früheren Zeiten: die Auswertung der Logfiles, die der Server erzeugt. Darauf einzugehen würde allerdings den Rahmen dieses Artikels sprengen und ist eher ein Fall für einen eigenen Artikel, wenn nicht sogar für eine Artikelserie.
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Aus meinem Weblog via SteemPress publiziert.