Mein Sternenkind - Trauer auch nach 24 Jahren, ist das erlaubt?
Heute kann ich es noch spüren, vor genau 24 Jahren verlor ich mein erstes nicht geborenes Baby in der 8. SSW.
Ich war 19 Jahre jung, verliebt & verlobt, glücklich und in der Ausbildung zur Kinderpflegerin. Ich liebe Kinder und ich wollte immer mit Kindern arbeiten und selbst viele Kinder bekommen.
Meine erste Schwangerschaft, Aufregung, Unsicherheit, Stolz und etwas Angst, was kommt da auf mich zu?
Etwas naiv bin ich da herangegangen, alles was ich wusste war: Übelkeit in den ersten 3 Monaten normal, Körper verändert sich, Stimmungsschwankungen, nicht schwer heben, regelmäßig zum Gynäkologen gehen, gesund essen, auf gute Eisenwerte achten und kein Alkohol.
Alles war so klar, in 9 Monaten wirst du dann ein kleines Würmchen im Arm halten! Fehlgeburt war für mich ein Fremdwort!
Kannte ich nicht - wusste davon nichts. Schwangerschaftsprobleme gab es in Deutschland nicht!
Bis Tag X! 01.10.1993 ein Freitag, ich ging auf die Toilette, mir war irgendwie komisch und da war mein heranwachsendes Baby in meiner Binde! Schock und starr mit Herzrasen bin ich zu meinem Ex-Mann gegangen und hielt ihm das Kind einfach unter die Nase!
Wir sind dann ins Klinikum gefahren, dort angekommen wurde ich abgefertigt wie in Massen, bekam mein Baby im Reagenzglas mit und es hieß, sie hatten eine Fehlgeburt!
Es war Freitag. „Bitte kommen sie am Montag wieder, damit wir die Ausschabung vornehmen können und bringen sie das Reagenzglas mit! Sie sind noch jung und können noch viele Kinder bekommen“!
Tschüss
Wie unter Trance und Schock bin ich zu meinem Ex-Mann gelaufen und wir nahmen uns in die Arme, weinten, weil ich mein Baby verloren hatte!
Wie im Trance bin ich nach Hause - alle meinten, du bist jung, das wird wieder, reiß dich zusammen, du wirst noch viele Kinder bekommen, für Trauer ist keine Zeit! Ich habe mich entsetzlich gefühlt und mit jeder Schwangerschaft war die Angst da, es könnte wieder passieren!
Es hat viele Jahre gedauert, bis ich durch meine 3. Fehlgeburt, also 16 Jahre später, dieses Thema so einigermaßen aufgearbeitet habe!
Auch heute denke ich an dich mein nicht geborenes Baby! Heute ist so ein Tag und es tut ja nicht mehr so sehr weh, aber es macht traurig - vielmehr der Umgang damals mit mir, der mir sehr zugesetzt hat! Dieses Tabuthema „Fehlgeburt“ möchte ich Raum geben, so wie ich
ihn mir genommen habe, damit sich keine Frau zu schämen braucht, sie ein Recht hat zu trauern, wegen dem, was in ihr gewachsen und jetzt plötzlich weg ist!
Nehmt Euch Zeit und Raum, so wie ich ihn mir heute nehme, 24 Jahre danach! Trauer hat keine Regeln, es ist oder es ist nicht!
Ich denke an dich, mein erstes nicht geborenes Baby und spüre in meinem Herzen, dass ich dich liebe!
Deine Mama
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