Na, da kann ich mich nun ja wieder erholt auf die Seite legen. Der Steuerbescheid 2018 ist nun rechtskräftig geworden. Die Rückerstattung liegt auf dem Konto und ich bin zufrieden, da alles genauso durchgelaufen ist, wie ich es eingereicht habe. Sieht man einmal von der Investmentfond-Reform ab über die ich hier bereits berichtet habe, tat dies auch dieses Jahr eigentlich überhaupt nicht weh.
Zugegeben ich habe das Glück gehabt, dass ich auch in meinem Studium zu einer Steuervorlesung getrieben wurde, obwohl diese eigentlich überhaupt nichts mit der Fachrichtung zu tun hatte. Der Vorteil ist aber eben, dass man doch ein wenig über das Steuerrecht versteht und nicht ganz der Laie ist. Das hat unterm Strich doch schon den Steuerberater ein paar Mal gespart und sich alleine schon von daher gelohnt.
Ich merke allerdings immer wieder im eigenen Umfeld wie schwer sich einige Menschen mit der Steuer tun. Ja, ich kenne Leute die überhaupt keine Erklärung abgeben. Kapitalerträge schön meiden und sich schön schätzen lassen. Das ist natürlich bequem und funktioniert theoretisch auch recht gut, da eben fast alle Steuern bereits abgeführt sind. Trotzdem verschenkt da jeder von denen locker ein paar Hundert Euro, weil Pauschbeträge oder die Haftpflicht nicht mit berücksichtigt wird... ganz zu schweige von der Fahrtkostenpauschale zur Arbeit die bereits ab wenigen Kilometern bereits der größte Posten unter den Werbungkosten sein kann.
Solltest Du auch zu diesen Menschen gehören, dann ist der Zug für Dich bereits abgefahren. Sich jetzt langsam damit zu befassen ist doch ein wenig zu spät. Aber die gute Nachricht ist, dass auch im nächsten Jahr wieder Steuern gezahlt werden. Es ist also deine Chance sich nun bereits rechtzeitig damit zu befassen, damit Du in knapp 8 Monaten richtig gut vorbereitet bist. :) Kauf Dir also mal ein Buch oder schaue im Umfeld um welche Freunde von Dir regelmäßig eine Steuererklärung machen. Vielleicht hast Du da ja auch jemanden darunter, der die Steuer selbst macht (oder "nur" via Software). Normalerweise wird man da für ein gut gekühltes Bier eine Beratung abholen können.
Was viele Menschen immer verwundert ist, dass es ja soviele Steuern gibt. Lohnsteuer, Kapitalertragssteuer, Abgeltungssteuer ... nun eigentlich sind das gar nicht soviele Steuern. Den für Privatpersonen gibt es eigentlich nur die "Einkommensteuer" alle anderen sind nur Untergruppen, da der Staat sich eben meist bereits sehr frühzeitig Zugriff auf seinen Anteil nimmt. So führt das Unternehmen in dem Du arbeitest jeden Monat die Lohnsteuer ab und die Bank führt die Kapitalerträge und den Soli ab. Deswegen sind die eben auch nicht mehr böse, wenn man keine Erklärung ablegt. Den das ist der Moment in dem Du dein Veto einlegst und sagst: "Lieber Staat, da warst Du ein wenig zu gierig, ich habe nämlich auch noch ein paar Kosten gehabt ..."
Dabei muss man überhaupt nicht besonders kreativ sein. Es gibt Menschen, die fangen an über das gesamte Jahr Rechnungen zu sammeln und dann die Euros einzelnd einzutragen. Das kann sich lohnen in sehr speziellen Fällen, aber in 95% der Fälle will man nur die größere Werbekosten geltend machen wie Fahrtkosten oder Lehrgänge. Darüber hinaus bringt meist nicht die Zeit wieder rein, die man da reinsteckt. Behaltet die Opportunitätskosten im Hinterkopf.
Eine Standarderklärung ist in 2 Stunden locker zu schaffen und raus ans Finanzamt. Das erste Mal dauert es ein wenig länger, aber es kann sich wirklich lohnen. Und so sehr wie ich mich durchaus für das Zahlen von Steuern stark mache, umso energischer vertrete ich auch, dass ich mir den Teil zurückhole, den man mir zuviel vom Konto runtergenommen habt. Seht es auch einfach mal nicht als Belastung sondern mit etwas Sportsgeist ;)
Bei mir kommt es nun übrigens zunehmend zu einem interessanten Effekt. Meine Rückerstattung sinkt konsequent. Hintergrund dafür ist, dass ich zunehmend auch ausländische Kapitalerträge habe, die mir nicht automatisch abgezogen werden. Diese müssen natürlich trotzdem gegenüber dem Finanzamt angezeigt werden und somit fange ich an zunehmend dem Amt etwas zu schulden. Dies ist auf der einen Seite natürlich ärgerlich, auf der anderen Seite kann ich direkt mit dem Geld weiter arbeiten und muss nicht erst auf die Rückerstattung warten.
Mein Finanzamt war übrigens dieses Jahr sehr flott. Mit nur 2 Wochen haben sie sich wirklich bemüht es fix abzuarbeiten. Da bin ich ganz andere Zeiten gewöhnt gewesen (mal abgesehen vom italenischen Finanzamt, wo man scheinbar darauf spekuliert, dass der Patient verstirbt...). Wie sieht es aus? Bereits durch oder reift es noch beim Steuerberater? ;)