Hallo Zusammen,
Ich denke wir alle haben im Hinterkopf die Frage herum geistern, wie ist das nun eigentlich mit den Steuern und den Kryptowährungen? Befinden wir uns in einem Grau bereich oder gibt es hierzu doch klare Regelungen von Seiten des Gesetzgebers. Ich möchte Euch hiermit einen kurzen Überblick verschaffen wie die aktuelle Lage aussieht.
Zuerst einmal sei gesagt, dass viele Nutzer von Kryptowährungen der Meinung sind, dass aufgrund der Anonymität der dezentralen Netzwerke von Bitcoin und co. der Gesetzgeber hier keine klare Regelung aufgestellt hat, und wir uns somit alle noch in einer Grauzone befinden. Diese Meinung ist ganz klar falsch, und der Gesetzgeber hat sich sehr wohl mit der Thematik bereits auseinander gesetzt.
Die Bafin hat in Ihrem Statement aus dem Jahr 2016 sich ganz klar dazu geäußert, dass alle Digitalwährungen als Devisen ähnliche Finanzprodukte zu sehen sind und dementsprechend auch Handlungsempfehlungen ausgesprochen.
https://www.bafin.de/DE/Aufsicht/FinTech/VirtualCurrency/virtual_currency_node.html
Als erstes sei erwähnt das jegliche Art von Spekulation bzw. Handel mit Digialwährungen unter steuerrechtlichen Gesichtspunkten als ein Privates Veräußerungsgeschäft gesehen wird.
Das Private Veräußerungsgeschäft funktioniert nach dem Fifo (First in first out) Prinzip, dass heißt das der erste Kauf, von bspw. einen Bitcoin, und der darauf folgende erste Verkauf des Bitcoins immer im direkten Zusammenhang stehen. Man kann also nicht sagen, da habe ich mehrere Bitcoins zu unterschiedlichen Zeitpunkten gekauft, und jetzt suche ich mir einen raus den ich verkaufen möchte.
Das ist deshalb so wichtig da bei privaten Veräußerungsgeschäften mit Devisen die Regel gilt, wenn der Kauf und der anschließende Verkauf länger als ein Jahr zurück liegt, müssen keine Steuern bezahlt werden!!! Wenn der Kauf und Verkauf innerhalb eines Jahres stattfindet dann muss das Geschäft versteuert werden zum jeweiligen persönlichen individuellen Steuersatz.
Hinzu kommt noch die Freigrenze von 600,-€ im Jahr wonach erst alle Gewinne darüber versteuert werden müssen.
Dies hat zur Folge, dass der richtige Umgang mit den Kryptowährungen, alle Nutzer zu einer Aufzeichnungspflicht zwingt und jedes Geschäft mit Datum und Preis festzuhalten sind. Da viele Nutzer zwischen den verschiedenen Kryptowährungen in kurzen Abständen hin und her wechseln ist es aus steuerrechtlichen Gesichtspunkt eher ungeschickt. Sie müssten jedes Geschäft aufzeichnen und anschließend die Gewinne über der Freigrenze versteuern.
Sinnvoller hingegen ist das investieren in Kryptowährungen über einen Zeitraum der länger als ein Jahr ist. Denn somit ist sichergestellt dass es zu keinerlei Versteuerung der Gewinne kommt und dazu ist der Aufwand bei der Aufzeichnungspflicht auch wesentlich geringer. Wer also den langen Atem beim investieren bevorzugt ist auch steuerrechtlicher Sicht klar im Vorteil.
Und was ist mit den Minern?
Ja die Miner sind aus steuerrechtlicher Perspektive Gewerbetreibende!!! Ganz genau, jeder Miner verfolgt mit seiner Tätigkeit eine Gewinnerzielung auf nachhaltiger und langfristiger Basis und beteiligt sich am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr. Der Miner betreibt das Gewerbe auf selbstständiger Basis und ist somit für die Versteuerung selbst verantwortlich.
In der Praxis bedeutet das, dass jeder Coin welcher durch das Mining entstanden ist, zum Zeitpunkt mit Datum und Preis festgehalten werden muss. Alle Erträge aus dem Mining sind Umsätze und müssen nicht mit Mehrwertsteuer berechnet werden. Allerdings sind diese Umsätze in der Einkommensteuererklärung anzugeben unter Einkommen aus einen Gewerbebetrieb.
Fazit:
Ich wollte Euch hiermit einen kurzen Überblick geben wie der Gesetzgeber die Gewinne und Umsätze mit Kryptowährungen behandelt. Da ich Euch keine umfassende Erläuterung / Erklärung präsentieren konnte ist auch hier bitte die Eigenrecherche gefragt. Allerdings kann ich aus meiner Einschätzung sagen dass es am sinnvollsten ist mit Kryptowährungen nicht unter einen Jahr Haltedauer zu handeln, sondern diese länger als ein Jahr aufzubewahren.
Das Mining von Kryptowährungen ist im Vergleich zum alleinigen Investieren leider auch schlechter gestellt. Da sich der Miner als Gewerbebetrieb anmelden muss und alle Umsätze zu versteuern sind.
Ich hoffe Euch mit diesem Überblick geholfen zu haben und freue mich auf Eure Kommentare und Anregungen?
Liken, Resteemen und Komentieren :-)