Eines muss man Elon Musk lassen. Er versteht es immer neue Ideen zu verkaufen, gut Autos kann er auch verkaufen, wenn auch nicht immer liefern. Da werden Kunden schon mal gerne hingehalten, wenn es mal wieder ein unvorhergesehenes Problem gab.
Aber so wirklich stören tut dies keinen, 450.000 Vorbestellungen für das neue Modell 3 und täglich kommen im Schnitt 1.800 hinzu. Das obwohl Tesla in 2016 gerade mal 84.000 Autos insgesamt gebaut und verkauft hat. Ende Juli wurde das neue „billigste“ Modell vorgestellt für „nur“ 35.000 Dollar.
Man hat sogar tatsächlich schon die ersten 30 Autos ausgeliefert und feierlich übergeben, welche angeblich noch von Hand montiert wurden. Noch weit entfernt von der Zielvorgabe. Im August sollen es 100 werden und September dann über 1.500 so hat Musk dieses zumindest über Twitter verbreitet.
Tesla ist schon ein Phänomen, man baut im Jahr etwa so viele Autos wie VW an einem Tag, dennoch wurde Tesla laut Börsenwert im April sogar kurzfristig zum wertvollsten Autobauer der USA. Zumindest wenn es nach dem Börsenwert geht. Man kann sagen Musk ist sowas wie der neue Steve Jobs geworden, er verkauft Träume und die Leute vertrauen ihm.
Dabei sieht die Realität ganz anders aus. Tesla kann derzeit vor allem eines unheimlich gut und das ist Geld verbrennen und dabei sind die Investitionen für Modell 3 noch gar nicht abgeschlossen. Ganze 2 Milliarden Dollar Verlust erwartet man dieses Jahr.
Probleme gibt es genug, mal gibt es Ärger wegen des Autopiloten, dann enttäuscht das neue Modell 3 beim Crashtest. Doch Musk scheint das wenig zu stören, im Gegenteil immer wenn es mal schwierig wird holt eine neue Idee hervor und die Leute geben ihm wieder bereitwillig Geld.
So hat er im April zum Beispiel angekündigt jetzt auch noch LKW´s bauen zu wollen, das erste Modell soll schon im September vorgestellt werden. Auch von Bussen und Pickups war schon die Rede. Dann kündigt er die stärkste Batterie der Welt an, welche er in Australien bauen will. Zufällig immer gerade dann, wenn es mal wieder negative Schlagzeilen gab.
Da Tesla gerade wieder mal Geld braucht hat man nun heute eine ungesicherte Anleihe über 8 Jahre herausgegeben. Damit will man erneut 1,5 Milliarden Dollar einsammeln. Die Anleihe wird in den USA gezielt nur an institutionelle Investoren verkauft, und außerhalb der USA nur an Käufer, die keine US-Staatsbürger sind. Da fragt man sich doch warum man das so macht? Finanzmarktwelt schreibt dazu heute:
Eine Hochrisiko-Anleihe, bei der im Zuge einer vermeintlichen Insolvenz von Tesla in den nächsten Jahren die Investoren komplett leer ausgehen, könnte viel Ärger bedeuten. Und überall ist es letztlich das selbe. Institutionellen Investoren unterstellt man aus gutem Grund, dass sie alle Risiken von völlig unbesicherten Anleihen kennen, die im Fall einer Insolvenz ganz am Ende der Gläubigerschlange stehen. Verkauft man gar nicht erst an US-Privatpersonen, können diese zukünftig bei Problemen auch gar keinen Stress machen.
Vermutlich wird erst die Zukunft zeigen ob Elon Musk als größter Visionär oder größter Betrüger seiner Zeit in die Geschichte eingehen wird.
Quellen:
3. Juli Elon Musk treibt Tesla-Aktie vorbörslich nach oben
6. Juli Tesla enttäuscht beim US-Crashtest - ausgerechnet jetzt
7. Juli Nach Absturz der Tesla-Aktie: Elon Musk mit neuer spektakulärer Idee – Zufall?
23. Juli Elon Musk nimmt sich mit Elektrolastern viel vor
7. August Tesla saugt erneut externes Geld an für die hohen Kosten der Modell 3-Produktion