Wir nähern uns langsam den 3 Stauseen kurz vor El Chorro. Die Landschaft auf dem Weg dorthin ist von braunen Feldern und sanften Hügeln geprägt. Erst allmählich wird die Umgebung wilder. Die Seen liegen umringt von wunderschönen Bergen mit schroffen Felsen und tiefen Schluchten.
Ganz unten im Tal angekommen fahren wir dann wieder ein kleines Stücken bergauf und gelangen in das winzige Örtchen. Dort stehen grade mal 50 Häuser. Es gibt einen kleinen Supermarkt und ein Cafe/Bar. Doch die guten Klettermöglichkeiten und der Camino del Rey, welcher hier endet, haben El Chorro weltbekannt gemacht.
Wir suchen erstmal einen Parkplatz und wollen die Gegen zu Fuß erkunden. Im Ort haben wir schnell alle Straßen abgelaufen und so laufen wir eine kleine Straße entlang, welche immer höher führt. Überall im Tal und an den Hängen sieht man vereinzelte Häuser stehen. Viele sind Touristen-Apartements und einige sind Privathäuser. Mir gefällt der Anblick sehr gut. Welch eine schöne Lage diese Häuser haben und wie ruhig es sein muss, wenn der nächste Nachbar und die nächste asphaltierte Straße Kilomerter weit weg ist. Schnell wird uns warm und wir bekommen richtige Frühlingsgefühle. Die Sonne lacht, der Wind ist nicht kalt sondern angenehm warm und um uns herum blühen die Mandelbäume. Was ein schöner Anblick. Auf einmal fühlen wir uns richtig wie im Urlaub. Was warmes Wetter so ausmacht.
Eigentlich sind wir die Straße hoch, weil es dort einen Kletterladen geben soll. Aber der Weg dorthin scheint noch ganz schön weit und es ist eh mal wieder Siesta. Also beschließen wir runter zu laufen und das Auto zu holen. Die Nacht wollen wir sowieso hier oben mit Blick ins Tal verbringen.
Wir finden eine schöne Parkniesche und es herrscht Hochstimmung über das Wetter und die Landschaft und Vorfreude auf das Klettern. Um 17 Uhr macht der Laden wieder auf. Es hadelt sich um eine Wellbelchhütte, die bis oben hin vollgestopft ist mit Kletterschuhen, Klamotten, Seilen und anderem Equipment. Der Kletterführer ist schnell gekauft, wobei wir unser letztes Bargeld zusammen kratzen müssen. So kleine Beträge können wir nicht mit Karte zahlen. Wieder zurück am Auto blättern wir wild durch den Kletterführer und suchen uns ein schönes Gebiet in einem Nebental aus. Dort soll es gute Anfängerrouten und einen schönen Parkplatz geben.
Am nächsten Morgen werden wir von einer Herde Ziegen begrüßt, welche rund um unseren Bus hüpfen und blitz schnell die Blätter von den Büschen fressen. Der Hirte lacht uns fröhlich zu und der Hirtenhund lässt sich lieber von mir streicheln, als die Herde zu treiben.