Halong Bay - Cát Bà
Früh ging es für uns raus. Zum Glück befand sich die abfahrende Fähre wirklich direkt neben unserer Unterkunft. So hieß es nur Sachen übergeschwungen und auf dem Dampfer. Die Halong Bucht ist ein etwa 1500 km² großes Gebiet mit offiziell 1969 Kalkfelsen. Manch Kalkfelsen sind sogar so groß, dass sie sogar Inseln sind. Wir waren auf dem Weg zu der Hauptinsel der Bucht – Cát Bà! Und der Weg mit dem Boot ist wirklich beeindruckend. Hindurch durch die Felsformationen, die teilweise mehrere Hundert Meter hoch sind, versteht man sofort, warum die Gegend so besonders ist. Ohne Übertreibung atemberaubend. Die Halong Bucht. UNESCO Weltkulturerbe. Und der Legende nach ist ein untertauchender Drache der Grund für dieses Naturereignis.
Wo nochmal ist das Hanf?
Die Insel Cát Bà mit dem gleichnamigen Nationalpark ist die größte Insel der Bucht. Die größte Stadt der Insel, Cát Bà Stadt, liegt im Süd-Westen der Insel. Die meisten der Hotelanlagen der Insel befinden sich in dieser Stadt. So also auch unsere. Es ist eine recht kleine Stadt, aber der Schwerpunkt der Insel liegt einfach in der Natur. Die Insel besitzt seltene Lebensräume, welche geschützt werden wollen und unbedingt auch geschützt werden müssen. Ganz akut gefährdete Tierarten, wie die Affenart Goldkopflangur, oder seltene Pflanzenarten wie den Drachenblutbaum, findet man auf der Insel. Und, gerüchteweise, gibt es irgendwo auf den 140 km² auch Hanfplantagen.
Mit dem Roller über Stock und Stein
So also mieteten wir uns einen Roller und gingen auf Abenteuertour. Und es stellte sich heraus, sie sollte wirklich abenteuerreich werden. Mithilfe von Google Maps legten wir eine Route fest. Was Google Maps uns im Vorfeld nicht verriet: Diese Route war nicht für Motorroller geeignet. Nach einiger Zeit über Hauptstraßen kehrten wir irgendwann in eine Seitenstraße ein. Freundlich grüßten uns dort die Menschen. Irgendwann waren keine Menschen mehr zu sehen. Aus der Seitenstraße wurde ein Feldweg. Es hat was von Freiheit mit einem Roller zwischen Hühnern und Büffeln zu düsen. Man muss nur aufpassen, dass solch ein Federvieh nicht spontan auf den Weg fliegt. Zweimal kam es wirklich fast zu einer Kollision. Als dann auch die Tiere verschwunden waren, ging es bergauf. Ungünstigerweise wurde aus unserem Feldweg eine Gerolllandschaft. Ivo hatte daran so viel Spaß, dass er vor fuhr. Der Weg wurde schmaler und schmaler. Seitlich ging es bergab. Ich hatte schon die Befürchtung, Ivo sei mir enteilt. Der Abstand egalisierte sich jedoch, als Ivo seinen Roller aus dem Gebüsch ziehen musste. Oh man.. ohne Gebüsch – bergab. Daraufhin wurde er deutlich zurückhaltender. So zurückhaltend sogar, dass er nicht mehr weiterfahren wollte. Und in der Tat wurde der Weg immer schwieriger befahrbar. Die Roller liefen auch langsam echt heiß. Wir dachten uns, eigentlich ein ganz nettes Versteck für Hanfblumen. Angetrieben Blumen zu entdecken, führten wir unseren Weg zu Fuß fort. Und wirklich fanden wir ein umzäuntes Gebiet mit Haufen Pflanzen. Leider war es aber echt schwierig sich einen genauen Einblick vom Grundstück zu verschaffen. Unsere Drohne hat gefehlt..
Nachdem wir nun den Weg einmal abgingen und feststellten, dass ab der umrandeten Eigentumsfläche der Weg wieder besser wurde, ging es dann doch mit Roller weiter. Echt ein Wunder, dass unsere Roller dies gepackt haben. Vorsichtig und mit ein paar Korrekturen haben wir es aber dann letztendlich geschafft. Und weiter konnte unsere Tour gehen. Unser bisheriger Ritt nahm leider schon sehr viel Zeit in Anspruch. Daher hieß es mehr Beeilung. Wir hörten, wir müssen noch zu einem spektakulären Aussichtspunkt über die Insel und in eine Höhle. Auch wenn wir diesen Weg teilweise auch im Joggingtempo zurücklegen mussten, wir haben es geschafft! Auch wenn es bei uns oftmals knapp wird, irgendwie schaffen wir es immer. Logisch.
Unser Fazit zur Insel. Mehr als nur ein Lichtblick Vietnams. Wer auf Natur, Meer und ein abends gemütlich in eine Bar sitzen steht, ist auf Cát Bà goldrichtig. Die Insel ist definitiv keine Insel für Badetouristen. Sie kann aber naturell ziemlich auftischen. Wenn du also in Vietnam bist, ist ein Besuch Pflicht!
Denk immer daran
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