An kaum einen anderen Ort in Europa war mein sanftes Gemüt so sehr hin- und hergerissen zwischen Herzensjauchzern angesichts der Schönheit der Stadt und Hass auf die Tourismus-Branche (und auf die ganze Menschheit mit dazu).
Venedig hat ohne Zweifel etwas magisches, was aber leider auch eine milliardenschwere Industrie für sich entdeckt hat.
Wegen einer Konzertreise war ich vor kurzem das erste Mal in besagter Stadt. Während ich mich wie gesagt über die Touristen geärgert habe (zu denen ich zwar auch gehöre, aber so viel Reflexion tut doch etwas weh) kam mir der Gedanke, diese Menschen wären schon mal eine Stange weniger nervig, wenn sie nicht so offensichtlich touristische Gewohnheiten pflögen.
Deshalb an dieser Stelle einige Tips, wie man sich als Einheimischer tarnt (funktioniert besonders gut, wenn man sich gerade auf einer Konzertreise befindet).
- Ein Cembalo durch Venedig tragen.
Ja, richtig gehört! Der barocke Vorgänger des Klaviers eignet sich hervorragend als ein Alleinstellungsmerkmal unter den Menschenmassen. Das Tragen in Kombination mit dem Treppensteigen über die zahlreichen Brücken ist übrigens auch klasse für die Beckenbodenmuskulatur #lifestületipsvonLex - Eine Kirche aufsperren.
Dieses Privileg muss man sich zwar erst hart erarbeiten, aber dafür wird man mit strahlenden Augen der wartenden Kirchengänger belohnt. - Einen Spionierauftrag entgegennehmen.
Auch wenn man Sonnenbrille und Kopftuch nur aufsetzt, um die Eintrittspreise des nächsten Palazzo in Erfahrung zu bringen – Spionage ist Spionage!
Letztendlich sollte man vor allem vermeiden, auf jeder Brücke ein Selfie zu schießen und damit den Fußverkehr zu blockieren.
(von einer Brücke geschossen, aber kein Selfie)
Als umherziehender Musiker kommt man außerdem in die schönsten Palazzi und Kirchen umsonst rein:
Cheers, eure Lex