Heute startet meine erste Serie an Beiträgen, die nur einem Thema gewidmet sind - Virtual Reality!
Was erwartet euch?
- Der heutige Beitrag: wie ich und VR zusammen gefunden haben. Lovestory ❤
- Mein VR-Setup
- 3D-Modellierung hautnah!
- Gaming in VR?
- Was noch, außer Gaming? (hint: VR ist z.B. auch für Therapien einsetzbar! Aber wie klappt das?)
- Einblicke in aktuelle Forschung im Bereich Virtual Reality
- Crazy Erfahrungen, die so nur in VR möglich sind
- Die Technologie & psychologische Grundlagen hinter VR
- Reviews
Das ist erstmal grob der Plan, kann sich natürlich noch ändern/erweitern mit der Zeit 🙂
Wollt ihr etwas spezielles wissen oder sehen? Lasst es mich wissen!

Wie ich zu diesem hübschen "Accessoire" (😉) kam, erfahrt ihr in den nächsten Abschnitten! 🙂
Wie bin ich überhaupt zu VR gekommen? - Liebe auf den ersten Blick ❤
Vor ein paar Jahren habe ich an einem "48h CodeCamp" teilgenommen - das ist genau das, wonach es sich anhört: 48 Stunden coden. Zusammen mit anderen Leuten, in einem großen Zelt. Geschlafen hat man dann zwischendurch auf Feldbetten in einem anderen Zelt, direkt daneben 😉
Ich hatte zu dem Zeitpunkt keine Ahnung von Coding, aber fasziniert hat es mich schon immer - also hab ich einfach mal dran teilgenommen.
In diesem "Camp" wurde aber nicht nur gecodet, sondern es wurden auch verschiedene, "neuartige" Technologien vorgestellt - z.B. wurden Daten mittels Laser von einem Punkt zum anderen geschossen.. und man konnte die allererste Version der Oculus Rift [Development Kit 1] ausprobieren! Zu dem Zeitpunkt besaßen fast nur Firmen, Forschungsinstitutionen oder Leute mit viel Geld, die an neuster Technologie interessiert waren, so eine Brille. Die Oculus Rift bezieht ihre Rechenkraft aus dem PC und sendet dann die fertigen Daten an das Display.
Jeder durfte sie testen, und als ich an der Reihe war, war ich hin und weg. Es war nur eine simple Demo, in der man einen Ball hochheben und wegwerfen konnte, und irgendwo im Raum war ein Sofa (oder Stuhl? schon so lange her..).
Ich hab mich sofort total in der Welt verloren, und versucht auf dieses Sofa zu setzen.. und bin dadurch in der echten Welt natürlich auf dem Po gelandet. :D
Ich war total geflasht davon, wie sehr mich die virtuelle Welt hinters Licht führen konnte, obwohl ich genau wusste, dass es nicht real ist.. vor allem trotz der echt schlechten Auflösung..
Die ersten Versuche, die virtuelle Welt in meine Welt zu bringen
Sobald eine bessere Version auf den Markt kommen würde, wollte ich mir selbst so eine Brille besorgen. Naja, als es dann soweit war, hat mich der Preis leider doch ziemlich abgeschreckt - unter 900€ war da nichts zu haben.
Also hab ich mich erstmal mit einer GearVR vertröstet - das ist eine VR-Brille, die aber nicht über den Computer berechnet. Stattdessen kann man einfach sein Smartphone einklemmen und mittels der USB-Aufladebuchse verbinden, und somit verschiedene VR-Apps abspielen. War auch schon sehr cool, nur leider war man ziemlich eingeschränkt im Gegensatz zur PC-Variante - man konnte sich nicht im Raum bewegen, hatte keine Möglichkeiten zur Interaktion (außer ein bisschen Touchpad-Drücken an der rechten Seite des HMDs [head-mounted display]), und vor allem wurde das Smartphone sehr schnell so heiß, dass der Sicherheitsmechanismus griff, der einen dann am Weiterspielen hinderte. So hatte ich mir das nicht vorgestellt..

..das Hitzeproblem wusste ich natürlich zu umgehen - ein paar Löcher in die vordere Abdeckung der Brille, einen kleinen Lüfter eingebaut, die kleinste Powerbank die ich finden konnte gekauft und mit einem Gummiband dran befestigt :D
Problem beseitigt - leider ging damit dann ein anderes Problem einher: das Gewicht auf dem Kopf wurde immer mehr.. nach kurzer Zeit war das schon ziemlich unangenehm für den Nacken 😕
Wie es der Zufall so wollte, hat mein Smartphone dann den Geist aufgegeben. Also Brille verkauft und Smartphone als defekt für Bastler ebenfalls.

In der VR-losen Zeit hab ich dann ein Cardboard von meinem Bruder @TheDende geschenkt bekommen (sehr süß 😋) - ebenfalls zum Smartphone einstecken, aber diesmal ohne jegliche zusätzliche Hardware. Es besteht quasi aus Pappe mit Linsen.
Das bedeutete z.B., dass Bewegungen ausschließlich auf dem im Smartphone eingebauten Gyrosensor (der Sensor, der die Lage des Smartphones messen kann) basierten - leider spürbar ungenauer als ein extra-Sensor im HMD. Außerdem gab es kein Band zum Befestigen am Kopf, man musste also die ganze Zeit das Cardboard festhalten.

Alles in Allem nicht sehr befriedigend.. 😕
Endlich zueinander gefunden ~ Oculus Rift
Eines Tages geschah das, worauf ich lange gewartet habe: die Oculus Rift im Angebot, mit einer starken Preisreduzierung auf 449€!
Zufällig hatte sich jemand anderes diese Brille besorgt, ohne vorher zu überprüfen, ob sein PC überhaupt die Mindestvoraussetzungen erfüllt.. so eine Rift braucht nämlich ganz schön viel Leistung 😋
Statt sie zurück zu geben o.Ä. konnte ich sie dann für 380€ abkaufen. Ein Traum ❤
Seit diesem Tag sind die Rift und ich ein Dreamteam, ich liebe alles an ihr. Ich habe sogar extra mein Sofa aus meinem Zimmer geschmissen und alles umgeschoben, damit ich eine größtmögliche Fläche zum Bewegen habe - die Rift bietet nämlich, im Vergleich zu den Smartphone-getriebenen Brillen, Raumtracking an! Das heißt, ich baue Sensoren auf, die meine Position im Raum erfassen - ich kann mich dadurch mit echten Bewegungen im virtuellen Raum bewegen, und z.B. Schüssen ausweichen, mich verstecken, Dinge von verschiedenen Seiten erkunden etc. Das ist soo ein tolles Gefühl - Manchmal, wenn die Umgebung einfach wunderschön ist, setze ich mich einfach auf den Boden und genieße die Aussicht.. 😋
Die Brille sitzt bequem auf dem Kopf, drückt nicht, nach einiger Zeit vergisst man sogar, dass man sie auf hat.. und verschwindet einfach in der VR-Welt 🙂
Außerdem kommt die Rift mit "Oculus Touch" - das sind die beiden Controller, die man in jeweils eine Hand nehmen kann. Sie haben Tasten und spezielle Sensoren, die sogar erfassen, wenn man den Finger einfach nur auf einer Taste hat, ohne die Taste zu drücken. Dadurch kann man mehrere Finger einzeln bewegen! Es ist also ohne Probleme möglich, einfach intuitiv zu greifen, werfen, Fingergesten zu machen (Daumen hoch, eine Pistole formen, Winken, Faust.. alles mögliche :D mega cool wenn man mit anderen Leuten zusammen spielt, dessen Hände man auch sehen kann!) etc.

(hab ich da nicht etwas vergessen? 😉..)
Mehr zum Raumtracking und speziell meinem persönlichen Setup erzähle ich euch im nächsten Post!
Ich hoffe euch hat dieser kleiner Rundgang durch meine VR-Geschichte gefallen, danke fürs Lesen und bis zum nächsten Post!
~underpants